Anpfiff
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Heidenheim siegt mit Routine - Linx kämpft tapfer, aber vergeblich

An einem kühlen Märzabend in Linx wurde Fußball gearbeitet, nicht zelebriert - und am Ende jubelte der Favorit: Der 1. FC Heidenheim setzte sich am 8. Spieltag der Regionalliga A mit 2:0 (0:0) beim SV Linx durch. Die 5470 Zuschauer sahen eine Partie, die weniger durch Zauberfuß als durch Disziplin, Geduld und ein wenig Cleverness entschieden wurde.

Linx begann mutig, fast übermütig. Schon in der ersten Minute prüfte Detlev Miller Heidenheims Keeper Vincent Lockhart - der Ball rauschte allerdings in die Werbebande, und das war’s dann auch fast mit der Offensivfreude des Heimteams. Trainer Michal Dickschat rief von der Seitenlinie: "Jungs, ruhig bleiben! Wir wollen sie laufen lassen!" Doch das gelang nur bedingt, denn Heidenheim übernahm schon bald das Kommando.

Leo Bosworth, der 33-jährige englische Routinier im Heidenheimer Angriff, hatte in der ersten halben Stunde gefühlt mehr Ballkontakte im Strafraum als Linx im gesamten Spiel. Seine Abschlüsse in der 6., 14., 30. und 31. Minute zwangen Torhüter Oscar Haase zu Glanzparaden - und zu manch verzweifeltem Blick gen Himmel. "Ich hab aufgehört zu zählen, wie oft der Bosworth auf mich gezielt hat", grinste Haase später, "aber wenigstens hat er mich nicht getroffen - bis zur Pause."

Die erste Halbzeit endete torlos, aber nicht ereignislos. Heidenheim hatte 16 Torschüsse, Linx nur vier, und auch der Ballbesitz sprach mit 54 Prozent klar für die Gäste. Trotzdem witterte das Publikum eine kleine Sensation - immerhin hielt der Außenseiter wacker dagegen.

Doch kaum hatten sich die Fans die zweite Stadionwurst geholt, da war’s passiert: In der 46. Minute servierte Mittelfeldstratege Bela Obitz einen butterweichen Pass in den Lauf von Juriaan Ganesvoort. Der Niederländer blieb cool, umkurvte Haase und schob zum 0:1 ein. "Das war einstudiert", erklärte Ganesvoort später stolz. "Bela spielt den Ball blind, ich laufe blind - und am Ende sehen wir beide gut aus."

Linx versuchte zu antworten, aber die Heidenheimer Defensive um Gudmund Lindstrom stand wie ein Betonklotz. Dickschat gestikulierte wild, rief "höher raus!" und klatschte sich kurz darauf entnervt gegen die Stirn, als ein Fehlpass von Bernt Prinz fast das 0:2 einleitete.

In der 78. Minute fiel dann die Entscheidung - wieder nach einem typischen Heidenheimer Angriff über Obitz, diesmal auf die rechte Seite. Benjamin Fairchild nahm Maß und schlenzte den Ball mit der Innenseite ins lange Eck. 0:2, Spiel gelaufen. "Ich hatte kurz überlegt, ob ich querlege", sagte Fairchild schmunzelnd, "aber dann dachte ich mir: Wenn Ganesvoort darf, darf ich auch."

Die letzten zwölf Minuten wurden zu einer Mischung aus Schadensbegrenzung und stiller Verzweiflung. Linus Schmitt versuchte es in der 82. Minute mit einem Kopfball nach Ecke - der Ball flog über das Tor, und ein Zuschauer rief: "Na wenigstens einer, der noch hochspringt!" Das Publikum nahm’s mit Humor, wohlwissend, dass Linx an diesem Abend keinen Punkt verdienen würde, aber immerhin Haltung bewahrte.

Heidenheim-Coach Tino Körber zeigte sich nach dem Abpfiff zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben kontrolliert gespielt, das war kein Feuerwerk, aber ein solider Arbeitssieg. Linx hat’s uns schwer gemacht - und das meine ich ernst." Sein Pendant Dickschat wirkte gefasst: "Wir wussten, dass wir gegen eine Mannschaft mit dieser Erfahrung kaum Fehler machen dürfen. Leider haben wir zwei gemacht - und die reichen auf dem Niveau."

Statistisch war der Unterschied deutlich: 16 zu 4 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Heidenheim, 54 Prozent Ballbesitz. Aber auf dem Platz wirkte es trotzdem lange so, als könnten die Linxer vielleicht doch noch ein Bein dazwischenbekommen - bis Fairchild mit seinem Treffer den Deckel draufsetzte.

Ein kleiner Junge mit Linx-Schal fasste es nach dem Spiel treffend zusammen: "Mama, wir waren gar nicht so schlecht - die waren nur besser." Und genau so war’s.

Ein Arbeitssieg für Heidenheim, ein Achtungserfolg in der Niederlage für Linx. Und am Ende ein Abend, an dem der Fußball wieder einmal zeigte: Manchmal reicht Routine - und manchmal reicht auch Stolz.

31.01.643994 16:10
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