Anpfiff
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Hallein stürmt in den Liga-Pokal - 6:4 gegen Liefering!

Ein Fußballabend, wie ihn die 3.377 Zuschauer im altehrwürdigen Halleiner Stadion wohl nicht so bald vergessen werden: Zehn Tore, zwei Gelbe Karten, und eine Abwehrschlacht, die jeder Comedyshow Ehre gemacht hätte. Der FC Hallein besiegte den SC Liefering zum Auftakt der Gruppenrunde des Liga-Pokals mit 6:4 (2:1) - und bewies dabei, dass man auch mit 44 Prozent Ballbesitz und reichlich Chaos im Strafraum glänzen kann.

Es begann turbulent. Bereits in der vierten Minute zappelte der Ball im Netz der Hausherren - Patrick Brückner brachte Liefering nach Vorlage von Altmeister Helmut Siebert in Führung. Halleins Trainer Herbert Krunkel raufte sich da schon die grauen Haare: "Ich dachte, die Jungs hätten verstanden, dass das Spiel erst mit Anpfiff losgeht, nicht fünf Minuten später." Doch wer Krunkel kennt, weiß, dass er auf Rückschläge gerne mit Offensivwut reagiert - und seine blutjunge Truppe tat genau das.

Sven Lorenz, 20 Jahre jung und offenbar frei von jeder Nervenfaser, schlenzte in der 25. Minute den Ball ins lange Eck. Harrison Willoughby, ein quirliger Flügelspieler mit dem Selbstbewusstsein eines Torjägers, hatte den Treffer vorbereitet - und jubelte, als hätte er selbst getroffen. "Ich hab’s gespürt, dass Sven das Ding macht. Der Typ schießt wie im Videospiel", grinste Willoughby später.

Kurz vor der Pause drehte der FC Hallein das Spiel komplett. Joel Carter, der rechte Wirbelwind, traf in der 37. Minute nach feiner Vorarbeit von Martin Deroeck - und das Stadion stand Kopf. 2:1 zur Halbzeit, obwohl Liefering mehr Ballbesitz hatte und technisch überlegen wirkte. "Fußball ist kein Schönheitswettbewerb", brummte Krunkel in der Pause, "sonst hätten wir verloren."

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel ein offener Schlagabtausch. Philip Schüler glich in der 49. Minute für Liefering aus, nach einem präzisen Pass von Jannick Funk. Vier Minuten später drehte Funk selbst auf und knallte den Ball zum 3:2 für die Gäste unter die Latte. Halleins Torwart Pal Zele sah dabei so unbeweglich aus, als hätte ihn jemand per Fernbedienung auf Pause gedrückt.

Doch dann begann die große Halleiner Antwort - und was für eine. Miroslav Cabala (57.) und Harrison Willoughby (58.) trafen im Doppelpack, beide nach mustergültiger Vorarbeit von Martin Deroeck, der an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, seine Mitspieler glänzen zu lassen. "Ich mach lieber die Pässe, die in Erinnerung bleiben", sagte der 20-Jährige später mit einem Augenzwinkern.

Als Hjalmar Gudjohnsen in der 62. Minute für Liefering den Anschluss zum 5:4 erzielte, witterten die Gäste wieder Hoffnung. Doch Hallein ließ sich nicht mehr aus dem Tritt bringen. Joel Carter (69.) und erneut Miroslav Cabala (74.) sorgten für den Endstand von 6:4. Der letzte Treffer war besonders sehenswert: Eine Flanke von Linksverteidiger Emilio Garcia, der sich trotz einer Gelben Karte in der 87. Minute als Dauerläufer erwies, landete punktgenau auf Cabalas Kopf - und der Rest war Jubelorgie.

"Das war wild, aber schön", fasste Trainer Krunkel nach dem Spiel zusammen. "Wir wollten offensiv spielen - dass wir gleich sechs Tore machen, hatte ich allerdings nicht bestellt." Auf der anderen Seite wirkte Lieferings Coach (dessen Name in den Unterlagen verschollen blieb) durchaus zerknirscht. "Zehn Tore in einem Spiel - das ist nichts für schwache Herzen. Aber unsere Defensive war heute wohl noch in der Winterpause."

Statistisch gesehen hatte Liefering mit 55,7 Prozent Ballbesitz und neun Schüssen aufs Tor leichte Vorteile, doch Hallein war gnadenlos effizient: 14 Schüsse, sechs Treffer. Die jungen Wilden aus Hallein spielten, als ginge es um den letzten Platz in der Mensa-Schlange - schnell, frech, furchtlos.

Als die Flutlichtlampen langsam erloschen, rief ein Halleiner Fan Richtung Trainerbank: "Herbert, so spielen wir um den Pokal, oder?" - Krunkel winkte ab: "Einen Schritt nach dem anderen. Aber wenn’s so weitergeht, muss ich mir bald eine Sonnenbrille holen - das Glänzen dieser Jungs blendet."

Ein verrückter, herrlicher Fußballabend in Hallein. Zehn Tore, junges Herzblut und ein Trainer, der wieder Hoffnung schnuppert: Der FC Hallein ist bereit für den Pokal - und vielleicht auch für ein paar neue graue Haare seines Coaches.

22.06.643990 00:53
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