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London, 11. Januar 2026 - Ein nasskalter Abend im Emirates Stadium, 40.000 Zuschauer mit heißem Tee in der Hand und der Hoffnung auf ein warmes Gefühl im Herzen. Am Ende bekamen sie beides - ein 2:1-Sieg ihrer London Gunners gegen tapfere Gäste von Barrow AFC, die sich als erstaunlich zähes Bollwerk präsentierten. Mario Roths Mannschaft tat sich schwerer, als es das Ergebnis vermuten lässt. Die Partie begann, wie englische Winterspiele nun mal beginnen: mit leichtem Nieselregen und schwerem Ball. Barrow, von Ingo Königs offensiv eingestellt, überraschte mit mutigem Anlaufen. Bereits in der 9. Minute prüfte Thomas Hennessy Gunners-Keeper Dorian Verguts mit einem satten Schuss - ein Vorgeschmack auf einen offenen Schlagabtausch. "Wir wollten die Londoner nicht spielen lassen", erklärte Königs später, "aber sie haben einfach zu viele gute Füße im Mittelfeld." In der 24. Minute kam dann der erste dieser Füße zum entscheidenden Tritt: Lionel Manu, der flinke zentrale Mittelfeldmann, zog nach Pass von Adam Ross aus 18 Metern ab - 1:0. Der Jubel war laut, aber kaum verklungen, als Barrow antwortete. Nur sechs Minuten später machte der 36-jährige Routinier Alfie Ross seinem Nachnamen Ehre und schob nach Vorlage von Adam Lankford trocken zum 1:1 ein. "Ich hab’s noch drauf", grinste Ross nach Abpfiff, "auch wenn meine Knie anderer Meinung sind." Doch die Gunners hatten noch einen Trumpf - oder besser gesagt: einen Innenverteidiger mit Torriecher. Ellis Stokes, sonst für rustikale Grätschen bekannt, verwandelte in der 43. Minute einen Eckball per Kopf. Wieder hatte Vorlagengeber Adam Ross seine Füße im Spiel. 2:1 zur Pause - und der Stadionsprecher jubelte so inbrünstig, dass die Barrow-Fans kurz dachten, es stünde 5:1. Nach dem Seitenwechsel wurde’s zäh. London verwaltete mit 56 Prozent Ballbesitz, Barrow rannte an. Die Gäste hatten zehn Torschüsse, einer gefährlicher als der andere, doch der Ball wollte nicht mehr ins Netz. Hennessy verzweifelte in der 95. Minute, als sein Schuss von Verguts’ Handschuh an den Pfosten gelenkt wurde. Der Keeper lächelte hinterher: "Ich hab’ einfach gehofft, dass der Ball nicht durch mich durchgeht." Coach Roth blieb an der Seitenlinie erstaunlich ruhig. "Wir haben’s nicht schön gemacht, aber clever", sagte er mit einem Schulterzucken. "Und ehrlich gesagt - man muss nicht immer dominieren, manchmal reicht ein Innenverteidiger, der weiß, wo das Tor steht." Sein Gegenüber Königs sah das anders: "Wenn man neunzig Minuten ackert und am Ende leer ausgeht, tut’s weh. Aber meine Jungs haben Charakter gezeigt. Und einen neuen Torwart auch", fügte er mit einem Schmunzeln hinzu - Finlay Densham war in der 90. Minute für George Beecroft gekommen, ein Wechsel, der eher symbolisch wirkte als taktisch. Im Mittelpunkt stand noch einmal der junge Lionel Manu, der sich nach Spielende von Fans feiern ließ. "Ich dachte, Adam Ross schießt selbst - aber er hat mich gesehen, und ich musste einfach draufhalten." Ross selbst kassierte später in der 81. Minute noch Gelb, wohl als Erinnerung daran, dass man nicht alles haben kann: Tore vorbereiten und ungestraft grätschen. Barrow drückte in der Schlussphase, stellte auf volles Pressing um - aggressiv, kämpferisch, fast schon verzweifelt. Doch die Gunners hielten stand. Suarez und MacLaren konterten gefährlich, doch der letzte Pass blieb Mangelware. "Das war kein Glanzstück, aber ein Arbeitssieg", murmelte ein älterer Fan beim Hinausgehen, während er sich den Schal enger zog. Statistisch war’s eine enge Kiste: 9:10 Schüsse aufs Tor, fast ausgeglichene Zweikampfquoten (49,8 % zu 50,1 %), und ein Ballbesitzvorteil, der so hauchdünn war, dass man ihn nur auf dem Papier merkte. Doch Fußball wird nun mal nicht nach Prozenten entschieden, sondern nach Toren - und davon hatten die Londoner eines mehr. So bleibt Roths Team oben dran, während Barrow trotz couragierter Leistung mit leeren Händen heimfährt. Vielleicht, so meinte Alfie Ross mit einem Augenzwinkern, "nehmen wir wenigstens den Pfosten mit, der hat uns heute mehr Glück gebracht als der Ball." Man kann also sagen: Die Gunners schossen sich warm, Barrow kämpfte sich kalt, und am Ende hatte der Fußball wieder jene altbekannte Moral - Schönheit ist vergänglich, ein dreckiger Sieg bleibt für immer. 14.05.643987 21:27 |
Sprücheklopfer
Ich hatte noch nie Streit mit meiner Frau. Bis auf das eine Mal, als sie mit aufs Hochzeitsfoto wollte.
Mehmet Scholl