Football Today
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Gunners drehen Krimi gegen Margate Reds spät - 3:2 in letzter Minute

London - Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, warum man Fußball liebt - und warum man ihn gleichzeitig hasst. 35.336 Zuschauer im Emirates Park bekamen beim 3:2-Sieg der London Gunners gegen die kampfstarken Margate Reds am 25. Spieltag der 1. Liga England alles geboten: Traumtore, Blut, Schweiß, Gelbe Karten und ein Happy End, das selbst Hollywood nicht besser hätte schreiben können.

Dabei begann der Abend gar nicht nach Gunners-Geschmack. Schon in der 15. Minute traf Harold Coeyman für die Gäste, nach feinem Zuspiel von Noah Eliot, eiskalt ins rechte Eck. "Wir haben uns kurz angeschaut, als wollten wir sagen: Das war doch nicht der Plan", grinste Trainer Hubert Wetzel später. Der Plan war nämlich, Margate früh zu überrennen. Stattdessen rannten die Gunners erstmal hinterher.

Doch nur vier Minuten später antwortete Kai MacAulay - der Mann des Abends - mit seinem ersten Streich. Nach Vorarbeit von Maurice Blanchett nagelte der 25-jährige Mittelstürmer den Ball unter die Latte, als wolle er ein Loch in den Himmel schießen. 1:1 - und das Stadion erwachte aus seiner Lethargie.

Die Gunners übernahmen fortan das Kommando, hatten zwar etwas mehr vom Ball (53,5 Prozent Ballbesitz), aber es waren die Reds, die mit 14 Torschüssen deutlich öfter gefährlich wurden. Ihr Spiel war direkt, kompromisslos, manchmal rustikal - und das Schiedsrichterbuch füllte sich entsprechend schnell. Fünf Gelbe Karten, eine Gelb-Rote - Margate spielte mit offenem Visier und offener Sohle. "Wir wollten zeigen, dass wir keine Touristen sind", knurrte Reds-Trainer Ata Lameck nach der Partie.

Kurz nach der Pause bewies MacAulay erneut seine Torjägerinstinkte. Wieder war es Blanchett, der ihm den Ball in den Lauf legte - und wieder zappelte die Kugel im Netz. 2:1 für London (48.). Jubel, Fanfaren, Bierduschen - alles, was dazugehört. Doch das Glück der Gunners war wie so oft in dieser Saison von kurzer Dauer.

In der 60. Minute musste Maurice Blanchett verletzt vom Platz - eine bittere Szene. Wetzel reagierte sofort und brachte den erfahrenen Verteidiger Lionel Costa, der fortan auf ungewohnter Position aushalf. "Ich hab Lion gefragt, ob er Bock hat, Linksaußen zu spielen. Er meinte nur: Wenn’s sein muss. Und dann hat er’s getan", erzählte Wetzel später mit einem Augenzwinkern.

Margate witterte seine Chance und kam in der 72. Minute zurück: Kai Marley drückte eine Flanke von - natürlich - Noah Eliot über die Linie. 2:2, und plötzlich war es still im Stadion. Nur Wetzel schrie am Spielfeldrand unverständliche Kommandos, während Lameck auf der Gegenseite mit verschränkten Armen grinste wie ein Schachspieler, der gerade die Dame geopfert hat, um in drei Zügen Matt zu setzen.

Doch Fußball schreibt seine eigenen Drehbücher. In der Nachspielzeit, als sich alle schon mit dem Remis abgefunden hatten, tauchte Costa auf der linken Seite auf, schüttelte seinen Gegenspieler ab und brachte eine halbhohe Flanke in den Strafraum. Bent Johansson, der kurz zuvor noch einen Schuss über den Fangzaun gejagt hatte, nahm das Ding direkt - und traf. 93. Minute. 3:2. Das Stadion explodierte.

"Ich hab einfach draufgehalten", sagte Johansson danach mit einem Grinsen, das selbst Flutlicht ersetzen konnte. "Und ehrlich gesagt: Ich wollte eigentlich flanken." Kai MacAulay, der Doppel-Torschütze, umarmte ihn danach so fest, dass beide fast umfielen.

Die letzten Minuten waren dann eher Theater als Fußball. Margates Morten Johannessen sah erst Gelb (88.) und dann in der 95. Minute Gelb-Rot - offenbar hatte er beschlossen, dass man wenigstens mit Stil verlieren sollte. "Er sagte mir, er wollte nur früher duschen", kommentierte Lameck trocken.

Am Ende stand ein 3:2, das den Gunners drei wichtige Punkte und vielleicht ein bisschen Selbstvertrauen bescherte. Statistisch war’s ein Spiel auf Messers Schneide: 9:14 Torschüsse, 48,6 zu 51,4 Prozent Zweikampfquote, aber eben drei Tore für London.

Trainer Wetzel fasste es am besten zusammen: "Wir haben nicht schön gespielt, aber wir haben gewonnen. Und manchmal ist das schon fast eine Kunst."

Und so gingen die Lichter im Emirates Park aus, während die Fans noch "Gunners! Gunners!" riefen - diesmal mit einer Mischung aus Erleichterung und Fassungslosigkeit. Ein Abend, der wieder einmal bewies: Fußball ist kein Spiel für schwache Nerven - aber für gute Geschichten.

25.06.643993 16:24
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Grundsätzlich muss man sich überlegen, ob man dann weitermacht. Aber ich lasse mir da Zeit, ich denke da kurzfristig.
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