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Greenwich Town kontert New Green FC aus - 2:1-Auswärtssieg mit Nerven und Nüchternheit

New Kingston - 43.173 Zuschauer, warme Abendluft, Flutlichtglanz über dem Stadion von New Green FC - es war alles angerichtet für einen dieser Fußballabende, an denen Helden geboren werden. Am Ende feierten allerdings die Gäste aus Greenwich Town einen abgeklärten 2:1-Auswärtssieg, der so reif war, dass man fast Lust bekam, ihm einen Cognac zu servieren.

Dabei hatte es für New Green FC blendend begonnen. Kaum sechs Minuten waren gespielt, da ließ Benjamin Cromwell die heimischen Fans jubeln. Nach feinem Zuspiel des 20-jährigen André Hiliard schlenzte der Linksaußen den Ball mit jener Lässigkeit ins Netz, die man sonst nur von Spielern kennt, die sich sicher sind, dass sie heute in die Zeitung kommen. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Cromwell nach Abpfiff. "Und diesmal war keiner da, der mir den Spaß verdirbt."

Doch die Freude währte ganze zwei Minuten. Auf der anderen Seite hatte Greenwichs rechter Flügel Luke Edgecomb eine Idee: Er zog an zwei Gegenspielern vorbei, legte quer, und Godewyn Barhydt schob zum 1:1 ein. "Wir wollten sofort antworten", erklärte Edgecomb, der später noch Gelb sah, mit einem schiefen Lächeln. "Aber ehrlich gesagt: Ich hab den Pass gar nicht richtig gesehen - ich hab ihn gefühlt."

Das Spiel nahm Fahrt auf - und zwar eine wilde. New Green rannte an, schoss aus allen Lagen (am Ende 16 Abschlüsse), Greenwich Town blieb cool und wartete auf den Moment. Der kam in der 33. Minute, als Aigefs Domazos, der 32-jährige Routinier im Sturm, einen flachen Pass von - wer sonst - Edgecomb überlegt ins rechte Eck wuchtete. 2:1 für die Gäste. Der Rest des Spiels sollte zeigen, warum Erfahrung manchmal eben doch sexy ist.

New Green FC suchte in der Folge verzweifelt den Ausgleich. Daniel Celine, der bullige Mittelstürmer, prüfte mehrfach Keeper Joshua Albers, der mit 34 Jahren einfach zu alt ist, um noch nervös zu werden. "Das war heute kein Glanzstück, aber solide", sagte Albers nach dem Spiel mit der Ruhe eines Mannes, der schon öfter Torjubel im Nacken gespürt hat.

Trainerin Martina Wen hingegen wirkte nachdenklich. "Wir haben viel investiert, den Ball gut laufen lassen, aber Greenwich war gnadenlos effizient", meinte sie in der Pressekonferenz. Tatsächlich spiegeln die Zahlen ihre Analyse: 49 Prozent Ballbesitz für New Green, 16 Schüsse aufs Tor - aber nur ein Treffer. Greenwich Town dagegen brauchte neun Versuche für zwei Tore. Mathematik des Fußballs: Qualität schlägt Quantität.

In der zweiten Halbzeit drückte New Green weiter, taktisch blieb es beim offensiven Kurs, während Greenwich kontrolliert verteidigte. Kein wildes Pressing, kein Hauruck, einfach gepflegte Langeweile mit System. "Wir sind keine Showtruppe", knurrte Gäste-Coach (dessen Name aus dem Vereinsumfeld liebevoll nur als "der Pragmatiker" überliefert wird). "Wir wollen Punkte, keine Likes."

In der 67. Minute versuchte Rechtsverteidiger Ingo Couto sein Glück aus der Distanz - der Ball flog so weit über das Tor, dass man kurz befürchtete, er lande im nächsten Stadtteil. "Ich wollte ein Zeichen setzen", sagte er später lachend, "aber ich glaub, das Zeichen war eher ein SOS."

Die Schlussphase gehörte den Hausherren, die alles nach vorn warfen. Celine, Hiliard, Noll - sie alle scheiterten an Albers oder an eigenen Nerven. Als Schiedsrichter McDavis nach 93 Minuten abpfiff, sank Cromwell auf den Rasen, während Barhydt und Domazos sich in den Armen lagen.

"So ist Fußball", murmelte Martina Wen, als sie Richtung Kabine ging. "Manchmal spielst du besser und verlierst. Und manchmal bist du Greenwich."

Am Ende bleibt ein Spiel, das zeigte, wie schmal der Grat zwischen Hoffnung und Ernüchterung sein kann. New Green FC hatte Mut, Tempo, Leidenschaft - Greenwich Town hatte Geduld, Erfahrung und Edgecomb. Und letzterer grinste beim Gang in den Mannschaftsbus: "Wir hätten auch 3:1 machen können, aber wir wollen’s ja spannend halten."

Spannung war genug da. Und wer weiß - vielleicht revanchiert sich New Green im Rückspiel. Aber bis dahin wird man in Greenwich wohl noch oft von diesem Abend erzählen, an dem Routine das Feuer zähmte - und ein 2:1 wie eine kleine Lehrstunde in Gelassenheit wirkte.

15.05.643987 00:29
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