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Gorillas scheitern an cleveren Revs - 1:2-Heimniederlage mit viel Drama

Es war ein lauer Februarabend in Atlanta, aber auf dem Rasen brodelte es: 40.123 Zuschauer sahen beim 7. Spieltag der 1. Liga USA ein packendes Duell zwischen den Atlanta Gorillas und den Foxborough Revs - und am Ende jubelten nur die Gäste. Mit 1:2 (1:1) entführten die Revs drei Punkte aus dem Gorilla Dome, nicht zuletzt dank abgeklärtem Spiel und einem Hauch Glück in den entscheidenden Momenten.

Schon die Anfangsminuten waren ein Versprechen auf einen turbulenten Abend. Die Gorillas, von Trainerin Anja Meister gewohnt offensiv eingestellt, griffen an, als gäbe es kein Morgen. Bereits in der ersten Minute prüfte der junge Joseph Winfield den gegnerischen Keeper Argün Yozgatli mit einem strammen Schuss - ein Vorgeschmack auf eine wilde erste Halbzeit. "Wir wollten zeigen, dass wir keine Angst vor großen Namen haben", erklärte Winfield später, während er sich mit einem Handtuch die Schweißperlen von der Stirn wischte.

In der 18. Minute schien der Plan aufzugehen: Kalman Zavadszky, der unermüdliche Rechtsaußen der Gorillas, traf nach Vorarbeit von Innenverteidiger Nenad Denic zum 1:0. "Ich habe einfach draufgehalten, das war kein Kunstwerk, eher ehrliche Handarbeit", grinste Zavadszky. Das Stadion bebte, und man sah selbst die sonst so nüchterne Trainerin Meister mit geballter Faust an der Seitenlinie.

Doch die Freude währte nur kurz. In Minute 24 nutzte Foxboroughs Flügelflitzer Alberto Guardia eine Unaufmerksamkeit der Hintermannschaft und netzte abgeklärt ein - nach feinem Zuspiel von Rechawam Lieberman. "Wir haben kurz geschlafen, und in dieser Liga wird das sofort bestraft", knurrte Meister später in der Pressekonferenz.

Nach dem Ausgleich war das Spiel ein offener Schlagabtausch. Die Gorillas feuerten aus allen Lagen (am Ende 10 Torschüsse), während die Revs geduldig blieben und auf ihre Chancen lauerten. Foxborough hatte mit 56 Prozent Ballbesitz die Kontrolle, doch Atlanta suchte den direkten Weg zum Tor - manchmal etwas zu direkt. "Unsere Philosophie ist einfach: Wenn du nicht schießt, kannst du auch nicht treffen", kommentierte Meister trocken, als man sie auf das wilde Offensivkonzept ansprach.

Kurz vor der Pause musste Foxboroughs junger Stürmer Guardia nach einem Zusammenprall verletzt vom Feld. Für ihn kam der erfahrene Gawriil Golikow, der allerdings nicht lange bleiben sollte - auch er humpelte Minuten später angeschlagen hinaus. Es war, als hätte jemand über dem Stadion ein Schild mit der Aufschrift "Vorsicht - Drama!" aufgehängt.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild allmählich. Die Revs spielten weiterhin sachlich, fast stoisch. In der 56. Minute dann der entscheidende Moment: Leonardo Marina, der elegante Mittelfeldlenker, bediente Fernando Antonio mustergültig, und der 34-Jährige schob eiskalt zum 1:2 ein. Es war sein neunter Saisontreffer - und wohl einer seiner einfacheren. "Leonardo hat das Auge, ich hab nur den Fuß hingehalten", sagte Antonio später mit einem Lächeln, das verriet: Er wusste genau, wie wichtig dieser Treffer war.

Atlanta rannte an, doch die Präzision fehlte. Alessio Sosti vergab in der 82. Minute die letzte große Chance, als er den Ball aus kurzer Distanz über die Latte jagte. "Ich dachte, der Ball will einfach nicht rein", murmelte er nach Abpfiff sichtlich frustriert.

Und dann kam Evan O’Brien. Erst Gelb in der 84. Minute, dann - nach einem rustikalen Einsteigen kurz vor Schluss - Gelb-Rot in der 90. Ein Sinnbild für den Abend der Gorillas: viel Einsatz, wenig Ertrag. "Er wollte einfach zu viel", meinte Coach Meister mit einem gequälten Lächeln.

Bei den Revs hingegen herrschte nach dem Schlusspfiff ausgelassene Stimmung. Trainerin Anja Meister gratulierte fair: "Foxborough war heute einfach cleverer." Revs-Kapitän Reece Henderson fasste es nüchterner zusammen: "Wir haben gespielt wie Erwachsene gegen Jungs - und das war der Unterschied."

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe, zumindest in der Offensive: 10 zu 11 Torschüsse, fast identische Zweikampfquoten. Aber wer den Ball 56 Prozent der Zeit kontrolliert und die Ruhe behält, gewinnt eben oft das Spiel - oder wie Fernando Antonio es formulierte: "Manchmal musst du den Gorilla einfach tanzen lassen, bis er müde wird."

Die Gorillas bleiben nach dieser Heimniederlage im Tabellenmittelfeld stecken, während die Revs weiter oben anklopfen. Für Atlanta heißt es nun: Kopf hoch, Krallen schärfen und beim nächsten Mal wieder zubeißen.

Oder, wie ein älterer Fan beim Rausgehen sagte: "Wenn sie schon Gorillas heißen, sollten sie wenigstens aufhören, sich selbst Bananenschalen in den Weg zu werfen."

17.08.643990 10:28
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Das Gegentor fiel zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt. Aber man muss an dieser Stelle auch einmal die Frage stellen, ob es Gegentore gibt, die zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt fallen.
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