Sportwoche
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Halleiner Jungspunde zerlegen Dietach - 4:2 im Feuerwerk der Talente

Wenn man am 12. Spieltag der 4. Liga Österreich (3. Div) ins Stadion nach Hallein kam, konnte man sich warm anziehen - nicht nur wegen der Januarkälte, sondern wegen der heißen Show, die die Teenie-Truppe von Trainer Herbert Krunkel auf den Rasen zauberte. 5113 Zuschauer bekamen ein Spektakel geboten, das man in der Regionalliga nicht alle Tage sieht: 4:2 gewann der FC Hallein gegen den favorisierten Gast aus Dietach, und das schon nach einer ersten Halbzeit, die an ein Feuerwerk erinnerte.

Es war kaum der Anpfiff verklungen, da zappelte der Ball schon im Netz. Ganze 50 Sekunden waren gespielt, als der 19-jährige Sven Lorenz nach feinem Zuspiel von Harrison Willoughby den Ball trocken ins lange Eck schob. "Ich war selbst überrascht, dass der Platz so frei war", grinste Lorenz später. "Ich dachte erst, das sei ein Abseits-Tricktraining."

Dietach antwortete prompt. In der 6. Minute zeigte Salvatore Di Iorio, dass auch er ein feines Füßchen hat. Nach Vorlage von Liam Schade jagte er den Ball aus 18 Metern in den Winkel - 1:1, und das Spiel war wieder offen. Doch nur kurz. Hallein hatte die jugendliche Unbekümmertheit auf seiner Seite, und die zeigte sich in der 14. Minute: Der 18-jährige Fabio Lorusso traf nach schönem Pass von Niels Baur, der wiederum nur ein Jahr älter ist. "Wenn man so jung ist, denkt man nicht viel nach - man schießt einfach", sagte Lorusso, während er sich noch die Stutzen richtete.

Und als ob das nicht genug war, legte der 17-jährige Engländer Harrison Willoughby in der 18. Minute selbst nach. Nach einer butterweichen Flanke von Linksverteidiger Niklas Herzog drückte der Blondschopf den Ball per Kopf zum 3:1 über die Linie. Dietachs Trainer brüllte da schon "Wir müssen wach werden!", aber die Halleiner waren längst hellwach.

Das 4:1 fiel in der 30. Minute - wieder durch einen Teenager. Niels Baur, Mittelfeldmotor und Passgeber zuvor, traf diesmal selbst nach Vorarbeit von José Rocha. "Die Jungs haben Spaß, die wissen gar nicht, dass das hier eigentlich ein Pflichtspiel ist", meinte Hallein-Coach Herbert Krunkel später mit einem Augenzwinkern.

Zur Pause war das Spiel praktisch entschieden. Dietach hatte mit 57 Prozent Ballbesitz zwar mehr vom Spiel, aber weniger davon. Ganze vier Torschüsse standen auf ihrer Bilanz - Hallein kam auf 15. Die Gäste wirkten wie ein erfahrenes Orchester, das plötzlich mit Punkrock konfrontiert wurde.

Nach dem Seitenwechsel schaltete Hallein einen Gang zurück, Dietach suchte verzweifelt den Anschluss. In der 42. Minute musste Marvin Hase verletzt raus, für ihn kam Routinier Nils Schrader, der später (54.) prompt Gelb sah. Kurz darauf folgte Teamkollege Curt Naumann (60.) - die Frustration stand den Dietachern ins Gesicht geschrieben. "Wir haben uns in der ersten Halbzeit überrollen lassen", gestand Naumann nach dem Abpfiff. "Da war jeder Halleiner doppelt so schnell - und halb so alt."

In der 67. Minute gelang immerhin Ergebniskosmetik: Johannes Wolter, der 32-jährige Rechtsaußen, verwertete eine Flanke von Liam Schade zum 4:2. Mehr ließ Hallein nicht zu - auch wenn Abwehrmann Leo Hoskins noch für unnötige Spannung sorgte. Erst Gelb in der 82., dann Gelb-Rot in der 89. Minute. "Er wollte wohl zeigen, dass er auch Emotion hat", kommentierte Trainer Krunkel trocken. "Aber das kann er das nächste Mal bitte beim Jubeln machen."

Die Schlussphase war ein Mix aus jugendlicher Übermotivation und routinierter Abwicklung. Der eingewechselte 17-jährige Niels Marx prüfte in der 87. Minute noch einmal den Dietacher Keeper Tomas Meyer, bevor der Schiedsrichter die Show beendete.

Statistisch liest sich das Spiel wie ein Lehrbuch für Effizienz: 42,8 Prozent Ballbesitz, aber vier Tore. Dietach dagegen 57,2 Prozent und nur zwei Treffer - Mathematik, die jedem Trainer Kopfschmerzen bereitet.

Nach dem Spiel klopften sich die Halleiner gegenseitig auf die Schultern, als hätten sie gerade einen Pokal geholt. "Das war kein Zufall", sagte Kapitän José Rocha. "Wir trainieren auf Tempo und Mut - und heute haben wir beides gezeigt."

Dietachs Coach (der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollte) fasste es resigniert zusammen: "Wenn dich eine Kindergartentruppe so auskontert, dann weißt du, dass du Probleme hast."

Ein Satz, der wohl noch nachhallen wird.

Hallein dagegen darf träumen - und wenn sie so weitermachen, werden die Jungs bald nicht mehr als Talente gelten, sondern als Titelkandidaten. Oder, wie einer der Fans beim Hinausgehen rief: "So spielt man Fußball, wenn man noch keine Rückenschmerzen hat!"

26.05.643987 11:30
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