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Ein kühler Märzmorgen, Flutlicht an, 32.000 Zuschauer im Glostrup Stadion - und ein Spiel, das mehr versprach, als es am Ende hielt. Am 24. Spieltag der 1. Liga Dänemark unterlag Glostrup BK zuhause mit 0:1 gegen Greve Fodbold, das dank eines eiskalten Michel Lalonde drei Punkte entführte. Von Beginn an war klar, wer den Ton angeben wollte. Greve-Trainer Jean Vignoble ließ seine Elf offensiv anlaufen, die Bälle flogen früh und oft in Richtung des Glostrup-Strafraums. Schon in der zweiten Minute prüfte Magnus Therkildsen den Keeper Kleanthes Lekkas, der sich mit einer Glanzparade warm machen durfte. "Ich dachte, das wird ein ruhiger Abend", grinste Lekkas nach dem Spiel, "aber nach fünf Minuten wusste ich: Das wird Arbeit." Glostrup antwortete mit Ballbesitz - immerhin etwas über 52 Prozent -, aber ohne Durchschlagskraft. Bent Skov und Stig Christensen versuchten es mit Distanzschüssen (27. und 34. Minute), doch Gästetorhüter Fabian Baer musste kaum eingreifen. Vielmehr schien Glostrup in Schönheit zu sterben: Kurzpassspiel, ruhiger Aufbau, dann ein Fehlpass. "Wir wollten sicher spielen, aber das war wohl zu sicher", murmelte Kapitän Arvid Olsson kopfschüttelnd in der Mixed Zone. Das Tor fiel folgerichtig auf der anderen Seite: In der 36. Minute tankte sich der flinke Jannik Thuesen über rechts durch, legte mustergültig in den Strafraum, und Michel Lalonde schob aus kurzer Distanz ein. 0:1 - eiskalt, effizient, typisch Greve. Lalonde, 23 Jahre jung und mit dem Selbstbewusstsein eines alten Hasen, sagte später: "Ich wusste, dass Jannik den Ball bringt. Wir haben das im Training hundert Mal geübt - heute hat’s einmal gereicht." Das Publikum reagierte geteilt: Ein Teil applaudierte der Konsequenz, der andere pfiff die eigene Elf aus. "Wir spielen zu brav", rief ein Zuschauer hinter der Pressetribüne, während ein anderer nüchtern feststellte: "Greve hat mehr Bock." Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Glostrup hielt den Ball, Greve hielt dagegen - und schoss. Ganze 16 Mal feuerten die Gäste Richtung Tor, während die Gastgeber nur fünf Abschlüsse zustande brachten. Lalonde blieb die größte Gefahr, prüfte Lekkas in der 49., 51. und 59. Minute erneut. Der Keeper hielt, was zu halten war, aber vorne fehlte die Fantasie. Einziger Farbtupfer im ansonsten nüchternen Spiel: die Gelbe Karte für Christo Balakow in der 26. Minute - ein rustikaler Zweikampf, der den Rasen wohl nachhaltiger beschädigte als den Gegner. "Ich hab den Ball gespielt… irgendwann", lachte Balakow später, und Trainer Vignoble schüttelte nur den Kopf: "Er hat Temperament - das ist Fluch und Segen zugleich." Die Schlussphase brachte dann mehr Wechsel als Chancen. Vignoble brachte frisches Blut: Björn Thomassen, Adam Lorring und Hagen Storm kamen für Kresic, Andreassen und den jungen Memphis Depay (17), der immerhin fünf Minuten Bundesliga-Luft schnupperte. Lalonde durfte durchspielen - und hätte in der 77. Minute beinahe das 0:2 erzielt, scheiterte aber an Lekkas’ rechtem Fuß. Die Gastgeber warfen in den letzten Minuten alles nach vorne, aber die Angriffe wirkten wie die Wiederholungen eines schlechten Films: Flanke, Kopfballabwehr, Rückpass, Fehlpass. Als der Schlusspfiff ertönte, blickten die Spieler von Glostrup ratlos in die Nacht. Trainer Jean Vignoble wirkte dagegen zufrieden wie ein Sommelier nach dem ersten Schluck seines Lieblingsjahrgangs. "Das war kein schönes Spiel, aber ein schönes Ergebnis", sagte er mit französischem Akzent. "Wir wollten aggressiv, offensiv, manchmal verrückt sein - und das waren wir." Glostrups Trainer - der nach eigener Aussage "keine Ausreden mehr suchen will" - fasste es nüchtern zusammen: "Wir hatten mehr Ballbesitz, aber weniger Mut. Das ist wie beim Tanzen: Wenn du dich nicht traust, trittst du dir selbst auf die Füße." Greve Fodbold bleibt mit diesem knappen, aber verdienten Sieg auf Kurs, während Glostrup weiter im Mittelfeld stagniert. Michel Lalonde dürfte der Mann des Abends bleiben - nicht nur wegen seines Tores, sondern auch wegen seiner unermüdlichen Laufleistung. Und für die 32.000 Zuschauer? Ein Abend zwischen Frust und Faszination, zwischen gepflegtem Ballbesitz und beherztem Konterfußball. Am Ende hatte Greve weniger vom Ball, aber mehr vom Leben. Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Manchmal reicht ein Schuss. Wenn’s der richtige ist." 14.06.643993 02:36 |
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