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Highgate Town rettet spät ein Remis - und verliert trotzdem die Nerven

Ein Freitagabend in Kingston, Flutlicht, 45.498 Zuschauer, die den Zuckerhut der Emotionen erklimmen wollten - und am Ende gab’s wieder nur ein 1:1. Highgate Town gegen New Green FC, das klang nach Tempo und Taktik, wurde aber ein Geduldsspiel mit Drama, jugendlicher Unbekümmertheit und einem Platzverweis, der mehr Symbolkraft hatte als jede Statistik.

Trainer Friedrich Lechner hatte seine Highgate-Elf wie gewohnt offensiv eingestellt - "Wir wollten das Spiel früh an uns reißen, aber der Ball hatte wohl andere Pläne", knurrte er nach dem Abpfiff. Tatsächlich wirkte Highgate Town in der ersten Halbzeit wie ein Team, das gern spielen würde, aber nicht so recht durfte. New Green FC, defensiv sortiert und mit 56 Prozent Ballbesitz dominant, griff ruhig über die Mitte an und wartete auf Fehler. Einer kam in Minute 33 - und der war teuer.

Thomas Bisson setzte sich auf dem linken Flügel durch, passte flach in den Strafraum, wo der 19-jährige Brandon Chamberlain die Nerven eines Eishändlers bewahrte. Ein kurzer Blick, ein trockener Schuss: 0:1. Der Jubel der Gäste war so laut, dass selbst die Palmen außerhalb des Stadions irritiert raschelten. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Chamberlain später. "Der Trainer sagt immer: Wenn du denkst, du hast Zeit - dann hast du sie nicht."

Highgate schüttelte sich, aber so richtig wach wurden sie erst nach dem Pausentee. Bernt Hammer, der Name ist Programm, drosch in der 48. Minute eine Kugel aufs Tor, die nur knapp über die Latte rauschte. "Da hat’s gescheppert", kommentierte ein Stadionbesucher trocken. Der Druck nahm zu: Amaury Godinez probierte es gleich dreimal (54., 62., 93.), Nael Maniche rackerte vorne unermüdlich.

In der 70. Minute fiel dann endlich der Ausgleich - und das war einer dieser Momente, in denen Fußball kurz wieder ganz einfach aussieht. Luke Grantham, der Mittelfeldmotor, spielte einen Pass, der so präzise war, dass man dachte, er habe einen Laserpointer am Schuh. Nael Maniche nahm die Kugel an, zog aus 14 Metern ab - 1:1. Die Tribüne explodierte, Lechner sprang in die Luft wie ein Teenager beim ersten Konzertbesuch.

"Das war der Moment, in dem wir sie hatten", meinte Maniche später. "Aber dann... naja." Das "naja" beschreibt die restlichen 20 Minuten besser als jede Analyse. Highgate drückte, New Green verteidigte, und die Emotionen kochten über. In der 87. Minute sah Daniel More nach einem übermotivierten Einsteigen glatt Rot. "Er hat den Ball gespielt - nur war der Ball zu dem Zeitpunkt leider schon 30 Meter weiter", witzelte ein Zuschauer.

Trainerin Martina Wen von New Green FC nahm den Punkt mit einem Lächeln: "Wir wussten, dass Highgate im eigenen Stadion Druck machen würde. Aber unsere Jungs haben das gut gelöst. Brandon war eiskalt, und danach haben wir clever verteidigt." Sie hatte recht: Trotz 12 Torschüssen der Hausherren und weniger Ballbesitz blieb es beim Remis, weil Keeper Stephane Bouchard alles fischte, was gefährlich roch.

Statistisch gesehen war’s fast ein typisches Spiel dieser Saison: Highgate mit Herz, New Green mit Hirn. 44 Prozent Ballbesitz, dafür mehr Schüsse, mehr Kampf - aber eben nur ein Tor. "Wir müssen lernen, unsere Chancen zu nutzen", seufzte Lechner. "Und vielleicht auch, unsere rechten Verteidiger ein bisschen länger auf dem Platz zu behalten."

In der Kabine soll es später laut geworden sein. "Ich hab gehört, Grantham hat den Ball angeschnauzt", witzelte ein Ordner. Ob’s stimmt, weiß keiner - aber es passt zu diesem Abend, an dem Highgate Town wieder einmal viel investierte und wenig Ertrag bekam.

Am Ende bleibt ein 1:1, das keiner so richtig wollte, aber beide nehmen mussten. Für New Green ist es ein Punkt der Reife, für Highgate ein weiterer Beweis, dass Leidenschaft allein kein Spiel gewinnt.

Und irgendwo in der Nacht, während das Stadion längst leer war, soll ein Ball noch auf der Latte getrommelt haben. Vielleicht aus Protest. Vielleicht einfach, weil er wusste: Das war wieder so ein Spiel, das man nicht so schnell vergisst.

16.01.643991 08:28
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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