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Gorillas zähmen die Hounds - ein 4:0 der spielerischen Übermacht

Im Stadion von Atlanta roch es am Dienstagabend nach Popcorn, Regen und Toren - zumindest für die einen. 36.438 Zuschauer hatten sich zum 9. Spieltag der 2. Liga USA eingefunden, um zu sehen, ob die heimischen Atlanta Gorillas ihre wilde Offensivlust zügeln können. Antwort: Nein, wollten sie nicht, mussten sie auch nicht. Am Ende stand ein sattes 4:0 gegen die Pittsburgh Hounds - ein Ergebnis, das beinahe schmeichelhaft für die Gäste war.

Schon in der Anfangsphase zeichnete sich ab, dass die Hounds den Ball wohl nur selten aus der Nähe sehen würden. 73 Prozent Ballbesitz für Atlanta, 17 Torschüsse gegen einen einzigen der Gäste - das Zahlenwerk liest sich wie ein Trainingsspiel mit ungleichen Teams. Trainerin Anja Meister hatte ihre Gorillas einmal mehr auf "Alles nach vorn" eingestellt, und ihre Spieler folgten dieser Devise mit Begeisterung.

Die erste halbe Stunde war ein Dauerangriff auf das Tor von Adriano Panero, dem Torwart der Hounds, der sich bald wie in einer Schießbude vorkam. Joseph Winfield, der 20-jährige Mittelstürmer, prüfte ihn in der 32., 34., 36. und 42. Minute, während Linksaußen Enrico Montauro auf der anderen Seite Flanken schlug, als sei er mit einem Dauerauftrag unterwegs. "Ich hatte irgendwann das Gefühl, der Ball will gar nicht mehr raus aus deren Strafraum", grinste Winfield nach dem Spiel.

Das überfällige 1:0 fiel schließlich in der 43. Minute: Kalman Zavadszky, der Routinier auf rechts, vollendete nach Vorlage von Montauro eiskalt. Es war einer dieser Momente, in denen man dachte: Endlich! Und gleichzeitig: Das wird heute noch ein langer Abend für Pittsburgh.

Nach der Pause änderte sich nichts Wesentliches - außer, dass die Gorillas jetzt auch trafen, wenn sie Lust hatten. In der 65. Minute erhöhte Winfield auf 2:0, nach einem wunderbaren Steilpass von Innenverteidiger Vladimir Dubovsky, der offenbar beschlossen hatte, selbst ein bisschen Offensivfreude zu versprühen. "Ich hab’ einfach gesehen, dass Joseph läuft - und dachte, warum nicht?", sagte der 19-Jährige später mit dem Lächeln eines Mannes, der weiß, dass er sich soeben in die Scorerliste eingetragen hat.

Die Hounds, die sich nach Kräften wehrten, bekam man derweil kaum zu sehen. Ihr einziger Torschuss, ein halbherziger Versuch von Arne Breuer in der 49. Minute, flog so weit über das Tor, dass ein Zuschauer im Oberrang reflexartig die Hände hob. "Ich schwöre, ich hab kurz überlegt, ob ich den Ball behalten darf", witzelte er auf der Tribüne.

In der Schlussphase brach das defensive Kartenhaus der Gäste endgültig zusammen. Linksverteidiger Max Hardin, scheinbar getrieben vom Wunsch, auch mal auf dem Spielberichtsbogen zu erscheinen, zog in der 85. Minute ab - und traf! Ein satter Linksschuss, unhaltbar. Und weil’s so schön war, legte Winfield drei Minuten später noch das 4:0 nach. Doppeltorschütze, Publikumsliebling, Mann des Abends.

Pittsburghs Trainer Michel Neyerllin wirkte nach Spielschluss wie ein Mann, der innerlich schon beim nächsten Training war. "Wir wollten offensiv spielen, aber irgendwann war das wie gegen eine Wand. Eine sehr laute Wand", seufzte er. Seine Spieler hatten am Ende nicht nur konditionell, sondern auch moralisch das Nachsehen - drei Gelbe Karten, davon zwei gegen die Gorillas selbst, zeugten immerhin von einem gewissen Restwiderstand.

Trainerin Anja Meister zeigte sich nach dem Spiel sichtlich zufrieden: "Das war die konsequenteste Leistung, die ich von meiner Mannschaft bisher gesehen habe. Wir wollten dominieren - und das haben wir getan." Auf die Frage, ob sie mit 17 Torschüssen zufrieden sei, antwortete sie mit einem Augenzwinkern: "Ja, aber Joseph hätte ruhig noch zwei machen dürfen."

Während die Fans noch auf den Rängen tanzten, fasste Gorillas-Kapitän Zavadszky das Spiel wohl am besten zusammen: "Wenn wir so weiterspielen, muss uns jemand irgendwann bremsen - sonst tun wir’s selbst."

Fazit: Die Gorillas haben an diesem Abend gezeigt, dass Ballbesitzfußball nicht langweilig sein muss, wenn man ihn mit Tempo, Witz und einem Hauch jugendlicher Unverschämtheit würzt. Pittsburgh dagegen muss sich ernsthaft fragen, ob "offensiv" in ihrer Taktiktafel wirklich das richtige Wort war.

Und irgendwo in Atlanta lächelt jetzt ein Gorilla - wahrscheinlich mit einem Ball unter dem Arm und vier Toren im Gepäck.

12.02.643994 00:40
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