Haaretz Sports
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Herzliya Yellows überrollen Maccabi Haifa mit 4:1 - ein Abend in Gelb

Ein lauer Januarabend, 43.500 Zuschauer im Stadion von Herzliya, und eine Mannschaft, die offenbar beschlossen hatte, ihren Fans ein verspätetes Neujahrsgeschenk zu machen. Die Herzliya Yellows gewannen am 10. Spieltag der 1. Liga Israel mit 4:1 gegen Maccabi Haifa - und das mit einer Mischung aus Spielfreude, Wucht und einem Hauch von Übermut.

Schon nach wenigen Minuten war klar: Die Yellows hatten Lust. In der 14. Minute zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Josef Mazuch, der flinke rechte Mittelfeldspieler, zog nach einem Pass von Tiago Antonio von außen nach innen und jagte den Ball mit einem satten Schuss ins lange Eck. Der Jubel war so laut, dass man in Haifa vermutlich kurz dachte, es gäbe ein Erdbeben. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Mazuch später, "Tiago brüllte nur ’Mach was!’ - also hab ich gemacht."

Maccabi Haifa, eigentlich für seine disziplinierte Spielweise bekannt, wirkte überrascht. Trainer David Goldmann gestikulierte wild, während seine Elf mit Ballbesitz kämpfte, der am Ende bei 44 Prozent stagnierte. "Wir waren da, aber irgendwie auch nicht", seufzte Goldmann nach dem Spiel. Seine Jungs kamen zwar zu einigen Chancen - zehn Torschüsse insgesamt -, doch meistens war Joao Antunez im Tor der Yellows (später eingewechselt für den jungen Rafael Tal) zur Stelle oder die Kugel flog gen Tribüne.

Nach der Pause wurde es kurz spannend. In der 54. Minute glich Maccabi Haifa tatsächlich aus: Der 19-jährige Menachem Tartman, einer der jüngsten auf dem Platz, traf nach schöner Vorlage von seinem Namensvetter Menachem Eschkol. Ein Hoffnungsschimmer, der allerdings so kurzlebig war wie ein Wassertropfen in der Wüste.

Denn dann kam der gelb-schwarze Orkan. In der 77. Minute traf Pauel Cure, der gerade erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden war. Nach einem weiten Ball von Innenverteidiger Milan Baljak nahm Cure den Ball elegant mit der Brust an und drosch ihn volley rein - ein Tor, das man sich auf VHS sichern möchte, wenn es noch Videorekorder gäbe. "Ich wollte eigentlich flanken", witzelte Baljak später, "aber Pauel hat das Missverständnis hervorragend gelöst."

Nur drei Minuten später durfte Baljak selbst jubeln. Diesmal war er der Nutznießer eines feinen Passes von Tiago Antonio, der ein überragendes Spiel machte und später auch noch zum 4:1 traf (83.). Der Brasilianer zog aus 20 Metern ab, nachdem Mazuch ihm den Ball in den Lauf gelegt hatte - ein Schuss wie eine Pfeilspitze, unhaltbar.

Trainer Kula Shaker der Yellows wirkte nach dem Abpfiff beinahe philosophisch. "Fußball ist wie Musik", sagte er mit einem verschmitzten Lächeln. "Wenn das Timing stimmt, entsteht Harmonie. Heute haben wir einfach im richtigen Takt gespielt." Vielleicht ein bisschen Pathos, aber wer 4:1 gewinnt, darf auch mal poetisch werden.

Maccabi Haifa hingegen schien am Ende froh, dass der Schlusspfiff kam. Die Gelbkarte für den jungen Eschkol in der 91. Minute war sinnbildlich: zu spät, zu frustriert, zu harmlos. "Wir haben uns selbst geschlagen", meinte Kapitän Alfie Lujan, "und Herzliya hat das Geschenk dankend angenommen."

Die Statistik untermalt das Ergebnis: 21 Torschüsse für Herzliya, 55,8 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von über 53 Prozent. Das klingt nüchtern, war aber auf dem Platz pure Energie. Besonders in den letzten 15 Minuten drückten die Yellows so vehement, als ginge es um die Meisterschaft - und nicht nur um den 10. Spieltag.

Ein kleiner Dialog aus der Mixed Zone blieb im Gedächtnis: Als ein Reporter Tiago Antonio fragte, ob das 4:1 das beste Spiel seiner Saison gewesen sei, antwortete er trocken: "Nein. Aber das unterhaltsamste."

So endete ein Abend, an dem Fußball wieder das war, was er sein sollte: ein Spektakel. Herzliya Yellows tanzten, Maccabi Haifa stolperte, und die Fans gingen mit einem breiten Grinsen nach Hause. Und irgendwo auf der Trainerbank summte Kula Shaker vielleicht leise ein Lied - ganz im Rhythmus des Sieges.

03.05.643987 08:07
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Jens Jeremies
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