Haaretz Sports
+++ Sportzeitung für Israel +++

Herzliya Yellows zerlegen die Raanana Reds - Ein 5:0 mit Ansage

Wenn 43.500 Zuschauer im Stadion Herzliya stehen, wissen sie meist, dass etwas passieren wird. Aber was ihre "Yellows" am 14. Spieltag der 1. Liga Israel gegen die Raanana Reds ablieferten, war kein gewöhnlicher Fußballabend - es war eine Lehrstunde in Effizienz. 5:0 hieß es am Ende, und man musste fast Mitleid mit den Gästen haben, die zwar 55 Prozent Ballbesitz hatten, aber damit so viel anrichteten wie ein Regenschirm in der Wüste.

Schon die erste Minute ließ ahnen, wohin die Reise gehen würde: Josef Mazuch prüfte den Keeper der Reds mit einem satten Schuss. Das war keine Begrüßung, das war eine Kriegserklärung. "Wir wollten ihnen gleich zeigen, dass wir da sind", grinste der 23‑jährige Flügelspieler später. Und er hielt Wort. In der 33. Minute war es Mazuch selbst, der nach feiner Vorarbeit von Rechtsverteidiger José Peyroteo trocken zum 1:0 einschob. Die Fans tobten, Trainer Kula Shaker ballte an der Seitenlinie die Faust - und brüllte seinem Team zu: "Weiter! Die sind heute fällig!"

Die Reds wirkten zu diesem Zeitpunkt wie ein Team, das zwar das Manual für Offensivfußball gelesen, aber nie verstanden hatte. Sie hielten den Ball, aber nicht das Spiel. Herzliya dagegen spielte wie eine Jazzband: spontan, präzise, manchmal chaotisch, aber immer mit Rhythmus. Kurz vor der Pause legte Tiago Antonio nach - wieder über rechts, wieder nach Vorlage von Peyroteo. 2:0 nach 44 Minuten, Halbzeit, und die Reds sahen aus, als wünschten sie sich, der Schlusspfiff käme mit dem Pausentee.

"Wir wussten, dass sie über die Flügel kommen", knurrte Raananas Trainer Levi Ackerman nach dem Spiel. "Aber wir haben trotzdem zugesehen." Sarkasmus oder Resignation? Vielleicht beides.

Nach dem Wechsel ging das Herzliya‑Feuerwerk weiter. Pauel Cure, der bullige Mittelstürmer mit der Eleganz eines Presslufthammers, traf doppelt innerhalb von zwei Minuten (59. und 61.). Beide Male stand Mazuch am Ursprung der Szenen - ein Spieler, der an diesem Abend so präsent war, dass man dachte, es gäbe zwei von ihm. "Ich hab nur gemacht, was der Trainer wollte", sagte Mazuch, und Shaker schmunzelte daneben: "Wenn er das immer so versteht, darf er gern öfter zuhören."

Die Reds probierten es noch einmal mit einem offensiven 4‑3‑3, aber ihre Versuche blieben harmlos. Drei Torschüsse, einer davon in der 96. Minute - sinnbildlich für einen Abend, an dem nichts gelingen wollte. Menachem Shitrit hatte in der 58. Minute die beste Chance, doch Herzliyas Keeper Joao Antunez pflückte den Ball herunter, als wäre es ein Sonntagsbrötchen.

Dann kam die 84. Minute. Wladimir Larionow, sonst eher der stille Arbeiter in der Spitze, setzte den Schlusspunkt. Nach einem Abpraller reagierte er schneller als alle anderen und schob zum 5:0 ein. "Ich wollte eigentlich querlegen", gestand er lachend, "aber der Ball wollte ins Tor - und wer bin ich, ihm zu widersprechen?"

Die Statistik sprach eine deutliche Sprache: 16 Torschüsse der Yellows gegenüber drei der Reds, 44 Prozent Ballbesitz, aber 100 Prozent Überzeugung. Selbst die Gelben Karten - vier auf Seiten der Gastgeber - wirkten eher wie kleine Erinnerungen daran, dass auch Sieger mal am Trikot zupfen dürfen. Einziger Wermutstropfen: Innenverteidiger Milan Baljak verletzte sich kurz vor Schluss und humpelte vom Feld.

Nach dem Abpfiff standen die Fans noch lange auf den Rängen, sangen und winkten ihren Helden zu. Trainer Shaker sprach von "einem Abend, an dem alles passte - sogar die Musik in der Kabine". Levi Ackerman hingegen verschwand wortlos im Spielertunnel. Man mag ihm das nicht verdenken.

So bleibt von diesem Spiel ein klarer Eindruck: Die Herzliya Yellows haben nicht nur gewonnen, sie haben eine Botschaft gesendet - an die Liga, an die Fans, an sich selbst. Wer mit 5:0 gegen den Ballbesitz‑Primus Raanana gewinnt, darf träumen.

Oder, wie ein fanatischer Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald ein größeres Stadion."

Und wer weiß - vielleicht auch ein poetischeres Vokabular für das, was da gerade entsteht: ein gelbes Fußballmärchen in Herzliya.

28.06.643987 16:02
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