Sportwoche
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Hainburgs Offensiv-Feuerwerk: Carey doppelt, Altach chancenlos

Ein Freitagabend unter Flutlicht, 30.197 Zuschauer, gefrorene Finger, aber heiße Gemüter: Beim 10. Spieltag der 2. Liga Österreich zeigte der FK Hainburg dem FC Altach, was es heißt, zu Hause mit offenem Visier zu spielen. Am Ende stand ein klares 4:2 (3:1) auf der Anzeigetafel - und ein hochzufriedener Trainer Andreas Swoboida, der sich den Mantelkragen hochschlug und mit einem breiten Grinsen sagte: "Wenn meine Jungs so weitermachen, brauchen wir bald eine zweite Anzeigetafel."

Dabei hatte alles nach einem Altacher Coup ausgesehen. Schon in der 5. Minute schockte der 19-jährige David Bernard die Heimfans mit einem satten Linksschuss zur frühen Führung. "Ich hab einfach draufgehalten - und dann war er drin", erzählte Bernard später, während Trainer Jose Raul Capablanca im Hintergrund die Hände in den Manteltaschen vergrub und finster auf den Rasen starrte.

Doch Hainburg brauchte keine fünf Minuten, um sich zu schütteln. Innenverteidiger Gerard Bettencourt - sonst mehr für rustikale Grätschen denn für filigrane Kunst bekannt - wuchtete in der 12. Minute nach einem Eckball von Gustav Peters den Ball zum 1:1 ins Netz. Peters, der an diesem Abend ohnehin überall zu finden war, grinste hinterher: "Ich hab ihm gesagt, er soll einfach mal so tun, als wär er Stürmer. Hat funktioniert."

Das Tor war der Startschuss zu einem Hainburger Offensivrausch. Zwölf Minuten später traf Mittelfeldmotor Pau Antunes nach herrlichem Doppelpass mit Bettencourt zur 2:1-Führung, ehe Alexander Carey kurz vor der Pause (44.) mit einem eiskalten Abschluss auf 3:1 stellte. Wieder hatte Peters die Vorlage geliefert - und das Publikum skandierte seinen Namen, während Carey mit den Armen winkte, als wollte er sagen: "Leute, ich war’s doch, der getroffen hat!"

Zur Halbzeit schien der FK Hainburg alles im Griff zu haben - und das nicht nur statistisch: 19 Torschüsse, 51 Prozent Ballbesitz, und ein Pressing, das Altach kaum Luft zum Atmen ließ. Die Gäste dagegen wirkten, als hätten sie den Bus lieber gleich vor dem eigenen Strafraum geparkt.

Capablanca reagierte in der Pause gleich dreifach: neuer Torwart, neuer Mittelfeldmann, neuer Stürmer. "Frische Beine, frische Ideen", erklärte er später, "aber leider keine frischen Tore." Denn auch nach dem Seitenwechsel blieb Hainburg drückend überlegen. Peters prüfte den neuen Keeper Janek Sidorczuk gleich mehrfach (47., 49., 50.), und Carey vergab freistehend, ehe er in der 79. Minute erneut zuschlug. Wieder war es Peters, der den Ball auflegte - und Carey, der zum 4:1 vollendete.

Kurz darauf musste Hainburgs Abwehrchef Lewis Devaney verletzt raus, und für einen Moment flackerte bei Altach Hoffnung auf. In der 87. Minute traf tatsächlich der eingewechselte Samuel Amyot nach Vorlage von Owen Gramont zum 4:2-Endstand. Ein zarter Trost für die Gäste, die sich ansonsten an der Hainburger Defensive die Zähne ausbissen.

In den letzten Minuten wurde es noch einmal ruppig: Drei Gelbe Karten in fünf Minuten - darunter für Hainburgs Antoine Boon, der sich nach einem energischen Tackling vom Schiedsrichter eine kurze Standpauke anhören durfte. "Ich hab nur den Ball gespielt", rief er empört - und der Linienrichter hob skeptisch eine Augenbraue.

Als der Schlusspfiff ertönte, brandete Applaus durch die Ränge. Hainburg hatte nicht nur gewonnen, sondern überzeugt. Vier Tore, drei verschiedene Torschützen, dazu ein Spiel, das zeigte, wie man Offensive und Leidenschaft verbindet. Trainer Swoboida fasste es treffend zusammen: "Das war kein Fußball, das war Rock’n’Roll mit Stollen an den Füßen."

Auf der anderen Seite stand Capablanca mit verschränkten Armen und murmelte etwas von "Schachbrett umgedreht". Der Altach-Coach, bekannt für seine taktische Strenge, musste einsehen: Gegen Hainburgs Spielfreude half an diesem Abend keine defensive Rochade.

Und so ging ein kalter Februarabend in Hainburg zu Ende - mit heißen Herzen, dampfenden Atemwolken und der Gewissheit, dass in dieser 2. Liga noch echte Geschichten passieren. Die Fans sangen, Carey posierte für Selfies, und Peters rief in die Kameras: "Vier Tore? Nächstes Mal machen wir fünf!"

Man möchte fast meinen, das war keine Partie, sondern ein Festakt. Wenn Hainburg weiter so auftritt, wird das Stadion bald zu klein - und die Gegner werden sich wünschen, sie hätten den Bus wirklich vor dem eigenen Strafraum stehen lassen.

11.09.643990 03:55
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