Sportwoche
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Hartbergs alter Fuchs Bremer zerlegt Kohfidisch im Alleingang

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob das Flutlicht in Kohfidisch wirklich hell genug ist - oder ob die Hausherren schlichtweg im Dunkeln tappten. Vor 14.026 Zuschauern feierte der SC Hartberg zum Auftakt der 2. Liga Österreich einen ungefährdeten 3:0-Auswärtssieg, der so souverän war, dass selbst die Anzeigetafel am Ende gähnte. Hauptdarsteller: Florian Bremer, 34 Jahre alt, rechter Flügel, drei Tore, ein Lächeln, das man in der Oststeiermark vermutlich noch tagelang sehen wird.

Schon früh zeichnete sich ab, dass die Gäste aus Hartberg den Takt angeben würden. 57 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse - eine Statistik, die Bände spricht. Kohfidisch, das sich unter Trainer Micha Roost mutig offensiv ausgerichtet hatte, kam zwar auf fünf Schüsse aufs Tor, doch das meiste davon erinnerte eher an freundliche Platzwarte-Tests als an ernsthafte Gefahr.

In der 25. Minute fiel dann das erste Mal der Vorhang: Julian Oliveira, der rechte Außenverteidiger der Hartberger, marschierte die Linie entlang, flankte scharf in den Strafraum - und Bremer stand dort, wo alte Füchse eben stehen. Ein trockener Abschluss, 0:1. Kohfidischs Keeper Kay Brinkmann streckte sich vergeblich, und man hatte das Gefühl, er wusste schon beim Absprung, dass er den Ball nie sehen würde.

"Wir haben die rechte Seite nicht in den Griff bekommen", knurrte Roost nach der Partie. "Aber ich wollte offensiv spielen, nicht Mauern. Jetzt weiß ich, wie sich ein offenes Scheunentor fühlt."

Die Hartberger nahmen das Geschenk dankend an. In der 42. Minute legte Pascal Graf den Ball von rechts in den Rückraum, Bremer lauerte, schob überlegt ein - 0:2. Ein Tor, das so routiniert wirkte, dass man kurz dachte, man sehe eine Wiederholung des ersten Treffers.

Noch vor der Pause holte sich Oskar Hennig von Kohfidisch die einzige Gelbe Karte des Abends ab - vermutlich, um wenigstens einmal im Spielbericht erwähnt zu werden.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Kohfidisch, das Spiel zu drehen. Die Aufstellung blieb offensiv, das Bemühen war redlich, doch der Ball wollte einfach nicht in Richtung Hartberger Tor. Mark Meier, der junge Mittelstürmer, rackerte, kämpfte, rief seinen Kollegen zu: "Einer muss doch mal draufhalten!" - Doch das tat dann leider wieder Bremer, nur auf der anderen Seite. In der 61. Minute schnappte er sich einen abgeprallten Ball, zog trocken ab, 0:3. Spiel, Satz und Sieg.

"Ich hab einfach Spaß am Kicken, und manchmal fällt der Ball eben dreimal richtig", grinste Bremer nach Abpfiff. Sein Trainer - dessen Name die Statistik nicht verriet, aber dessen Grinsen alles sagte - klopfte ihm auf die Schulter: "Mit 34 so zu laufen, da werden sogar die Jungen neidisch."

Kohfidischs Keeper Brinkmann, einer der wenigen Lichtblicke, verhinderte Schlimmeres. Gleich mehrere Male tauchte er blitzschnell ab, parierte Schüsse von Lukas Franke (15., 35., 60.) und Kay Bock (37., 80.). "Wenn der Junge heute nicht gehalten hätte, hätten wir wohl ein Tennisergebnis gesehen", witzelte ein Zuschauer auf der Tribüne.

Die Hartberger Taktik blieb über 90 Minuten diszipliniert - ausgewogen, konzentriert, fast schon stoisch. Kein Pressing, kein wildes Anrennen, einfach cleveres Positionsspiel und effiziente Nutzung der Chancen. Kohfidisch dagegen spielte mutig, aber naiv. Offensiv ausgerichtet, ja, doch ohne Durchschlagskraft. "Wir wollten über die Flügel kommen", erklärte Trainer Roost später, "aber unsere Flügel waren heute eher aus Papier."

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten auch die heimischen Fans - höflich, fast erleichtert. Sie wussten: Das war kein Tag für die Geschichtsbücher, aber einer, aus dem man lernen kann.

Statistisch gesehen war Hartberg in allen Belangen überlegen: mehr Schüsse, mehr Ballbesitz, bessere Zweikampfquote (55 Prozent). Kohfidischs Spieler wirkten nach dem 0:3 wie Schuljungen nach einer Mathearbeit - sie wussten, dass sie ihr Bestes gegeben hatten, aber das Ergebnis sprach eine andere Sprache.

"Am Ende war’s Lehrgeld", resümierte Roost, während er mit verschränkten Armen in die Flutlichtnächte starrte. "Aber lieber jetzt als im Abstiegskampf."

Und Florian Bremer? Der verabschiedete sich mit einem Augenzwinkern: "Ich bin eigentlich Verteidiger im Herzen - aber wenn keiner schießt, muss ich halt ran."

So endete dieser Auftaktabend mit einem alten Hasen, der drei Treffer erzielte, und einem jungen Team, das sich tapfer wehrte - aber gegen Hartbergs Routine schlicht keine Chance hatte.

Ein kleiner Trost für Kohfidisch: Schlechter kann’s beim nächsten Mal kaum laufen. Und was den SC Hartberg angeht - wenn Bremer weiter so trifft, werden in der 2. Liga bald ganz andere Mannschaften das Flattern kriegen.

11.11.643993 16:22
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