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Greenwalds goldener Moment: Liverpool ringt Oxford 1:0 nieder

38488 Zuschauer im Anfield-Stadion sahen an diesem frostigen Januarabend ein Spiel, das man wohlwollend als "kontrollierte Offensive mit Ladehemmung" bezeichnen könnte. Die Liverpool Reds besiegten Oxford City mit 1:0, doch das Ergebnis erzählt nur die halbe Geschichte: 20 Torschüsse der Hausherren, ein Ballbesitzverhältnis von fast 49 zu 51 Prozent - und ein einziger Treffer, der das Stadion schließlich doch noch zum Beben brachte.

Der Held des Abends hieß Luke Greenwald. Der 20-jährige Linksaußen, der sonst eher durch jugendlichen Übermut als durch eiskalte Effizienz auffällt, traf in der 63. Minute nach Vorarbeit von Federico Floris ins rechte Eck. Floris hatte sich zuvor elegant durch die Mitte gewunden, fast so, als wolle er beweisen, dass ein 19-jähriger Italiener auch auf englischem Rasen tanzen kann. Greenwald nahm den Pass direkt - und endlich zappelte der Ball im Netz. "Ich hab einfach draufgehauen, ehrlich gesagt", grinste der Torschütze später. "Wenn man 60 Minuten lang daneben trifft, kann’s ja irgendwann nur noch klappen."

Bis dahin war das Spiel eine Mischung aus Geduld, Gedränge und gelegentlichem Aufstöhnen der Fans. Ryan Winston prüfte Oxfords jungen Keeper Dylan Madigan bereits in der ersten Minute, doch der 18-Jährige reagierte mit dem Selbstvertrauen eines Mannes, der noch nie einen Fehler gemacht hat. "Ich hab den Ball einfach gesehen und gedacht: Den krieg ich", erklärte Madigan später - und tatsächlich, er bekam ihn.

Oxford City, trainiert von David Klockzien, versuchte, die Partie ruhig zu halten. Mit nur zwei Torschüssen blieb das Angriffsspiel allerdings so harmlos wie ein englischer Tee ohne Zucker. Nur einmal, in der 87. Minute, als Andrew O’Dea aus spitzem Winkel abzog, hielt die Anfield-Tribüne kurz den Atem an - doch Liverpool-Keeper Charlie Leachman hatte die Hände da, wo sie hingehören.

Trainer Kurt Kaiser, bekannt für seine trockenen Analysen, fasste das Geschehen nach dem Spiel in gewohnt lakonischem Ton zusammen: "Wenn du 20-mal aufs Tor schießt und nur einmal triffst, ist das entweder Pech oder Trainingseffekt. Ich entscheide mich für Letzteres."

Ein Blick in die Statistik untermauert Kaisers Pointenfreude: Liverpool dominierte in allen relevanten Zahlen - 20:2 Torschüsse, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, drei Gelbe Karten (Pedro Meireles, Aaron Simpson und William Ross), aber null Nervenflattern. Oxford hingegen verteidigte mit eiserner Disziplin, aber ohne Entlastung.

In der 69. Minute nahm Kaiser den ausgepowerten Floris vom Feld und brachte den jungen William Ross - ein Wechsel, der weniger Taktik als Fürsorge war. "Federico war völlig leer", so der Trainer. "Er hat sich in jeden Zweikampf geworfen, als wäre das ein Finalspiel." Später folgten noch zwei Auswechslungen, Jorge Salinas machte für Leon Ross Platz, und kurz vor Schluss kam Roberto Marquez für Alessandro Marcedusa. Ein Generationenwechsel en miniature - die Jugend übernahm, zumindest für ein paar Minuten.

Das Publikum zeigte sich trotz des knappen Ergebnisses zufrieden. "Ein 1:0 ist das ehrlichste Resultat im Fußball", sagte ein Fan mit Schal bis über die Nase. "Da weiß man, wer wirklich wollte." Und tatsächlich: Man konnte den Reds den Willen nicht absprechen. Auch wenn Oxford phasenweise mehr Ballbesitz hatte, war die Heimmannschaft die deutlich aktivere.

In der Nachspielzeit hätte Lucas Ward alles klar machen können, doch sein Schuss in der 88. Minute rauschte knapp am Pfosten vorbei - ein sinnbildlicher Abschluss für einen Abend, an dem Liverpool mehr schöne Ansätze als zählbare Ergebnisse produzierte.

David Klockzien wirkte nach dem Schlusspfiff erstaunlich gelassen. "Wir haben verloren, ja. Aber gegen Liverpool 1:0 zu verlieren, das ist fast schon ein Sieg für uns", schmunzelte der Oxford-Coach, während er seinem Torhüter auf die Schulter klopfte.

Und Luke Greenwald? Der junge Held nahm es sportlich. "Ich hab gehört, dass ich jetzt ’Matchwinner’ bin", sagte er mit einem Augenzwinkern. "Aber ehrlich, ohne Federico wär der Ball wahrscheinlich irgendwo auf der Tribüne gelandet."

So blieb am Ende ein verdienter, wenn auch mühsamer Sieg für die Reds. Ein Abend mit viel Arbeit, wenig Glanz, aber einem Moment, der alles wert war - Greenwalds goldener Treffer in Minute 63.

Oder, wie ein alter Fan beim Hinausgehen murmelte: "Früher hätten sie fünf gemacht. Heute machen sie wenigstens den einen, den’s braucht." Und das, im Fußball, ist manchmal schon die ganze Wahrheit.

18.06.643987 14:15
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Jeder, der mich kennt und der mich reden gehört hat, weiß genau, dass ich bald englisch in sechs oder auch schon in vier Wochen so gut spreche und Interviews geben kann, die jeder Deutsche versteht.
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