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Halcones fliegen, Diablos fallen: Ein 4:2 voller Feuer und Feder

Der zwölfte Spieltag der 1. Liga Guatemala bot an diesem lauen Februarabend alles, was der geneigte Fußballfreund liebt - und manchmal fürchtet: Tore im Minutentakt, gelbe Karten mit Ansage und einen Trainer, der nach Schlusspfiff nur noch den Kopf schütteln konnte. Am Ende jubelten die 28.493 Zuschauer im Estadio de los Halcones über ein 4:2 ihres CD Halcones gegen die Diablos Coatepeque - ein Ergebnis, das so wild war wie der Spielverlauf selbst.

Dabei begann alles ganz nach dem Geschmack der Gäste. Bereits in der 7. Minute drosch Agemar Mocana den Ball nach feinem Zuspiel von Taci Terim ins Netz, als hätte er einen persönlichen Groll gegen das Tornetz. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Mocana später, "und gehofft, dass der Ball nicht auf den Parkplatz fliegt." Ein frommer Wunsch - und ein frühes 0:1 für die Diablos.

Doch die Halcones reagierten, als hätten sie nur auf diese Provokation gewartet. Sechs Minuten später glich Marek Skrtel - nein, nicht jener verteidigende Namensvetter aus Europa, sondern der guatemaltekische Mittelfeldmotor - nach Vorlage von Ansgar Jeppesen zum 1:1 aus. Der Treffer war der Beginn eines wahren Offensivfeuerwerks der Gastgeber.

Die Diablos schienen sich davon kaum irritieren zu lassen. Im Gegenteil: In der 18. Minute stürmte Domingo de Vivar durch die Mitte, flankiert von Christiano Martins, und stellte mit einem wuchtigen Schuss auf 1:2. Trainer Gerd Lässig riss die Arme hoch, als hätte er gerade den Meistertitel gewonnen. "Das war Fußball, wie ich ihn sehen will", rief er Richtung Ersatzbank - fünf Minuten lang sollte er das auch noch wollen.

Denn dann kam der Doppelschlag der Halcones. Jacob Callahan (25.) und erneut Skrtel (29.) drehten das Spiel binnen vier Minuten, jeweils nach mustergültigen Pässen von Vicente Arrondo und Jorge Costinha. Die Gästeabwehr stand da, als hätte sie gerade kollektiv beschlossen, dass Abseitsfallen überbewertet sind. "Wir haben den Überblick verloren", gab Coatepeques Keeper Nelio Costinha später zu, "und Marek hat ihn gefunden - leider."

Das 4:2 fiel noch vor der Pause: Charlie Kirwan, 35 und offenbar mit einem dritten Lungenflügel ausgestattet, setzte nach einer Flanke von Hugo Chalana einen satten Volley ins Eck (35.). Die Halcones flogen nun, die Diablos taumelten.

Die zweite Hälfte brachte keine weiteren Tore, aber reichlich Dramatik. In der 54. Minute humpelte Kirwan nach einem Zweikampf vom Platz - "nur eine Prellung", wie Trainer Rudi Fischer später betonte. Für ihn kam der junge Alex Viana, der prompt zwei gute Chancen hatte, aber scheiterte. In der 59. Minute sah Arrondo Gelb, ebenso sein Teamkollege Jorge Costinha vier Minuten später - beide für das, was der Schiedsrichter "übermotiviertes Engagement" nannte. Die Fans nannten es schlicht Leidenschaft.

Trotz 57 Prozent Ballbesitz und 12 Schüssen aufs Tor konnten die Diablos den Rückstand nicht mehr verkürzen. Halcones, mit 16 Abschlüssen und einem Ballbesitzwert, der in Statistiken eher nach Unterlegenheit aussieht, spielte klug auf Konter und verwaltete die Führung mit erstaunlicher Reife. Fischer grinste nach dem Abpfiff: "Wir hatten weniger Ball, aber mehr Spaß."

Am Seitenrand sah man indes Gästecoach Lässig, der seine Notizen in der 80. Minute demonstrativ zerknüllte. "Wir haben uns selbst geschlagen", seufzte er später. "Wenn du vier Tore in einer Halbzeit kassierst, kannst du auch gleich den Grill anwerfen."

Ein besonderes Kapitel schrieb der 17-jährige Francisco Zuloaga, der in der 90. Minute zu seinem Debüt kam. "Ich hatte Herzklopfen bis in die Stutzen", sagte der Nachwuchsmann, "aber Marek hat mir beim Einlaufen zugerufen, ich solle einfach tun, als wäre das Training." Leichter gesagt als getan, aber die Zukunft der Halcones scheint gesichert.

So endete ein Spiel, das in die Kategorie "verrückt, aber verdient" fällt. Die Halcones sammelten Punkte und Selbstvertrauen, die Diablos dagegen Erinnerungen, die sie lieber vergessen würden. Und während die Zuschauer noch die Stadionwurst verdauten, summte jemand auf der Tribüne: "Wenn Engel fliegen, brennen Teufel."

Ein Satz, der an diesem Abend mehr Wahrheit hatte als jede Statistik.

04.10.643990 09:45
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