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Premier League | 10. Spieltag | 20.08.26 | Portmore Town - Highgate Town 2:3 Schon nach sieben Minuten war klar, dass diese Partie nicht den Charakter eines gemütlichen Abtastens entwickeln würde. Highgate spielte offensiv, suchte die Lücke und fand sie früh. Julian Mascarenhas traf nach Vorlage von Nils Otto zum 1:0. Zuvor hatte Portmores Duarte Ferreira bereits einen ersten Warnschuss abgegeben. Ein höfliches "Guten Abend" des Heimteams, auf das Highgate allerdings mit einem kräftigen Tritt gegen die Tür antwortete. Portmore blieb seiner ausgewogenen, aber durchaus robusten Linie treu. Die Gastgeber gingen in die Zweikämpfe, als gäbe es dafür Bonuspunkte, und schossen aus nahezu jeder halbwegs vertretbaren Lage. In der 28. Minute zahlte sich dieser Ansatz aus: George Picard nahm eine Vorlage von Innenverteidiger Pau Cunha auf und erzielte den Ausgleich. 1:1 - und plötzlich war auch das Publikum wieder davon überzeugt, dass dieser Abend nicht zwangsläufig mit einer Heimniederlage enden musste. "Wir wollten mutig bleiben", hätte Portmores Trainer Karl-Heinz Pumpernickel in der Kabine sagen können. "Vielleicht waren wir dabei stellenweise mutiger, als es für meinen Blutdruck gesund ist." Tatsächlich hatte Portmore bis zur Pause sieben Torschüsse abgegeben, Highgate deren sechs. Der Ballbesitz war nahezu exakt verteilt: 50,15 Prozent für die Gastgeber, 49,85 für die Gäste. Fußball kann also auch dann ausgeglichen sein, wenn die Anzeigetafel später ziemlich anderer Meinung ist. Highgate nahm zur zweiten Hälfte drei Wechsel vor und brachte unter anderem Benjamin Boulanger, Ivica Carevic und Ion Barbu. Der frische Schwung zahlte sich umgehend aus. In der 52. Minute traf Joao Cabrera nach Zuspiel von Boulanger zum 2:1. Nur drei Minuten später legte Enrique Doreste nach - Adam Fairchild hatte vorbereitet. Innerhalb von fünf Minuten war aus dem offenen Spiel eine scheinbar komfortable Angelegenheit für die Gäste geworden. Scheinbar, dieses kleine Wort, das im Fußball regelmäßig ganze Trainerkarrieren beschäftigt. Denn Portmore antwortete sofort. In der 57. Minute erzielte Picard, diesmal nach Vorlage von Stanislav Kosecki, seinen zweiten Treffer und verkürzte auf 2:3. Danach begann die große Heimoffensive. Filipe Galindo, Kosecki und Ethan Kirkwood suchten den Abschluss, doch Highgates Torwart Marcio Juarez hielt seinen Kasten sauber. Die Gäste kamen insgesamt auf 13 Torschüsse, Portmore auf neun. Der Unterschied lag nicht im Ballbesitz, sondern in der Konsequenz - und vermutlich auch darin, dass Highgate seine Chancen nicht erst schriftlich beantragen musste. "Wir haben nach dem 2:1 und 3:1 kurz geglaubt, das Spiel sei erledigt", könnte Highgates Trainer Chris Tell nach Abpfiff gesagt haben. "Portmore hat uns dann freundlicherweise daran erinnert, dass 90 Minuten ziemlich lang sind." Seine Mannschaft verteidigte in der Schlussphase mit aktivem Pressing und vollem Einsatz. Zwei gelbe Karten gegen Matti Majak und Fairchild zeugten davon, dass die Gäste dabei nicht ausschließlich mit Engelsflügeln unterwegs waren. Portmore drängte bis zum Ende, doch Highgate brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. Die 34704 Zuschauer sahen ein unterhaltsames, temporeiches Spiel - und eine Heimmannschaft, die vieles richtig machte, nur eben nicht alles. Highgate Town nimmt drei Punkte mit. Portmore bleibt immerhin die Erkenntnis, dass ein Doppelpack manchmal nicht reicht. Im Fußball ist selbst das inzwischen offenbar nur noch eine solide Zwischenbilanz. 20.08.2026 20:48 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler