Noticiero VeneVision
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Guaro Larense fegt Deportivo Zulia mit 4:0 vom Platz

Es war einer dieser Abende, an denen man schon nach fünf Minuten wusste: Das wird nichts für schwache Nerven - zumindest, wenn man im Trikot von Deportivo Zulia auflief. 41.640 Zuschauer im Estadio Metropolitano von Barquisimeto sahen ein Feuerwerk der Heimmannschaft, das so früh zündete, dass manche Fans noch in der Schlange am Bierstand standen, als der Ball zum ersten Mal im Netz zappelte.

Bereits in der 3. Minute stieg Innenverteidiger Vitor Beto nach einer Ecke von Xavi Iniguez höher als alle anderen und köpfte den Ball wuchtig ins Tor. Ein Abwehrspieler, der ein Tor macht - das freut den Trainer, bringt aber die Statistikabteilung durcheinander. "Ich habe einfach mal gemacht, was unsere Stürmer sonst versuchen", grinste Beto später, "und siehe da - es klappt!"

Nur fünf Minuten später legte Guaro Larense nach. Linksaußen Goran Dukic vollendete nach feiner Vorarbeit von Emilio Aguas zum 2:0. Acht Minuten gespielt, zwei Tore - Trainer Jan Ost rieb sich die Hände, während Gästecoach Emil Freier mit leerem Blick auf seine Bank starrte. "Wir wollten eigentlich kompakt stehen", murmelte er nach dem Spiel, "aber dann war’s eher kompakt katastrophal."

Deportivo Zulia hatte in der ersten Halbzeit kaum Zugriff. Nur ein einziger Torschuss sollte es am Ende für die Gäste werden - und der kam spät, in der 86. Minute. Larense hingegen feuerte, was das Zeug hielt: 16 Abschlüsse, 58 Prozent Ballbesitz, 57,9 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die so dominant klingen, wie das Spiel aussah.

Im Mittelfeld zog Xavi Iniguez die Fäden, als wäre er ein Maestro im Taktstockmodus. Rechts und links wirbelten Aguas und Neville, während vorne Xabier Semedo ständig zwischen den Innenverteidigern pendelte. Der junge Rechtsverteidiger Julian Carvalho kassierte in der 49. Minute eine Gelbe Karte, weil er offenbar vergessen hatte, dass Grätschen von hinten auch in Venezuela nicht erlaubt ist. "Ich hab’ doch den Ball getroffen - nur eben ganz am Ende!", verteidigte er sich mit einem schelmischen Lächeln.

Die zweite Halbzeit wurde dann zum Schaulaufen. In der 69. Minute durfte sich auch Semedo in die Torschützenliste eintragen - nach Vorlage des 19-jährigen Guillermo Assis, der über die rechte Seite durchmarschierte, als wäre der Platz sein persönlicher Highway. Zwei Minuten später machte Guillaume Neville mit einem satten Linksschuss aus 18 Metern den Deckel drauf: 4:0.

Von Zulia kam kaum noch Gegenwehr. Die Gäste wirkten müde, fast resigniert. Trainer Freier reagierte in der 80. Minute mit einem Doppelwechsel, brachte Raul Zahinos und Xavi Almeida - aber da war der Schaden längst angerichtet. "Ehrlich gesagt wollte ich einfach ein Zeichen setzen", sagte Freier später. "Welches Zeichen?", fragte ein Reporter. "Na, dass wir noch elf Spieler auf dem Platz haben", entgegnete er trocken.

Larense-Coach Jan Ost hingegen hatte allen Grund zur guten Laune. Nach Abpfiff klatschte er jeden Spieler ab und ließ sich von den Fans feiern. "Das war konzentriert, mutig, effektiv - also ziemlich untypisch für uns", witzelte er auf der Pressekonferenz. "Aber ich nehme das gerne als neuen Standard."

Auch Torhüter Thijmen Landseer, der einen ruhigen Abend verlebt hatte, zeigte Humor: "Ich hatte Zeit nachzudenken, ob ich heute Abend Pizza oder Pasta esse. Ich schwanke noch."

Als Schiedsrichter Castillo schließlich abpfiff, war die Stimmung im Stadion ausgelassen. Die Fans sangen, tanzten, winkten mit Fahnen - und Guaro Larense konnte einen der überzeugendsten Siege der Saison feiern. Deportivo Zulia dagegen wird sich fragen, ob man mit "offensiver Ausrichtung" wirklich das meinte, was man auf dem Platz zeigte - denn offensiv war daran nur der Mut, in dieser Formation anzutreten.

Mit dem 4:0 (2:0) klettert Guaro Larense in der Tabelle weiter nach oben, während Zulia weiter unten festhängt. Vielleicht hilft ein freier Trainingstag, um die Wunden zu lecken - oder ein VHS-Kurs in "Defensivverhalten für Fortgeschrittene".

Und so endete ein Abend, der für die Heimfans ein Fest und für die Gäste eine Lehrstunde war. Wie sagte Jan Ost zum Abschluss augenzwinkernd: "Manchmal läuft’s einfach. Heute war so ein Tag - für uns. Und für Zulia leider auch, nur andersrum."

30.07.643993 07:22
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