Haaretz Sports
+++ Sportzeitung für Israel +++

Herzliya Yellows stürmen ins Halbfinale - mit Stil, Schweiß und einem Schuss Ironie

Es war einer dieser Pokalabende, an denen der Ball nicht nur rollte, sondern Geschichten schrieb. 43.500 Zuschauer im sonnendurchfluteten Stadion von Herzliya sahen, wie die Yellows mit einem 2:0 über Hapoel Ramat PKI verdient ins Halbfinale marschierten - auch wenn die Gäste mehr Ballbesitz hatten und lange so taten, als wollten sie das Spiel ohne Tore gewinnen.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Schon in der 3. Minute schickte Matan Ohayon einen butterweichen Pass durch die Abwehrreihen der Gäste. Joseba Beto, dieser bullige Mittelstürmer mit dem Charme eines Betonpfostens und der Präzision eines Uhrwerks, nahm den Ball mit der Brust an und drosch ihn unhaltbar unter die Latte. 1:0 - und das Publikum erwachte endgültig aus der Vorabendträgheit. "Ich hab’ einfach draufgehauen", grinste Beto später. "Wenn ich nachdenke, geht’s meistens daneben."

Hapoel Ramat PKI reagierte zwar mit viel Ballbesitz - 53 Prozent laut Statistik -, aber wenig Ertrag. Ihre Passmaschine surrte, doch sie mahlte nur heiße Luft. Immer wieder versuchten Michael Dajan (19) und Yaniv Vilner (20), den Weg durch die gelb gekleidete Abwehr zu finden, aber Joao Antunez im Tor der Yellows hatte einen dieser Abende, an denen man ahnt, dass er heute nicht überwunden wird. "Ich hatte das Gefühl, der Ball mag mich einfach", scherzte der Keeper.

Trainer Kula Shaker - ja, er heißt wirklich so - saß an der Seitenlinie und trommelte im Takt seines Namens mit den Fingern auf die Coachingzone. "Wir haben kompakt gestanden und auf Konter gelauert", erklärte er nach dem Spiel, "und ehrlich gesagt: Das war so geplant, auch wenn’s manchmal nicht so aussah."

Sein Gegenüber Marco Maciadi wirkte weniger gelassen. "Wir hatten das Spiel unter Kontrolle", knurrte er, "nur eben nicht den Ball im Tor." Eine treffende Analyse, die man sich als Wandtattoo ins Vereinsheim hängen könnte.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte: Ramat PKI kombinierte bis zum Strafraum, Herzliya konterte gefährlich. Besonders auffällig: die Flügelstürmer, die Trainer Shaker zur Pause angewiesen hatte, "endlich mal den Turbo einzuschalten". Alexander Williamson und Connor Thuringer wirbelten die rechte Seite auf, als wollten sie das Stadion neu tapezieren.

In der 66. Minute kam Bewegung in die Bank: Tiago Antonio ersetzte den jungen Ohayon, Daniel Ben kam für Miroslav Pacanda. Eine doppelte Frischzellenkur, die das Spiel endgültig in die gelbe Richtung kippte. Während Ramat PKI weiter Pässe sammelte wie Briefmarken, machten die Yellows das, was Pokalmannschaften tun müssen - sie trafen.

85. Minute: Ecke für Herzliya. Joseba Beto verlängert per Kopf, und aus dem Hintergrund - fast wie ein verspäteter Überraschungsgast - rauscht Rechtsverteidiger Jose Peyroteo heran und hämmert das Leder ins Netz. 2:0, die Entscheidung. Peyroteo jubelte, als hätte er gerade den Jackpot geknackt. "Ich hab’ einfach gehofft, dass Beto den Ball berührt", sagte er. "Wenn nicht, hätte ich ihn einfach selbst reingetragen."

Danach war die Luft raus - bei den Gästen wie bei den Zuschauern, die sich schon auf das Halbfinale freuten. Herzliya hatte am Ende 17 Torschüsse zu verzeichnen, Ramat PKI neun, und obwohl die Gäste mehr Ballbesitz hatten, wirkten sie über weite Strecken wie eine Band ohne Refrain.

In der Nachspielzeit durfte sogar der junge Keeper Rafael Tal noch ran, vermutlich, um später seinen Enkeln erzählen zu können, dass er beim historischen Viertelfinaleinzug auf dem Platz stand. "Ich hab keine Parade gebraucht", lachte Tal, "aber Hauptsache, ich war dabei."

Am Ende war es ein verdienter Sieg, vielleicht nicht schön, aber wirkungsvoll - wie ein Espresso nach Mitternacht. Trainer Shaker fasste es trocken zusammen: "Im Pokal zählt kein Schönheitspreis. Nur das Weiterkommen - und das Bier danach."

Und so zogen die Herzliya Yellows unter Applaus in die Kabine, während ihre Fans sangen, als stünde der Pokal schon im Wohnzimmer. Ganz so weit ist es noch nicht - aber wenn sie weiter so effizient treffen wie an diesem Abend, könnte es bald heißen: Herzliya hebt den Pokal.

Oder, wie es Beto beim Hinausgehen sagte, mit einem Augenzwinkern: "Noch zwei Spiele - dann glaub ich’s vielleicht selbst."

25.06.643993 11:52
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Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.
Berti Vogts
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