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Primeira Liga | 12. Spieltag | 16.07.26 | Victoria Setubal - Victoria Guimaraes 1:3 Bereits in der fünften Minute bebte das Estádio do Bonfim: Michael Neville, der Mann mit der Sechsernummer und der Ruhe eines Uhrwerks, zog aus der Distanz ab - ein satter Schuss, halb Volley, halb Verzweiflung - und plötzlich stand’s 1:0 für Setubal. "Ich hab einfach draufgehalten, weil Cameron mir so schön den Ball hingelegt hat", grinste Neville später, während er eine Eispackung auf dem Oberschenkel balancierte. Die Fans jubelten, der Stadionsprecher überschlug sich, und kurzzeitig roch es nach einer kleinen Sensation. Doch wer Guimaraes kennt, weiß: Die bleiben ruhig. Trainer Andreas Godejohann stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, sein Team ließ den Ball laufen, als wäre er an einer unsichtbaren Schnur befestigt. In der 14. Minute dann der Ausgleich: Tomas Pudil flankte butterweich von rechts, Ricardo Teixeira stieg hoch, nickte - 1:1. "So ein Kopfball ist wie ein Espresso - kurz, kräftig, wachmachend", witzelte der Doppeltorschütze später in der Mixed Zone. Setubal wirkte danach nervös, verlor Bälle im Mittelfeld, während Guimaraes die Schraube anzog. Ricardo Teixeira, erneut im Mittelpunkt, setzte in der 38. Minute noch einen drauf: Nach einer Ecke von links legte Innenverteidiger Gojko Ristic artistisch per Kopf ab, Teixeira stand goldrichtig - 1:2. Die Heimfans verstummten, nur die kleine Reisegruppe aus Guimaraes sang sich die Kehlen wund. Trainer Godejohann blieb auch nach der Pause cool, während sein Gegenüber - lautstark gestikulierend - versuchte, seine Mannschaft wieder zu ordnen. Doch die Statistik lügt nicht: 19 Torschüsse der Gäste gegen nur 7 der Hausherren, 53 Prozent Ballbesitz für Guimaraes. Wer so spielt, braucht keine Glücksfee. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff krönte Ristic seine starke Partie: Der Verteidiger schlich sich bei einem Freistoß in den Strafraum, Carl Deco flankte präzise, und Ristic köpfte zum 1:3 ein (51.). "Ich hab schon im Training gesagt, Carl soll mal höher zielen", lachte Ristic nach dem Spiel. "Heute hat er’s endlich gemacht - und ich war halt da." Danach plätscherte die Partie dahin, zumindest für Guimaraes. Setubal mühte sich redlich, Cameron MacAulay versuchte es aus allen Winkeln (3., 39., 46., 55. Minute), doch Torhüter Cesar Pauleta hielt alles, was kam. In der 82. Minute hatte Luís Garcia noch eine feine Chance, aber sein Schlenzer landete in den Armen des Keepers - sinnbildlich für den Abend. In der Schlussphase gönnten sich die Gäste dann sogar ein wenig Schönspielerei: Söderberg und Tarrega kombinierten, als sei das hier ein Trainingsspiel. "Wir wollten zeigen, dass wir Spaß haben können, auch wenn’s heiß ist", sagte Söderberg mit einem Augenzwinkern. Das Publikum verabschiedete die Mannschaften mit höflichem Applaus - die eigenen Spieler, weil sie gekämpft hatten, die Gäste, weil sie schlicht besser waren. "Wir waren heute einfach zu brav", gab Setubals Trainer hinterher zu. "Wir wollten offensiv spielen, aber Guimaraes hat uns ausgekontert - und das gleich dreimal." Und so stand am Ende ein verdienter 3:1-Auswärtssieg für Victoria Guimaraes, die sich mit dieser Vorstellung sicher in die Herzen der neutralen Zuschauer gespielt haben. Ein kleiner Junge auf der Tribüne fasste es treffend zusammen, während er sein Eis in der Sonne schmolz: "Papa, die in Weiß haben immer den Ball." - "Ja, Sohn," antwortete der Vater trocken, "und die in Grün haben ihn wieder hergegeben." Ein schöner Abend für Guimaraes, ein lehrreicher für Setubal - und für alle anderen der Beweis, dass Fußball manchmal ganz einfach ist: Wer öfter aufs Tor schießt, gewinnt. 16.07.2026 22:32 |
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Ich habe fertig.
Giovanni Trappatoni