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Heidenheim siegt spät gegen Linx - Zwei späte Stiche entscheiden das Spiel

Ein kalter Montagabend in Linx, 20:15 Uhr, Flutlicht an, Bratwurst in der Hand - und 5671 Zuschauer hoffen, dass ihr SV gegen den favorisierten 1. FC Heidenheim etwas Zählbares holt. Am Ende stand ein 0:2 auf der Anzeigetafel - und der bittere Beigeschmack, dass es bis kurz vor Schluss gar nicht so schlecht aussah.

Schon früh zeigte sich, dass Heidenheim den Ball lieber hat als der Gegner. 53 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse - das klang später in der Statistik so nüchtern, wie es in der Realität aussah: Die Gäste bestimmten das Spiel, aber sie bissen sich lange an der Linxer Abwehr fest. "Wir wollten sie laufen lassen, bis sie müde werden", erklärte Michal Dickschat, der Coach der Hausherren, nach der Partie mit einem ironischen Grinsen. "Hat fast funktioniert - leider nur fast."

Die erste Halbzeit war ein Lehrstück in Geduld. Heidenheim schoss aus allen Lagen: Bosworth in der 13. Minute, Ames kurz darauf, Andone mit zwei gefährlichen Kopfbällen. Aber Linx hielt dagegen. Vor allem Keeper Oscar Haase wurde zum Publikumsliebling des Abends. Mit Katzenreflexen parierte er Schüsse, die man eigentlich schon drin gesehen hatte. "Ich hatte das Gefühl, der Ball wollte mich heute einfach mögen", lachte Haase später.

Für den SV Linx war es allerdings kein ruhiger Abend: Schon in der 10. Minute sah der junge Dieter Wagner Gelb - wohl mehr aus jugendlicher Begeisterung als aus Bosheit. Kurz darauf musste der 19-jährige Detlev Miller verletzt raus, was Trainer Dickschat zu einem frühen Wechsel zwang. "So früh hatte ich den Kaffee noch nicht mal ausgetrunken", murrte er später halb im Spaß.

Nach der Pause dann der große Auftritt von Heidenheims Filippo Carpanzano - allerdings keiner, den er in Erinnerung behalten möchte. Erst Gelb in der 47. Minute, dann Gelb-Rot in der 53. "Ich wollte nur den Ball treffen", beteuerte er nach dem Spiel. Sein Trainer Tino Körber kommentierte trocken: "Er hat ihn ja auch getroffen - nur war da vorher noch ein Gegner im Weg."

Eigentlich hätte das die Gelegenheit für Linx sein müssen, das Spiel zu drehen. Doch statt mit einem Mann mehr zu glänzen, kam die Heidenheimer Offensivmaschine erst richtig ins Rollen. Linx schien unsicher: Pässe kamen nicht an, der Ball versprang, und die Angriffe endeten meist irgendwo zwischen Mittelkreis und gegnerischem Strafraum.

Dann die 78. Minute: Linus Schmitt holt einen Heidenheimer rustikal von den Beinen - der Schiedsrichter zögert keine Sekunde, Rot. Zehn gegen zehn, das Spiel wieder offen. "Ich hab den Ball gesehen. Leider war er hinter dem Spieler", gestand Schmitt mit rotem Kopf nach dem Abpfiff.

Und dann kam die kalte Dusche: In der 82. Minute war es Juriaan Ganesvoort, der nach einer präzisen Flanke von Walther Albrecht den Bann brach. 0:1 - und das Stadion verstummte. Drei Minuten später legte Innenverteidiger Gabriel Andone nach, ebenfalls nach Vorarbeit von Albrecht. Zwei Tore in drei Minuten, und Linx stand da wie ein Boxer, der zwei schnelle Haken kassiert hatte.

Heidenheim spielte die letzten Minuten souverän herunter, während Linx in der Nachspielzeit noch einmal durch Wolfgang Seitz eine Mini-Chance hatte. Doch der Ball flog genauso weit über das Tor wie die Hoffnung auf einen Punktgewinn.

Nach dem Spiel lobte Heidenheims Trainer Körber seine Mannschaft: "Wir haben Geduld bewiesen, auch wenn wir es uns schwer gemacht haben. Am Ende zählen drei Punkte - und die haben wir." Linx-Coach Dickschat dagegen nahm es mit Galgenhumor: "Wenn du gegen Heidenheim 80 Minuten mithältst und dann verlierst, musst du dich fragen: Warum nicht 90? Vielleicht lag’s am Flutlicht."

Fazit: Heidenheim war cleverer, Linx tapfer. Die Gäste zeigten trotz Platzverweises Moral, während Linx am Ende die Kraft und die Ordnung fehlten. 16 Torschüsse zu 4 sprechen eine klare Sprache, auch wenn das Ergebnis lange nicht danach aussah.

Und so gingen die 5671 Zuschauer zwar enttäuscht, aber nicht unzufrieden nach Hause - schließlich hatte ihr SV Linx gekämpft bis zum Schluss. Oder wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn wir jedes Mal so verlieren, komm ich trotzdem wieder."

Ein Satz, der in Linx wohl als Kompliment gilt.

02.06.643993 16:00
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