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Herzliya stolpert, Ramat Gan tanzt: Die Reds siegen 2:1 im heißen Küstenduell

Es war ein Abend, der in Herzliya wohl noch länger diskutiert werden wird - in den Cafés, auf den Balkonen und vermutlich auch in der Kabine von Trainer Kula Shaker. Seine "Yellows" hatten alles in der Hand, den besseren Ballbesitz (knapp 52 Prozent), den lauteren Anhang (43.500 Zuschauer) und eine frühe Führung. Und doch jubelten am Ende die Gäste aus Ramat Gan über ein 2:1, das so zäh errungen war wie ein Kaugummi unter der Schuhsohle.

Dabei begann alles nach Plan für die Hausherren: In der 12. Minute setzte der flinken Flügelspieler Connor Thuringer zu einem dieser Läufe an, bei denen man ahnt, dass gleich etwas passiert. Seine Flanke fand den Kopf von Joseba Beto, der wuchtig einköpfte - 1:0. Der Jubel im Stadion war ohrenbetäubend, und Beto riss die Arme hoch, als wollte er sagen: "Seht ihr, so einfach ist Fußball!" Doch das Spiel war es nicht.

Denn Ramat Gan antwortete mit jener Hartnäckigkeit, die man nur aus Vereinen kennt, die keine Schönheitspreise, aber Punkte sammeln wollen. In der 28. Minute drehte sich Cesar Varela nach Zuspiel von Awigdor Ariav an der Strafraumkante einmal um die eigene Achse und schob den Ball mit stoischer Ruhe ins rechte Eck. 1:1 - und auf der Yellows-Bank flogen die Kaffeebecher. "Wir haben uns da hinten etwas zu sicher gefühlt", knurrte Kapitän Tiago Antonio später. "Und Sicherheit ist bekanntlich der erste Schritt zur Unsicherheit."

Nach der Pause dann der Moment, der das Spiel kippte: 46. Minute, kaum war der Tee verdaut, da tauchte der 22-jährige Jigael Scharanski allein vor Torwart Joao Antunez auf. Wieder war Varela beteiligt, diesmal als Vorbereiter. Scharanski blieb cool und machte das, was Mittelstürmer tun sollten: den Ball ins Netz legen. 2:1 für die Reds - und von da an begann das große Zittern auf beiden Seiten.

Herzliya drückte, rannte, fluchte. 15 Torschüsse standen am Ende auf dem Statistikzettel, aber die Latte, Torwart Otto Uggla und der eigene Übermut standen im Weg. Besonders Daniel Ben, der quirlige Rechtsaußen, hätte sich in der 61. Minute unsterblich machen können, traf aber nur das Fangnetz. "Ich hab’ den Wind unterschätzt", scherzte er nach dem Spiel, "oder der Wind mich." Zwei Gelbe Karten in der Schlussphase - eine für ihn, eine für den robusten Rechtsverteidiger Jose Peyroteo - zeigten, wie sehr die Nerven blank lagen.

Ramat Gan dagegen verteidigte mit der Gelassenheit eines Teams, das sich an solche Situationen gewöhnt hat. Trainer John Porno - ja, so heißt er wirklich, und ja, jeder Journalist macht denselben Witz - grinste in der Pressekonferenz: "Ich sage meinen Jungs immer, Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Heute waren wir hässlich und erfolgreich." Und während er das sagte, konnte man ihm kaum widersprechen.

Kula Shaker hingegen wirkte, nun ja, etwas entgeistert. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber Kontrolle ist nichts wert, wenn du das Tor nicht triffst", meinte er mit einem ironischen Schulterzucken. Auf die Frage, was er in der Trainingswoche ändern wolle, antwortete er nur trocken: "Vielleicht alles außer den Trikots."

Taktisch war es ein Duell der Spiegelbilder: Beide Teams begannen offensiv, beide setzten auf Konter, beide spielten mit starker Aggressivität. Doch während Ramat Gan im Verlauf kompakter blieb, verloren die Yellows nach der Pause etwas die Struktur. Erst in den letzten 20 Minuten wechselte Shaker auf Flügelspiel und Pressing - spät, vielleicht zu spät.

Die Zuschauer sahen dafür ein Spiel, das trotz der knappen Niederlage unterhaltsam war. Ein paar Fans pfiffen, andere applaudierten, alle spürten: Diese Partie hatte etwas von einem Lehrstück - über Effektivität. Zwei Chancen, zwei Tore für Ramat Gan. Viele Chancen, ein Tor für Herzliya.

Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten die Reds-Spieler sich lachend ab. Scharanski, der junge Held des Abends, sagte mit einem Grinsen: "Ich wollte eigentlich flanken. Zum Glück hab’ ich’s mir anders überlegt." Und während die Herzliya-Spieler mit hängenden Köpfen in die Kabine trotteten, sangen die mitgereisten Fans der Reds auf den Rängen - laut, falsch, aber glücklich.

Vielleicht war es kein glanzvolles Spiel. Aber es war eines dieser typischen Ligaduelle, die mehr über Charakter als über Technik erzählen. Und so bleibt nach 90 Minuten ein Fazit: Herzliya spielt schön, Ramat Gan gewinnt. Und Schönheit, das wissen wir alle, steht selten auf der Anzeigetafel.

11.09.643990 06:52
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