Anpfiff
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Hallein feiert Fußballfest - 3:0 gegen Bischofshofen

Es war einer dieser Abende, an denen in Hallein der Fußball wieder einmal mehr war als nur ein Spiel. Vor 2503 Zuschauern im ehrwürdigen Stadion an der Salzach zeigte der FC Hallein beim 3:0 über den SK Bischofshofen, dass Leidenschaft, Mut und ein bisschen jugendlicher Übermut manchmal mehr zählen als Ballbesitzstatistiken.

Dabei hatte es zunächst gar nicht so ausgesehen, als würde der Abend für die Hausherren so glanzvoll enden. Bischofshofen begann mit leichtem Übergewicht im Mittelfeld, hatte am Ende sogar 52 Prozent Ballbesitz - aber das war so aussagekräftig wie die Wettervorhersage am Alpenrand. Denn Hallein spielte schnörkellos, geradlinig und mit einer Energie, die Trainer Herbert Krunkel nach Abpfiff mit einem schiefen Lächeln kommentierte: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen einfach Spaß haben. Offenbar haben sie das wörtlich genommen."

Die ersten Minuten gehörten dem 18-jährigen Fabio Lorusso, der gleich dreimal gefährlich abzog (1., 10., 16. Minute) und Bischofshofens Keeper Frank Neumann früh ins Schwitzen brachte. "Ich dachte schon, der Ball will heute nicht rein", grinste Lorusso später, "aber dann hat Noah den Bann gebrochen."

Und tatsächlich: In der 39. Minute war es der pfeilschnelle Noah Gebhardt, ebenfalls 18, der nach feiner Vorlage von Martin Deroeck den Ball ins lange Eck schlenzte - 1:0! Kaum hatten die Fans den Torjubel beendet, klingelte es erneut: Nur drei Minuten später (42.) drehte Deroeck den Spieß um und traf selbst, diesmal nach Zuspiel von Dirk Petersen. Hallein spielte nun wie entfesselt, Bischofshofen wusste zeitweise nicht, wo vorne und hinten war.

"Zwei Tore in drei Minuten - das war wie ein Stromschlag", seufzte SKB-Kapitän Leon Noack, der in der 73. Minute dann auch noch Gelb sah, nachdem er Walter Beyer an der Außenlinie umpflügte. "Ich wollte nur den Ball treffen", sagte er anschließend mit einem Grinsen, das mehr Entschuldigung als Überzeugung war.

In der zweiten Halbzeit blieb das Bild gleich: Bischofshofen durfte den Ball streicheln, Hallein aber spielte Fußball. 21 Torschüsse standen am Ende auf der Statistiktafel - gegen mickrige sechs der Gäste. Der junge Klaus Bode, gerade einmal 17 Jahre alt, hätte sich schon früher in die Torschützenliste eintragen können, scheiterte aber mehrfach an Neumann. "Ich hab mir gesagt: Wenn’s nicht in der 49. klappt, dann halt in der 93.", lachte Bode nach dem Spiel. Gesagt, getan: In der Nachspielzeit schloss er eine butterweiche Flanke von Petersen eiskalt zum 3:0 ab - Deckel drauf, Party an.

Der Rest war Jubel, Gesang und ein überforderter Ordner, der versuchte, ein paar euphorische Jugendliche vom Spielfeldrand fernzuhalten. Trainer Krunkel nahm’s gelassen: "Wenn man 3:0 gewinnt, darf man ruhig ein bisschen durchdrehen. Ich war in dem Alter auch nicht besser."

Und Bischofshofen? Trainer Markus Huber (der sich an diesem Abend lieber unauffällig Richtung Kabine verzog) hätte wohl einiges zu sagen gehabt, etwa über die fehlende Durchschlagskraft seines Teams oder die merkwürdig schlafmützige Abwehrarbeit in Halbzeit eins. Aber er schwieg. Vielleicht war das auch besser so.

Einen kleinen Schönheitsfehler leistete sich Hallein dennoch: In der 82. Minute sah der eingewechselte Niclas Schöne Gelb, weil er einen Freistoß zu enthusiastisch blockierte. Der Schiedsrichter grinste nur und sagte sinngemäß: "Alles gut, Junge, aber das war Basketball."

So endete ein Abend, der für die Halleiner Fans noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Drei Tore, drei verschiedene Torschützen (Gebhardt, Deroeck, Bode), 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe und eine Mannschaft, die Fußball spielte, als hätte sie nie etwas anderes getan. Die jungen Wilden von Trainer Krunkel haben ein Ausrufezeichen gesetzt - und das nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern wegen der Art, wie sie es erspielten.

"Wenn wir so weitermachen", meinte Deroeck beim Abgang, "müssen die Großen bald aufpassen." Und irgendwo in Hallein hallten die Trommeln der Fans noch in der Nacht - nicht vor Kälte, sondern vor Begeisterung.

Kleine Moral des Abends: Ballbesitz gewinnt Statistiken, aber Tore gewinnen Spiele. Und davon hatte Hallein genau drei - völlig verdient.

10.04.643987 03:45
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