Haaretz Sports
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Hapoel Ramat PKI zerlegt Tirat Carmel - ein 4:0 mit Ansage

Es war einer dieser Abende, an denen man schon beim Anpfiff spürt, dass etwas in der Luft liegt - und das nicht nur der Grillgeruch aus den Fanblocks. 54.269 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Hapoel Ramat PKI wurden Zeugen eines Spiels, das früh entschieden war, aber bis zur letzten Minute mit Charme, Tempo und einer Prise Selbstironie glänzte.

Bereits in der 5. Minute klingelte es zum ersten Mal: Alfonso Djalo, Hapoels quirliger Rechtsaußen mit der Präzision eines Uhrmachers, traf nach Vorarbeit von Tyler Marshal zum 1:0. "Tyler hat mir den Ball so serviert, ich musste nur noch höflich bedanken", grinste Djalo nach dem Spiel. Trainer Marco Maciadi brüllte da noch Anweisungen, die ohnehin niemand verstand - weder Spieler noch Journalisten. Aber er hatte früh das gute Gefühl: "Heute läuft’s."

Tirat Carmel FC, trainiert von Babsi Klemm, versuchte, die Flügel zu nutzen, doch ihre Offensive blieb so harmlos wie eine nasse Wunderkerze. Sigurd Carlsen schoss in der 10., 13. und 35. Minute auf das Tor, aber Hapoel-Keeper Santiago Pero, gerade einmal 20 Jahre jung, hielt jeden Ball fest, als wäre es sein Smartphone.

Die erste Halbzeit endete 1:0, und während die Heimfans schon den Pausentee besangen, rauften sich die Gäste die Haare. "Wir wollten offensiv spielen, aber offenbar war das nur ein Wunsch ans Christkind", seufzte Klemm später.

Nach der Pause ging’s dann richtig los. In der 61. Minute trat Rechtsverteidiger Emil Gruew plötzlich wie ein verkappter Mittelstürmer auf - Schuss, Tor, 2:0! Der 18-jährige Arik Tabenkin hatte zuvor den Ball perfekt aufgelegt. Gruew, der kurz darauf Gelb sah, kommentierte trocken: "Ich wollte zeigen, dass auch Verteidiger Gefühle haben."

Tirat Carmels Bemühungen wirkten derweil zunehmend verzweifelt. In der 74. Minute wieder Gruew, diesmal nach Vorlage von Eyal Mordechai - 3:0, und das Stadion vibrierte. Maciadi drehte sich zum vierten Offiziellen und fragte, halb im Spaß: "Kann man dafür schon Punkte doppelt zählen?"

Als dann in der 80. Minute Tyler Marshal selbst zuschlug, nach einem Eckball von Matan Rabin, war die Sache endgültig durch. 4:0, und Tirat Carmels Torwart Georg Danielsen lag kurz darauf verletzt am Boden - ein Abend zum Vergessen für ihn. Ersatzkeeper Edward Whitman kam rein, sah die letzten Minuten und schüttelte den Kopf: "Ich hab selten so viele Gesichter voller Staunen gesehen - leider unsere eigenen."

Statistisch war das Ganze eine klare Angelegenheit: 58,9 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüsse für Hapoel, gerade mal 7 auf der Gegenseite. Die Zweikampfquote von 55 zu 45 Prozent rundete das Bild ab. Hapoel spielte "balanciert, aber mit Biss", wie Maciadi es später nannte. Tirat Carmel blieb zwar offensiv ausgerichtet, aber ihr Flügelspiel verpuffte - vielleicht, weil kein Wind ging an diesem lauen Februarabend.

Und doch: Trotz des klaren Ergebnisses war das Spiel kein seelenloses Schaulaufen. Es war emotional, laut und manchmal sogar komisch. Nach dem dritten Treffer hörte man aus der Gästekurve ein resigniertes "Jetzt hilft nur noch Beten" - worauf ein Hapoel-Fan trocken zurückrief: "Tut uns leid, Gott spielt heute rechts außen."

Babsi Klemm suchte nach dem Spiel die positiven Worte: "Wir haben Charakter gezeigt. Leider hat der Charakter den Ball nicht getroffen." Ein Satz, der wohl Eingang in die Zitatensammlung der Saison finden dürfte.

Für Hapoel Ramat PKI war es dagegen ein Abend, an dem alles passte. Vier Tore, vier verschiedene Vorlagengeber, und ein Publikum, das am Ende im Takt der Siegesserie klatschte. "Wir wollten ein Zeichen setzen", sagte Torschütze Marshal, "und falls jemand es überhört hat - das war laut genug."

Ironischerweise blieb Hapoel trotz ihrer aggressiven Grundhaltung fair - nur eine Gelbe Karte, keine Rudelbildung, kein überflüssiges Drama. "Das Schönste war, dass wir Spaß hatten", meinte der junge Arik Tabenkin, sichtlich stolz.

Das 4:0 (1:0) lässt Hapoel weiter oben in der Tabelle mitmischen, während Tirat Carmel an diesem Abend wohl mehr über Erste Hilfe als über Taktik nachdenken musste. Manchmal ist Fußball eben einfach: Wer trifft, gewinnt. Und wer viermal trifft, darf auch ein bisschen tanzen.

Und so tanzte Hapoel in die Nacht - während Tirat Carmel wohl noch den Bus suchte.

07.11.643990 15:12
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Ottmar Hitzfeld ist noch nie auf die Tribüne verbannt worden, ich auch nicht. Aber bei mir wird es sicher nicht mehr lange dauern.
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