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Chance Liga | 17. Spieltag | 27.08.26 | Graffin Vlasim - Hradec Kralove 1:7 Dabei begann der Abend für Vlasim durchaus verheißungsvoll. In der 15. Minute traf Patrik Jablonsky zum 1:0. Nach Vorlage von Innenverteidiger Petr Brabec durfte sich der rechte Angreifer feiern lassen, während auf den Rängen kurz die Hoffnung auf einen besonderen Fußballabend entstand. "Da dachten wir: Heute könnte etwas gehen", sagte Jablonsky später. "Leider dachte Hradec offenbar dasselbe." Nur zwei Minuten hielt die Führung. Dries Houziaux glich in der 17. Minute nach Zuspiel von Yisrael Assulin aus. Der Belgier hatte bereits zuvor mehrfach auf das Tor geschossen und bewies damit eine Beharrlichkeit, die man bei Vlasim an diesem Abend gern im gesamten Team gesehen hätte. In der 25. Minute drehte Assulin die Partie selbst - vorbereitet von Agustin Etxeita. Der 37-Jährige war damit nicht nur Vorbereiter, sondern begann, sich als Hauptbuchhalter auf der Anzeigetafel zu betätigen. In der 35. Minute erhöhte Robbe Decraen auf 3:1, erneut kam die Vorarbeit von Assulin. Kurz vor der Pause schlug der Routinier ein zweites Mal zu: In der 45. Minute traf Assulin nach Vorlage von Etxeita zum 4:1. Die Halbzeitansprache in der Kabine von Graffin Vlasim dürfte entsprechend weniger nach taktischer Feinjustierung als nach Schadensbegrenzung geklungen haben. "Wir wollten kompakt bleiben", lautete die Analyse von Hradec-Trainer Thomas Michael Rinesch. "Nach dem Rückstand haben wir dann beschlossen, die Sache etwas deutlicher zu machen." Hradec wechselte zur Pause Carlos Antonio und Leon Kaiser aus, Nikolaj Moissejew und Milan Stepanov kamen ins Spiel. Am Kräfteverhältnis änderte das wenig. In der 57. Minute erzielte Etxeita das 5:1, diesmal nach Vorlage von Bernt Brandt. Sieben Minuten später trug sich auch Carlos Antonio in die Torschützenliste ein - sein Treffer zum 6:1 wurde von Leon Kaiser vorbereitet, der zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits ausgewechselt war. Fußball kann manchmal erstaunlich großzügig mit der Dramaturgie umgehen. Den Schlusspunkt setzte Houziaux in der 74. Minute mit seinem zweiten Treffer. Francisco Moutinho lieferte die Vorlage. Danach durfte Vlasim immerhin aufatmen: Weitere Tore fielen nicht. Das lag vermutlich weniger an mangelnden Möglichkeiten als an einer gewissen Gnade des Gastes. Die Zahlen erzählen den Abend ebenso schonungslos wie die Anzeigetafel. Hradec kam auf 18 Torschüsse, Vlasim auf sechs. Der Ballbesitz sprach mit 52,1 Prozent zwar knapp für die Gastgeber, doch Ballbesitz ist bekanntlich kein Pfandhaus, in dem man automatisch Tore dafür bekommt. In den Zweikämpfen war Hradec mit einer Quote von 55,0 Prozent ebenfalls überlegen. Vlasim kam auf 45,0 Prozent. Jakub Pikl sah in der 43. Minute Gelb, Jose Maria Arrondo in der 90. Minute ebenfalls. "Wir hatten den Ball ein bisschen öfter", sagte ein Zuschauer auf dem Heimweg, "aber Hradec hatte offenbar die Gebrauchsanweisung dazu." Das war vermutlich die treffendste Zusammenfassung dieses Abends. Für Rinesch und Hradec war es ein Fest der Effizienz und Konsequenz. Für Graffin Vlasim bleibt die Erkenntnis, dass eine frühe Führung gegen einen offensiv eingestellten Gegner nicht zwingend ein Vorteil ist. Manchmal ist sie nur die höfliche Einladung, besonders schnell zurückzuschlagen. 27.08.2026 21:24 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler