Anpfiff
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Greenwalds Doppelschlag schockt Meppen - Velbert siegt 2:1 an der Hänsch-Arena

Der Valentinstag brachte den Fans des SV Meppen keine Rosen, sondern bittere Realität: Vor 19.897 Zuschauern unter Flutlicht unterlag die Elf von Daniel Borgmann dem SSVg Velbert mit 1:2. Es war ein Abend, an dem Meppen zwar mehr Ball hatte, Velbert aber die besseren Ideen - und vor allem einen David Greenwald in Hochform.

Die Partie begann schwungvoll, die Hausherren kontrollierten den Ball (am Ende 53 Prozent Ballbesitz) und suchten früh über die linke Seite mit Yanik Beier ihr Glück. Schon in der 10. Minute prüfte Beier Velberts Keeper Marco Ackermann mit einem satten Schuss, der die Handschuhe des Torwarts auf Betriebstemperatur brachte. Doch Velbert konterte munter - besonders der 33-jährige Routinier Batu Kazim zeigte, dass Erfahrung manchmal mehr zählt als Sprintgeschwindigkeit. Drei Torschüsse in fünf Minuten (14., 16., 19.) - Meppens Abwehr bekam ordentlich zu tun.

"Wir wussten, dass Velbert über die Flügel gefährlich ist, aber die Jungs haben’s dann doch etwas zu wörtlich genommen", knurrte Borgmann später, halb ironisch, halb resigniert.

Gerade als sich die erste Halbzeit dem Ende neigte, passierte das, was Meppen vermeiden wollte: In der 45. Minute legte Innenverteidiger Niko Röder einen gefühlvollen Pass in den Lauf von David Greenwald - der zog von links in den Strafraum, ließ Keeper Tobias Stefan keine Chance und vollendete trocken ins lange Eck. 0:1 zur Pause, und der Gästeblock sang sich heiser.

Zur Halbzeit forderte Meppens Trainer mehr "Mut im letzten Drittel". Seine Spieler hörten zu - aber nicht sofort. Denn nach einer Stunde übernahm wieder Velbert das Kommando. Greenwald, der offenbar beschlossen hatte, den Valentinstag zu seinem persönlichen Feiertag zu machen, schlug erneut zu: In der 70. Minute verwertete er eine flache Hereingabe von Logan Davonport und schnürte den Doppelpack. "Ich hab einfach geschossen, weil Logan so geschaut hat, als würde er mich sonst anschreien", grinste Greenwald nach dem Spiel.

Doch Meppen wäre nicht Meppen, wenn sie kampflos aufgegeben hätten. Nur vier Minuten später sorgte der 18-jährige Ernst Gruber mit einem beherzten Rechtsschuss nach Vorarbeit von Beier für den Anschluss. Sein erster Treffer in der 3. Liga - und was für einer! Das Stadion tobte, die Meppener Bank stand Kopf, und plötzlich war wieder alles möglich.

"Da dachte ich: Jetzt kippt das Ding", sagte Trainer Borgmann später. Und tatsächlich: In den Minuten danach rollte Angriff auf Angriff auf das Velberter Tor. Gruber, Grossmann, Hummel - sie alle hatten noch Gelegenheiten, doch entweder fehlte das letzte Quäntchen Präzision oder Marco Ackermann im Gästetor parierte glänzend.

Velbert verteidigte mit Leidenschaft und einer ordentlichen Portion Glück. Gelbe Karten für Kennedy (30.), Kinmont (83.) und Maurer (88.) zeigten, dass der Sieg nicht ohne Kratzer erkauft wurde. Meppens Herbert Hummel sah ebenfalls Gelb (46.) - vielleicht aus Frust über die verpassten Chancen.

Die Statistik sprach am Ende klar für die Gastgeber: 12 Torschüsse zu 8, mehr Ballbesitz, leicht bessere Zweikampfquote (51,6 Prozent). Aber Fußball ist nun mal kein Schönheitswettbewerb. "Ballbesitz ist was für Statistikfreunde, Tore zählen für die Tabelle", kommentierte Velberts Trainer Klaus Bock mit einem süffisanten Lächeln.

Velbert spielte über 90 Minuten mit offensiver Ausrichtung, aber diszipliniert und durchschaubar strukturiert. Ihr Passspiel war ausgewogen, die Chancenverwertung eiskalt - zwei Eigenschaften, die Meppen an diesem Abend schmerzlich vermissen ließ.

Als Schiedsrichter Lutz die Partie abpfiff, sackten einige Meppener Spieler enttäuscht auf den Rasen. Der 18-jährige Gruber, trotz Niederlage mit Glanzmoment, wurde von den Fans gefeiert. "Ich hätte mir gewünscht, dass mein Tor mehr bringt", sagte er leise, während er ein Autogramm gab.

Velbert dagegen feierte ausgelassen. Greenwald nahm den Ball mit, Davonport klopfte ihm auf die Schulter - das Duo hatte den Unterschied gemacht.

Ein Spiel, das zeigte, dass Effizienz manchmal lauter spricht als Ballbesitz. Meppen wird sich fragen, wie man trotz Überlegenheit den Kürzeren ziehen konnte. Velbert wird dagegen sagen: "Genau so war’s geplant."

Und irgendwo im Emsland klang der Satz von Trainer Borgmann noch nach: "Wir müssen aus Chancen wieder Tore machen - sonst schreibt der Reporter morgen sowas wie heute." Nun ja, Herr Borgmann - Auftrag erfüllt.

19.08.643990 00:49
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