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Grebenstein ringt Fortuna Mombach nieder - jung, wild und siegreich

Ein Montagabendspiel in der Landesliga 26 kann vieles sein: kalt, zäh und manchmal erstaunlich unterhaltsam. Das Duell zwischen Grebenstein und Fortuna Mombach am 23. Spieltag war von allem ein bisschen - und endete mit einem knappen, aber verdienten 1:0‑Sieg der Gastgeber. 2 606 Zuschauer froren sich die Hände wund, klatschten aber am Ende begeistert für eine junge Grebensteiner Mannschaft, die mit viel Mut, Tempo und jugendlichem Leichtsinn den Favoriten aus Mombach bezwang.

Das Tor des Abends fiel kurz vor der Pause: In der 41. Minute zog der 18‑jährige Ivan Camara nach feinem Zuspiel von Olivier Albers ab. Der Ball schlug unhaltbar im rechten oberen Eck ein - ein Treffer wie gemalt, und zugleich der einzige, der an diesem Abend zählte. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Camara später, "aber wenn’s so reingeht, sag ich natürlich, es war Absicht." Trainer Pipa Po kommentierte trocken: "Wenn er noch öfter so ’versehentlich’ trifft, darf er das ruhig weiter behaupten."

Dabei hatte Fortuna Mombach über weite Strecken mehr vom Spiel. 57 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache, doch die Gäste wussten mit dem Leder wenig anzufangen. Ganze drei Torschüsse brachte die Mannschaft von Trainer Jürgen Stein zustande - ein Wert, der bei der Statistikabteilung wohl eher in der Rubrik "Sparmodus" geführt wird. Grebenstein dagegen schoss 14‑mal aufs Tor, spielte mutig über die Flügel und ließ sich selbst von einer frühen Gelben Karte für den 18‑jährigen Gustav Weber (7.) nicht beirren.

Fortunas Jens Pfeiffer sah in der 35. Minute ebenfalls Gelb, nachdem er Alessandro Musso robust von den Beinen geholt hatte. "Ball gespielt!", brüllte Pfeiffer empört - der Schiedsrichter nickte höflich, zeigte aber trotzdem die Karte. In der 82. Minute folgte eine weitere Verwarnung für Olivier Albers, der offenbar kurzzeitig vergaß, dass Grätschen von hinten nicht mehr zu den modernen Verteidigungsformen zählt.

Grebenstein startete mit einer klar offensiven Ausrichtung - Flügelspiel, Kurzpasskombinationen, aggressives Zweikampfverhalten. Mombach hingegen blieb seinem "balancierten" Stil treu, was an diesem Abend allerdings eher nach halber Kraft wirkte. "Wir wollten Ruhe ins Spiel bringen", erklärte Mombachs Kapitän Berndt Hofmann, "aber die Grebensteiner sind gelaufen, als hätten sie Duracell im Blut."

Nach dem Seitenwechsel brachte Trainer Po frische Beine: Musso kam für Markus Abelson, später ersetzte der 17‑jährige Duarte Baiao den agilen Benjamin Bayer. Beide fügten sich nahtlos ein, Baiao sorgte in der 70. Minute mit einem beherzten Schuss noch einmal für Aufregung - knapp drüber. In der 78. Minute dann Schreckmoment: Konstantin Bykow verletzte sich am Knöchel und musste behandelt werden. "Er hat sich vertreten", gab Po Entwarnung, "nichts Dramatisches - höchstens sein Stolz, weil er gestolpert ist, ohne dass jemand in der Nähe war."

Die letzten zehn Minuten wurden zur Zitterpartie. Fortuna warf alles nach vorn, doch Grebensteins Abwehr um Herbert Hauser und Timm Michel hielt stand. Torhüter Aitor Gamoneda, 17 Jahre jung und mit Nerven aus Drahtseilen, pflückte in der 89. Minute eine letzte Flanke sicher herunter. Danach pfiff der Schiedsrichter ab - und der Jubel auf der Grebensteiner Bank war größer als das Stadion selbst.

"Das war kein Schönheitspreis, aber ein Arbeitssieg", resümierte Trainer Po. "Wir haben 14 Schüsse, die einen oder anderen blauen Flecken und drei Punkte - das reicht mir." Sein Gegenüber Jürgen Stein schüttelte den Kopf: "Wir hatten den Ball, sie hatten das Tor. Fußball kann so einfach sein - leider auch so grausam."

Während die Spieler von Grebenstein noch mit ihren Fans Selfies machten, murmelte ein älterer Zuschauer auf der Tribüne: "So jung und schon so abgezockt. Früher hätten wir in dem Alter noch den Ball über den Zaun geschossen." Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis dieses Abends: eine Mannschaft, die nicht perfekt, aber furchtlos spielt.

Und so bleibt vom 1:0 gegen Mombach mehr als nur ein Ergebnis. Es war ein Lehrstück in Leidenschaft, jugendlichem Übermut und der Erkenntnis, dass man mit Offen­sivgeist auch in der Landesliga Geschichte schreiben kann - zumindest für eine Nacht.

Oder, wie es Torschütze Camara beim Verlassen des Platzes formulierte: "Ich bin 18, ich darf Fehler machen. Zum Glück war das heute keiner."

02.06.643993 16:37
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