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20.000 Zuschauer kamen am kalten Februarabend in die Donau-Arena, in der Hoffnung, ihr SV Donau würde den ersten Heimsieg der Saison feiern. Stattdessen sahen sie ein Spiel, das man unter "lehrreiche Erfahrung" verbuchen kann. FK Hainburg, clever und schnörkellos, gewann mit 2:0 (1:0) und nahm drei Punkte mit, die so verdient waren wie ein frisch gezapftes Bier nach 90 Minuten Laufarbeit. Die Partie begann mit einem Donau, das sich sichtlich viel vorgenommen hatte. Trainer Müller - der an der Seitenlinie unermüdlich gestikulierte, als wäre er selbst ein zusätzlicher Außenverteidiger - ließ offensiv auflaufen, doch der Plan ging nur bedingt auf. Schon in der 6. Minute hatte Marcel Gross die große Chance, doch sein Schuss aus zehn Metern landete direkt in den Armen von Hainburg-Keeper Sebastian Bogusz. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", lachte Gross später selbstironisch, "aber offenbar war er einfach nur schlecht geschossen." Danach übernahm Hainburg das Kommando. Geradlinig, ruhig, fast britisch in der Präzision. In der 20. Minute dann die kalte Dusche: Linksaußen Lars Merkel zog von der Strafraumkante ab - flach, präzise, unhaltbar. 1:0 für die Gäste, und das Stadion wurde schlagartig leiser. "Wir wussten, dass Donau offensiv kommt", erklärte Hainburg-Coach Andreas Swoboida nach der Partie. "Da hilft es, wenn man einfach das Tor trifft." Bis zur Pause blieb Hainburg überlegen. Donau mühte sich, kam aber kaum durch. Dass die Statistik zur Halbzeit fast ausgeglichenen Ballbesitz zeigte (48 % Donau, 52 % Hainburg), war reine Zahlenkosmetik - die Gäste hatten 10 Torschüsse, Donau gerade einmal zwei. Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Hainburg spielte, Donau kämpfte. In der 62. Minute dann die Vorentscheidung: Rhys Warrington flankte butterweich von links, James Beglin stand goldrichtig und nickte ein - 2:0. Torwart Yannick Peter streckte sich vergeblich. "Ich hab ihn sogar berührt", murmelte Peter später in der Mixed Zone, "aber wenn du gegen den Wind spielst, hilft das halt auch nix." Donau versuchte es weiter, blieb aber harmlos. Werner Bender prüfte Bogusz in der 78. Minute mit einem Distanzschuss, Julian Lauer scheiterte kurz vor Schluss - das war’s dann im Prinzip. Dafür sammelte man Gelbe Karten wie Panini-Bilder: Reece Huxley (87.), Guillermo Castano (89.) und Bender (92.) sahen Gelb, allesamt für Frustaktionen. "Wir wollten nur zeigen, dass wir noch da sind", meinte Bender später mit einem schiefen Grinsen. Hainburg dagegen spielte die Partie mit bemerkenswerter Ruhe zu Ende. Selbst die Gelbe Karte für Gerard Bettencourt (80.) brachte sie nicht aus dem Konzept. Swoboida wechselte klug - Eri Lohmann kam in der 75. Minute für Doppeltorschütze Merkel und fügte sich nahtlos ein, Sascha Grossmann stabilisierte die rechte Seite in der Schlussphase. Statistisch gesehen war es eine klare Angelegenheit: 14:3 Torschüsse für Hainburg, bessere Zweikampfquote (57 %) und die souveränere Spielanlage. Donau rannte an, aber ohne Plan und Präzision. "Das war wie gegen eine Glasscheibe", seufzte Trainer Müller, "du siehst das Tor, aber du kommst einfach nicht hin." Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - wohl mehr aus Mitleid als aus Begeisterung. Und irgendwo auf der Tribüne hörte man einen älteren Herrn murmeln: "Früher hätten wir so ein Spiel 1:0 gewonnen." Vielleicht. Heute aber war FK Hainburg einfach die reifere Mannschaft. Mit diesem Sieg springt Hainburg in der Tabelle der 2. Liga Österreich vorerst ins obere Drittel, während Donau weiter unten festhängt. Doch Müller blieb kämpferisch: "Wir sind keine schlechte Mannschaft - nur eine, die derzeit zu selten trifft." Bleibt zu hoffen, dass der SV Donau bald wieder Wege findet, Tore zu schießen. Sonst wird die Donau-Arena auf Dauer zu einem Ort, an dem man viel lernt - aber wenig jubelt. 03.07.643990 16:54 |
Sprücheklopfer
Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.
Berti Vogts