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Gorillas zähmen den Spirit - Atlanta gewinnt turbulentes 3:2 gegen Baltimore

Es war ein Abend, wie ihn Fußball-Götter lieben und Trainer hassen: fünf Tore, unzählige Nerven, eine Gelbe Karte für übertriebenen Einsatzwillen - und 38.093 Zuschauer, die im Stadion von Atlanta alles bekamen, was ein Spiel zwischen den Gorillas und dem Spirit verspricht: rohe Energie, feine Technik und ein Hauch Chaos. Am Ende jubelten die Gastgeber mit 3:2, während Baltimore Spirit lange Gesichter zog und wohl noch im Mannschaftsbus über verpasste Chancen diskutierte.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Nach gut 20 Minuten nutzte Baltimores Luke Irwin eine Unaufmerksamkeit in Atlantas Hintermannschaft und schob aus spitzem Winkel zum 0:1 ein. "Ich hab nur gedacht: Wenn keiner hingeht, geh ich halt", grinste Irwin später mit einer Mischung aus Stolz und Resignation - denn sein Treffer war am Ende zu wenig. Die Gorillas brauchten eine Weile, um den Schock zu verdauen, doch kurz vor der Pause kam der Auftritt von Diego Rielo - der Mann, der heute wohl einen eigenen Fanclub gründen könnte. In der 43. Minute versenkte er den Ball nach einer Vorlage von Abwehrhüne Nenad Denic und stellte das Spiel auf Anfang: 1:1.

"Wir haben da unser Gorilla-Herz gezeigt", sagte Trainerin Anja Meister später. "Vorher waren wir zu brav. Dann haben sie endlich angefangen, zu kämpfen - und ja, manchmal auch zu brüllen." Brüllen durfte Rielo wenig später erneut: Gleich nach Wiederanpfiff traf er in der 50. Minute zum 2:1. Ein typischer Rielo-Treffer: explosiv, eiskalt, mit einem kurzen Blick zum Torwart, der wohl noch immer nach dem Ball sucht.

Baltimore, das insgesamt 55 Prozent Ballbesitz hatte, spielte zwar gefällig, aber ohne Konsequenz. Nur fünf Schüsse auf das Tor - das ist für eine Mannschaft mit dem Wort "Spirit" im Namen etwas wenig. "Wir haben zu viel nachgedacht", meinte Mittelfeldstratege Noah Lockwood. "Und während wir dachten, hat Atlanta schon wieder geschossen." Tatsächlich feuerten die Gorillas 13 Mal Richtung Gehäuse von Baltimores Keeper Lucas Gady - einer davon fand in der 80. Minute durch Linksverteidiger Gabriel Petre den Weg ins Netz. Petre, der kurz zuvor noch Gelb kassiert hatte, nahm es gelassen: "Wenn man schon verwarnt ist, kann man wenigstens ein Tor machen."

Davor hatte Kian Smith in der 78. Minute noch einmal für Hoffnung bei den Gästen gesorgt, als er per flachem Rechtsschuss den Ausgleich erzielte. Zwei Minuten später aber machte Petre mit seinem Treffer den Deckel drauf - und Atlanta durfte feiern.

Die Statistik erzählte danach eine kleine Parabel über Effizienz: weniger Ballbesitz, aber mehr Mut. Die Gorillas gewannen 54 Prozent der Zweikämpfe und liefen in der Schlussphase gefühlt auch für ihre Fans mit. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon nicht mehr laufen könnt, lauft wenigstens mit Stil", witzelte Meister in der Pressekonferenz. Ihr Gegenüber, ein sichtlich frustrierter Coach von Baltimore (dessen Name vom Verein nicht genannt wurde), murmelte nur: "Wir hatten das Spiel im Griff - bis der Ball rollte."

In der Schlussphase wurde es dann noch einmal hitzig. Petre sah Gelb, weil er nach einem Zweikampf den Ball etwas zu temperamentvoll wegschlug. "Ich wollte nur den Ballbesitz sichern", verteidigte er sich später schmunzelnd. Die Fans nahmen es mit Humor und feierten jeden gewonnenen Zweikampf wie ein Tor.

Anja Meister wechselte klug: In der 60. Minute brachte sie den jungen Harrison Baker für den müde gewordenen Rielo - eine Maßnahme, die frischen Wind brachte. Auch Dylan Hunt und Eldar Putschkow durften ran und sorgten für neuen Schwung. Baltimore hingegen blieb bei seiner ausgewogenen, fast zu höflichen Spielweise - kein Pressing, kaum Risiko.

Am Ende blieb das Gefühl, dass Atlanta an diesem Abend nicht nur ein Spiel gewonnen, sondern ein Statement gesetzt hatte. Die Gorillas sind zurück - bissig, laut, unberechenbar. "Wir sind keine Schönspieler", sagte Meister mit einem Augenzwinkern, "aber wir spielen schön, wenn’s nötig ist."

Und während die Lichter im Stadion langsam ausgingen, hörte man noch einige Fans singen - nicht ganz textsicher, aber voller Leidenschaft. Vielleicht das schönste Symbol für diesen Abend: unperfekt, aber mit Herz. Die Gorillas jedenfalls haben den Spirit gezähmt - zumindest bis zum nächsten Spieltag.

05.08.643990 10:55
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