Haaretz Sports
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Herzliya glänzt im Duell der Gelben - 3:0 gegen Jerusalem

Es war ein Abend, an dem in Herzliya die Sonne zwar unterging, aber die Lichter im Stadion umso heller leuchteten. 43.453 Zuschauer erlebten ein Spiel, das früh entschieden wurde - und in dem die "Yellows" aus Herzliya ihren Namensvettern aus Jerusalem eindrucksvoll zeigten, was Effizienz bedeutet. Am Ende stand ein verdienter 3:0‑Erfolg, der so klar war, wie es das Ergebnis vermuten lässt - auch wenn die Ballbesitzstatistik (46 zu 54 Prozent) eine andere Geschichte erzählen will.

Schon in der achten Minute platzte der Jubel aus den Rängen: Der erst 19‑jährige Gai Jadin, ein Mittelfeldspieler mit der Unbekümmertheit eines Straßenfußballers, zog aus 18 Metern ab - und der Ball küsste die Unterkante der Latte, bevor er ins Netz klatschte. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Jadin nachher, "aber manchmal hat der Ball eben eigene Pläne." Der Assist kam vom wuchtigen Elias Keller, der an diesem Abend ohnehin an fast allem beteiligt war, was gefährlich wurde.

Jerusalem begann gar nicht schlecht, hatte in der fünften Minute durch Ricardo Maniche sogar den ersten Torschuss, doch dann kam die kalte Dusche: Nur sechs Minuten nach Jadins Treffer legte Valentin Hreidarsson nach. Nach einem butterweichen Zuspiel von Benyamin Neumann nahm er den Ball aus der Luft - ein technisches Kabinettstückchen, das Trainer Kula Shaker später als "Kunstwerk mit Ansage" bezeichnete. 2:0 nach 14 Minuten, und man ahnte: Das wird ein langer Abend für Jan Mayers Team.

"Wir hatten eigentlich mehr Ballbesitz, aber irgendwie immer den Ball an der falschen Stelle", seufzte Jerusalems Kapitän Fritz Naphtali später. Es klang philosophisch - und war doch die nüchterne Wahrheit. Denn während die Gäste den Ball laufen ließen, ließ Herzliya die Tore sprechen.

Kurz nach der Pause kam dann der endgültige Stich ins Herz der Gäste: 46. Minute, wieder Neumann über links, wieder eine präzise Hereingabe, diesmal verwertet von Elias Keller höchstpersönlich. Der Mittelstürmer tauchte zwischen zwei Verteidigern auf, als hätte er sich aus dem Nebel materialisiert - 3:0, Spiel entschieden, Jerusalem kollektiv ratlos.

"Da war alles drin, was man als Trainer liebt: Tempo, Wille, Timing", schwärmte Kula Shaker und strich sich zufrieden über den Bart. "Nur Ingvar hätte ich gern etwas ruhiger gesehen." Gemeint war Innenverteidiger Ingvar Anderson, der schon in der 16. Minute Gelb sah - und in der 61. dann mit Gelb‑Rot vom Platz musste. "Ich wollte nur den Ball treffen", verteidigte er sich später, "aber der Ball war schneller weg als gedacht."

Selbst in Unterzahl geriet Herzliya kaum ins Wanken. Der junge Torhüter Joao Antunez wurde nur selten geprüft, und wenn, dann parierte er mit einer Gelassenheit, die einem Yoga‑Lehrer gut zu Gesicht stünde. Jerusalem kam zwar auf sechs Torschüsse, doch keiner davon fand den Weg ins Tor.

In der 87. Minute dann ein kleiner Schreckmoment für die Gastgeber: Rechtsaußen Connor Thuringer ging nach einem Zweikampf zu Boden, musste verletzt raus. "Nur eine Prellung", winkte er später aus der Kabine. Miroslav Pacanda kam für ihn und fügte sich mit zwei beherzten Sprints nahtlos ein - die Fans feierten ihn, als hätte er das 4:0 erzielt.

Als Schiedsrichter Ben‑David nach 93 Minuten abpfiff, war die Statistik eindeutig: 20:6 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, drei Tore, ein Platzverweis - und eine ganze Stadt im Freudentaumel.

"Das war ein Statement", sagte Elias Keller nach dem Spiel, während er sich mit einem Eisbeutel den Oberschenkel kühlte. "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur über den Ballbesitz kommen, sondern über Herz, Kampf und ein bisschen Chaos." Trainer Shaker nickte: "Ich mag Chaos, solange es organisiert ist."

Jan Mayer, der Coach der Jerusalemer, nahm es sportlich: "Wir hatten mehr Ball, sie mehr Tore - das ist leider immer noch die falsche Reihenfolge."

So verließen die Zuschauer zufrieden das Stadion, die Kinder trugen Pappschilder mit Jadins Namen, und irgendwo auf der Pressetribüne summte jemand eine alte Melodie über goldene Zeiten. Herzliya hat an diesem Abend gezeigt, dass Glanz und Gelb zusammenpassen - zumindest, wenn man drei Tore schießt und keines kassiert.

Und wer weiß: Vielleicht erzählen sie in Herzliya bald, dass an jenem Märztag 2026 nicht nur ein Spiel gewonnen wurde, sondern ein kleiner Traum begann - von einer Saison, in der alles möglich scheint. Bis dahin darf Kula Shaker getrost lächeln. Seine Mannschaft hat geliefert.

08.01.643994 09:12
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