Haaretz Sports
+++ Sportzeitung für Israel +++

Herzliya Yellows tanzen Tirat Carmel FC auf der Nase herum

Es war ein Abend, wie ihn die 43.500 Fans im Herzliya-Stadion so schnell nicht vergessen werden - auch wenn die meisten wohl eher wegen der Pyroshow als der taktischen Finesse gekommen waren. Doch am Ende hatte das Team von Trainer Kula Shaker allen Grund zum Feiern: Die Herzliya Yellows siegten am 22. Spieltag der 1. Liga Israel mit 2:0 gegen Tirat Carmel FC - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber auf dem Rasen alles andere als trocken zustande kam.

Von Beginn an zeigte sich, dass hier zwei Teams mit unterschiedlichen Philosophien aufeinandertrafen. Tirat Carmel, von der engagierten Babsi Klemm angetrieben, wollte offensiv glänzen, spielte mutig über die Flügel - und rannte sich dennoch immer wieder an der gelben Mauer fest. Herzliya dagegen blieb defensiv geordnet, lauerte auf Konter und setzte auf das, was man im Volksmund wohl "Effizienz pur" nennt.

Schon in der 5. Minute prüfte Bruno Albinana den gegnerischen Keeper Georg Danielsen mit einem wuchtigen Abschluss - ein erster Warnschuss, der zeigte, wohin die Reise gehen sollte. Doch Tirat Carmel ließ sich nicht einschüchtern: Isidoro Oliveira und Ivica Jovanovic antworteten mit gefährlichen Schüssen in der 14. und 16. Minute. Herzliya wackelte kurz, fiel aber nicht.

Dann kam Minute 28. Connor Thuringer setzte sich über rechts durch, flankte butterweich in die Mitte, und Joseba Beto, dieser bullige Mittelstürmer mit dem Charme eines Presslufthammers, köpfte den Ball unhaltbar ins Netz. 1:0 - und das Stadion explodierte. "Ich hab einfach nur gehofft, dass Connor die Flanke nicht wieder in die Wolken schießt", grinste Beto später. "Aber diesmal hat er’s genau getroffen." Trainer Shaker kommentierte trocken: "Wir haben das einstudiert. Naja, fast."

Mit dieser Führung im Rücken zogen sich die Yellows etwas zurück, überließen Tirat Carmel den Ball (am Ende 54 Prozent Ballbesitz für die Gäste), verteidigten aber mit eiserner Disziplin. Die Abwehr um Gudmund Clausen und Jose Peyroteo räumte konsequent auf, während Torhüter Joao Antunez die wenigen gefährlichen Bälle souverän entschärfte.

Nach der Pause kam Herzliya mit frischem Schwung zurück - und genau 50 Sekunden nach Wiederanpfiff klingelte es wieder. Matan Ohayon dribbelte auf links, legte quer, und Bruno Albinana schob den Ball in aller Ruhe ins lange Eck. 2:0, und Tirat Carmel schaute sich ungläubig an. "Wir haben uns in der Kabine gesagt, wir müssen wacher starten", knurrte Gästecoach Klemm nach dem Spiel. "Das hat exakt 50 Sekunden gehalten."

Danach wurde das Spiel ruppiger. Eugenio Conte sah in der 73. Minute Gelb, nachdem er Joseba Beto recht unfreundlich den Rasen aus nächster Nähe gezeigt hatte. Herzliya antwortete mit Gelb für Daniel Ben in der Nachspielzeit - eine Art Symmetrie der Unhöflichkeiten. Dazwischen musste Matan Ohayon verletzt vom Platz, Alexander Williamson kam für ihn und fügte sich nahtlos ein.

Statistisch betrachtet war Tirat Carmel gar nicht so unterlegen: sieben Torschüsse, mehr Ballbesitz, engagiertes Pressing. Doch was bringt all das, wenn die Kugel nicht über die Linie will? Herzliya war gnadenlos präzise: elf Abschlüsse, zwei Treffer, null Gegentore. Ein Musterbeispiel für kalte Effizienz.

"Wir haben nicht schön gespielt, aber schön gewonnen", sagte Trainer Kula Shaker nach dem Abpfiff und zündete sich demonstrativ eine Kaugummizigarette an. "Manchmal ist Defensive einfach sexy." Sein Gegenüber Babsi Klemm konterte sarkastisch: "Wenn das sexy ist, dann ist Beton mein Lieblingsstoff."

Die Fans der Yellows sangen sich derweil in Ekstase, während die Spieler ausgelassen über den Rasen tanzten. Besonders Joseba Beto genoss den Abend: "Zwei Tore? Fast. Eins reicht. Solange wir gewinnen, ist mir egal, wer trifft - naja, fast egal."

Am Ende bleibt festzuhalten: Herzliya Yellows haben mit taktischer Disziplin, robustem Einsatz und einem Hauch Zynismus einen verdienten Sieg eingefahren. Tirat Carmel FC dagegen muss sich fragen, wie man mit so viel Ballbesitz so wenig anfangen kann. Vielleicht hilft es, beim nächsten Mal das Tor zu treffen statt den Torwart.

Und irgendwo in der Kabine summte Kula Shaker leise vor sich hin, angeblich eine alte Stadionmelodie. Vielleicht ein Ohrwurm, vielleicht ein Triumphgesang - sicher ist nur: Seine Yellows spielen momentan den Sound des Erfolgs.

21.05.643993 23:00
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