Noticiero VeneVision
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Guaro Larense verliert turbulentes Heimspiel gegen UD?Táchira mit 2:3

In Barquisimeto war am Donnerstagabend alles angerichtet für ein Fußballfest: 50 329 Zuschauer, Flutlicht, südamerikanisches Temperament - und zwei Teams, die sich nichts schenken wollten. Am Ende jubelte der Gast UD Táchira nach einem wilden 2:3‑Auswärtssieg, während Guaro Larense sich vorwerfen musste, die eigene Offensivfreude nicht in Punkte umgemünzt zu haben.

Schon nach vier Minuten wurde klar, dass das kein Spaziergang werden würde: Larenses Routinier Christiano Arredondo sah Gelb, weil er den jugendlichen Übermut von Táchiras Bailey Hennessy allzu rustikal stoppen wollte. Trainer Jan Ost schüttelte an der Seitenlinie missmutig den Kopf und rief seinem Innenverteidiger zu: "Christiano, wir spielen Fußball, kein Rugby!" - vergeblich.

Táchira übernahm früh das Kommando. Der 19‑jährige Hennessy zeigte, warum halb Venezuela über ihn spricht. Nach einer Viertelstunde nutzte er eine präzise Flanke von Oscar Costinha - ein wuchtiger Kopfball, 0:1. "Ich hab’ einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass der Ball mich findet", grinste der Youngster später. Das Publikum verstummte kurz, nur um danach umso lauter die eigene Elf nach vorne zu peitschen.

Larense, taktisch wie immer offensiv ausgerichtet, drückte - 48 Prozent Ballbesitz, zwölf Torschüsse - doch der Pausenpfiff kam, ohne dass sie Zählbares vorweisen konnten. Trainer Ost ging mit ernstem Blick in die Kabine; man munkelt, seine Ansprache sei "kurz, aber laut" gewesen.

Der Effekt kam prompt: Zwei Minuten nach Wiederanpfiff setzte sich Linksverteidiger Harry Fryer energisch durch, flankte mit seinem schwächeren Fuß - und Uwe Charpentier drosch den Ball volley ins Netz. 1:1! Das Stadion bebte, Ost ballte die Faust. Kaum hatte sich der Torjubel gelegt, schlug Larense erneut zu: In der 52. Minute war es der 18‑jährige Guillermo Assis, der nach Vorarbeit von Goran Dukic trocken abschloss - 2:1.

"Da dachte ich, wir hätten sie geknackt", sagte Assis später, noch mit Schweiß auf der Stirn. Doch Fußball hat seine eigene Ironie. Táchira blieb ruhig, passte clever und wartete auf Fehler - und Guaro Larense bot sie an. In der 60. Minute wechselte Coach Peter Silie den 18‑jährigen Dimas de Freitas ein. Sechzehn Minuten später stand genau dieser De Freitas goldrichtig, als Curt Bertram einen Pass durch die Mitte spielte: 2:2. Der Joker stach. "Ich hatte das Gefühl, der Ball hat mich lieb", sagte De Freitas lachend.

Während Larense weiter stürmte, lauerte Táchira auf den entscheidenden Konter - und bekam ihn. In der 82. Minute setzte sich Marco Matamoros auf dem linken Flügel durch, legte quer, und wieder war Hennessy zur Stelle. 2:3, zweiter Treffer des Abends. Der Gästeblock explodierte, Silie riss die Arme hoch. "Wir haben einfach an unseren Plan geglaubt", erklärte der Táchira‑Coach später mit einem Grinsen, das jedem Werbespot gut zu Gesicht gestanden hätte.

Die letzten Minuten waren ein einziger Belagerungszustand. Larense rannte, flankte, schoss - aber der Ball wollte nicht mehr über die Linie. "Vielleicht hätten wir das Tor ein bisschen größer malen sollen", witzelte Torwart Asier Villar nach Abpfiff.

Statistisch war es eine enge Partie: 48,4 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, 51,6 für die Gäste; 12 zu 17 Torschüsse. Doch der Unterschied lag in der Effizienz - und in der jugendlichen Frechheit der Táchira‑Talente.

Trainer Ost gab sich nachdenklich: "Wir haben schön gespielt, aber schön allein gibt keine Punkte. Vielleicht sollten wir nächste Woche einfach mal hässlich gewinnen." Sein Gegenüber Silie konterte trocken: "Wenn das hässlich aussieht, was meine Jungs da gemacht haben, dann zeig mir bitte ein schöneres 3:2."

Das Publikum verabschiedete beide Teams mit Applaus - wohl wissend, dass sie Zeugen eines Spiels waren, das alles bot, was man im Fußball liebt: Tempo, Emotion und ein bisschen Chaos.

Und während Bailey Hennessy noch Selfies mit den Fans machte und sein Trainer die Statistikblätter sortierte, murmelte ein alter Fan auf der Tribüne: "Früher war Fußball besser - aber sicher nicht spannender."

So endete ein Abend, der wieder einmal bewies: In der 1. Liga Venezuelas kann man alles erwarten - nur keine Langeweile.

09.12.643987 06:38
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Wenn ich den Martin Schneider weiter aufstelle, glauben die Leute am Ende wirklich noch, ich sei schwul.
Friedel Rausch
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