Dagbladet Sport
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Hobro trotzt Varde - ein 1:0 der rustikalen Sorte

Ein kalter Januarsamstag, Flutlicht über dem Hobro Stadion, 32.479 Zuschauer mit dampfenden Atemwolken - und ein Fußballspiel, das sich anfühlte wie ein zäher Kampf um jeden Quadratzentimeter Rasen. Hobro IK gewann am 17. Spieltag der 1. Liga Dänemark mit 1:0 gegen Varde BK. Aber wer nur das Ergebnis liest, ahnt nicht, wie viele Nerven, Grätschen und Stoßseufzer in diesen 90 Minuten steckten.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag - allerdings von der falschen Seite. In den ersten Viertelstunden wirbelten die Gäste aus Varde, als wollten sie die Heimmannschaft gleich in den Winterschlaf schicken. Dagfinn Westergaard und Alberte Bjerg prüften Hobros Keeper Henry Whitman früh, und selbst der 17-jährige Pol Aznar versuchte sich unerschrocken an einem Distanzschuss. Hobro dagegen wirkte noch im Aufwärmmodus, ehe Ragnvald Danielsen in der 16. Minute mit einem rustikalen Einsteigen die erste Gelbe Karte und damit den Weckruf für sein Team setzte.

Zwei Minuten später fiel das Tor des Abends: Szymon Szymanowski, der flinke Linksaußen mit dem Namen eines Zungenbrechers, verwandelte eine butterweiche Flanke von Halvor Möller zum 1:0. Der Ball zappelte im Netz, die Fans tobten - und Trainer Franz Huber von Varde sank auf seine Bank, als hätte man ihm gerade den letzten Glühwein genommen. "Das war so ein Treffer, bei dem du denkst: Das darf gar nicht reingehen - und dann geht er rein", knurrte er später mit einem Anflug von Galgenhumor.

Varde reagierte mit Wut im Bauch und Ballbesitz im Überfluss - 52 Prozent, um genau zu sein. Doch trotz 15 Torschüssen blieb der Ertrag gleich null. Duarte Ibanez schoss gefühlt aus jeder Lage, Hans Bach versuchte es gleich dreimal in der Schlussphase, aber Whitman im Hobro-Tor hatte einen dieser Abende, an denen selbst der Pfosten mit ihm zu halten schien. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", grinste der Keeper nach dem Spiel. "Ich glaube, der Ball mochte mich einfach lieber als die anderen."

Hobro verteidigte das knappe Ergebnis auf die altmodische Art - mit viel Einsatz, wenig Schönheit und einem Hauch von Chaos. Ricardo Deco und Lucas Winter liefen vorne unermüdlich an, als wollten sie den Ball lieber kaputtlaufen als verlieren. "Das war kein Spiel für Feingeister", gab Szymanowski später zu. "Aber manchmal reicht ein Tor - und viel Schweiß."

In der zweiten Halbzeit drückte Varde die Hausherren tief hinten rein. Die jungen Mittelfeldspieler Aznar und Bo Henriksen kombinierten gefällig, doch immer wieder fehlte die letzte Konsequenz. "Wir haben uns Chancen herausgespielt, aber der Ball wollte einfach nicht", seufzte Huber. "Vielleicht lag’s am Wind. Oder am Schicksal. Oder an Whitman."

Auch Hobros Trainer - dessen Name sich die Reporter nach dem Spiel gegenseitig zuflüsterten, weil er lieber schweigend an der Seitenlinie stand - verzichtete auf taktische Experimente. Seine Mannschaft blieb in der ausgewogenen 4-4-2-Formation, spielte solide, ohne zu glänzen. "BALANCED" nannte der Statistikbogen das - man hätte auch sagen können: "bloß kein Risiko".

In der 73. Minute wagte sich sogar der linke Verteidiger Vidar Riis nach vorn, hämmerte den Ball aus 25 Metern nur knapp über die Latte - ein Moment, der das Stadion kurz von der Kälte befreite. Danach kam wieder Varde, kam wieder nichts Zählbares. Als der Schlusspfiff ertönte, fielen die Hobro-Spieler einander in die Arme, als hätten sie gerade einen Titel gewonnen.

"Das war ein dreckiger Sieg", sagte Möller mit einem breiten Grinsen. "Aber dreckige Siege zählen auch. Und manchmal sogar doppelt, wenn’s draußen minus fünf Grad hat."

Varde hingegen fuhr enttäuscht, aber nicht entmutigt zurück. Trainer Huber verabschiedete sich mit einem Schulterzucken und den Worten: "Wenn du 15 Mal aufs Tor schießt und nicht triffst, musst du wohl beim nächsten Mal 16 Mal schießen."

Hobro klettert mit diesem Sieg ins sichere Mittelfeld, Varde bleibt im Niemandsland der Tabelle - mit der Erkenntnis, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt. Und irgendwo auf der Tribüne kommentierte ein älterer Fan beim Hinausgehen trocken: "Schön war’s nicht. Aber schön, dass es vorbei ist."

So endete ein frostiger Fußballabend voller Kampf, Kratzer und kleinen Geschichten - das 1:0, das keiner so schnell vergisst, obwohl man es lieber nicht noch einmal erleben möchte.

23.07.643987 17:03
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