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Pokal | Viertelfinale | 05.09.26 | Hajduk Osijek - Croatia Solin 9:8 Dabei hatte die Partie zunächst einen klaren Hausherrn. Hajduk Osijek begann offensiv, aggressiv und mit dem festen Vorsatz, die Gäste möglichst früh zum Nachdenken zu bringen. Jurica Horvat prüfte Croatia-Torwart Ignjac Stefulj bereits in der 2. Minute, Sladan Bazina legte eine Minute später nach. Die Hausherren kamen immer wieder zum Abschluss, während Croatia Solin zwar mehr Ballbesitz hatte, daraus aber zunächst vor allem eine hübsche statistische Zahl machte. Am Ende lag Solin mit 55,7 Prozent Ballbesitz vorn. Osijek hatte dafür die besseren Argumente in Richtung Tor: 20 Torschüsse standen 17 der Gäste gegenüber. Fußball ist eben manchmal wie eine Diskussion in der Familie: Einer redet länger, der andere hat trotzdem das letzte Wort. Kurz vor der Pause fiel dann das erste Tor. In der 45. Minute bediente Gabri Custodio den lauernden Bazina, der zum 1:0 für Hajduk traf. Der Stürmer hatte zuvor bereits mehrfach angeklopft - irgendwann öffnet selbst die stabilste Tür. "Ich dachte schon, der Ball wolle heute partout nicht hinein", soll Bazina nach dem Spiel mit einem müden Lächeln gesagt haben. "Zum Glück hatte er in der letzten Minute der ersten Halbzeit ein Einsehen." Croatia Solin kam nach dem Seitenwechsel entschlossener aus der Kabine. Die Gäste ließen den Ball laufen und erhöhten den Druck, während Osijek seine offensive Grundhaltung beibehielt. Trainer Tommek Dee wollte offenbar nicht auf Sicherheit umschalten - vermutlich war ihm das Viertelfinale zu ruhig. In der 71. Minute zahlte sich Solins Beharrlichkeit aus: Nach Vorlage von Serge Gnabry traf Rechtsverteidiger Ante Mikulic zum 1:1. "Wir hatten den Ball, aber Osijek hatte die besseren Momente", analysierte Daniel Müller später. Ein Satz, der so vernünftig klingt, dass er in einer Pokalnacht fast schon verdächtig ist. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Horvat, Bazina und Marino Vrucina suchten weiter den Abschluss, auf der anderen Seite blieb Paulo Ramiro der auffälligste Unruheherd. Auch in der Verlängerung war von vorsichtigem Abwarten wenig zu sehen. Die Spieler schossen, liefen und grätschten, als hätte jemand vergessen, ihnen mitzuteilen, dass es nach 120 Minuten noch einen Elfmeterschuss-Wettbewerb geben würde. In der 118. Minute sah Solins Gleb Paschkow die Rote Karte. Wenig später musste Osijeks Samuel Ross verletzt behandelt werden. Die Partie war nun endgültig in jener Phase angekommen, in der selbst die Physiotherapeuten aussahen, als bräuchten sie einen Physiotherapeuten. Im Elfmeterschießen verwandelte Osijek seine ersten acht Versuche: Ignacio Postiga, Horvat, Tomislav Kresic, Vrucina, Leon Boban, Bazina, Ivan Covic und Ruben Dias blieben nervenstark. Für Croatia trafen Wen Galeno, Gnabry, Paschkow-Ersatz? Nein - die Daten weisen hier Goran Soldo aus -, Ramiro, Srdan Kardum, Denis Boban und Hjalmar Paulsson. Louis Florit setzte den entscheidenden Versuch daneben. Trainer Dee soll danach gesagt haben: "Wir wollten ins Halbfinale. Dass wir dafür fast bis morgen gebraucht haben, stand nicht im Plan." Das dürfte stimmen. Aber im Pokal fragt am Ende niemand nach dem Schlaf. Nur nach dem Sieger. Und der heißt Hajduk Osijek. 05.09.2026 21:58 |
Sprücheklopfer
Wie war noch die zweite Frage? Das ist nicht so einfach, ich bin schließlich Fußballer.
Mehmet Scholl bei einer Pressekonferenz, nachdem ihm zwei Fragen auf einmal gestellt wurden