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Herzliya Yellows verzweifeln an der Effizienz - Rehovot Blacks retten Punkt

Ein Spiel wie aus dem Lehrbuch für Statistikfreunde, aber nichts für schwache Fußballherzen: Die Herzliya Yellows trennten sich am Freitagabend vor 43.500 Zuschauern mit 1:1 von den Rehovot Blacks. 20 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, ein Tor - und eine Menge ungläubiger Gesichter. "Wenn man so oft schießt und nur einmal trifft, muss man entweder den Torwart loben oder die Stürmer zum Augenarzt schicken", kommentierte Herzliyas Trainer Kula Shaker mit einem bitteren Lächeln.

Dabei hatte alles nach einem ruhigen Heimabend ausgesehen. Die Yellows, gewohnt ball- und passsicher, legten los wie ein wütender Bienenstock. Pauel Cure prüfte in der 6. Minute erstmals den gegnerischen Keeper Christian Blanchett, Bruno Albinana legte nach - und die Fans rieben sich verwundert die Augen, warum es immer noch 0:0 stand.

Rehovot dagegen wirkte lange wie ein Gast, der aus Versehen auf dem falschen Platz gelandet ist. Ganze zwei Torschüsse sollten sie im gesamten Spiel zustande bringen - aber einer davon saß. Kurz vor der Pause, als Herzliya schon an den Halbzeittee dachte, konterten die Blacks blitzartig: Goran Koroman spielte auf Dimas Alcantara, der eiskalt vollstreckte (45.). "Ich hab einfach geschossen, weil ich keine andere Idee hatte", grinste Alcantara später. "Manchmal hilft’s."

Der Treffer traf die Yellows ins Mark. In der Kabine sollen Flaschen geflogen sein, zumindest erzählte ein Zeugwart, Trainer Shaker habe "sehr bildlich" erklärt, was er von vergebenen Chancen hält. Zur zweiten Halbzeit kam frisches Blut - Eyal Herzog und Filipe Semedo ersetzten Jadin und Naphtali - und plötzlich lief der Ball wieder schneller.

Doch das Tor schien wie verhext. Cure, Albinana, Mazuch - alle scheiterten an Blanchett oder den eigenen Nerven. "Wir hätten noch drei Stunden weiterspielen können, und es wäre wohl trotzdem 0:1 gestanden", murmelte Kapitän Valentin Hreidarsson.

Bis zur 75. Minute. Da endlich belohnte sich Herzliya für die Dauerbelagerung: Josef Mazuch flankte präzise von rechts, Wladimir Larionow stieg zwischen zwei Verteidigern hoch und köpfte zum 1:1 ein. Der Jubel war eine Mischung aus Erleichterung und Wut - man feierte, aber mit geballten Fäusten.

In der Schlussphase drückten die Yellows weiter, als ginge es um die Meisterschaft. Larionow hatte sogar noch die große Chance zum Sieg, doch sein Schuss in der 76. Minute rauschte Zentimeter über die Latte. Trainer Shaker trat wütend gegen eine Wasserflasche, die prompt den vierten Offiziellen traf - "ein Versehen", wie er später versicherte.

Rehovot verteidigte nun mit allem, was Beine hatte. Innenverteidiger Jack Carmody rief seinen Mitspielern zu: "Noch 10 Minuten, Männer, dann gibt’s Bier auf mich!" Und tatsächlich, sie retteten das Remis über die Zeit. Eine Gelbe Karte für Marcos Vazquez in der 89. Minute war das einzige Lebenszeichen der Gäste im zweiten Durchgang.

Nach Abpfiff sprach Rehovots Trainer Hhbb Hjj von einem "gerechten Ergebnis". Kula Shaker hingegen sah das naturgemäß anders: "Wenn Fußball nach Punkten für Schüsse ginge, hätten wir 20:2 gewonnen."

Statistisch betrachtet hatte er recht: 20 Torschüsse zu 2, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, mehr Ballbesitz, mehr Pässe, mehr alles - außer Toren. Die Taktik der Yellows blieb dabei konsequent: kurze Pässe, Flügelangriffe, starkes Pressing am Ende. Rehovot dagegen spielte stoisch offensiv, aber ohne Risiko, fast so, als sei das 0:1 ihr eigentliches Ziel gewesen.

Die Zuschauer verabschiedeten beide Teams mit gemischten Gefühlen: Applaus für Herzliyas Einsatz, Pfiffe für die Chancenverwertung - und ein paar humorvolle Rufe in Richtung der Stürmerbank: "Vielleicht mal aufs Tor schießen!"

Fazit: Ein Spiel, das den Yellows noch lange in Erinnerung bleiben dürfte - als Paradebeispiel dafür, dass Ballbesitz keine Garantie für Punkte ist. Und für Rehovot? Ein Punktgewinn, der sich wie ein Sieg anfühlt. Oder wie Coach Hjj es trocken ausdrückte: "Manchmal reicht’s, wenn man einfach nur den richtigen Schuss trifft."

Ob Herzliya nächste Woche wieder trifft, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Wenn Leidenschaft Tore schießen könnte, hätten sie gestern zweistellig gewonnen.

30.09.643987 21:27
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