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Goats stürmen Minnesota nieder - Ashton mit Dreierpack im Schneetreiben

Es war einer dieser Abende, an denen selbst der Wind im Stadion von Minneapolis zu frieren schien - aber die Los Angeles Goats kamen offenbar direkt aus der Wüste und brachten Hitze mit. 41.284 Zuschauer sahen ein 0:4-Debakel der Minnesota Rowdies, das sich schon nach wenigen Minuten abzeichnete. "Wir waren von der ersten Sekunde an nicht wach", knurrte Heimtrainer Justin Moore später in die Mikrofone. "Und die Ziegen - pardon, Goats - haben uns einfach überrannt."

Überrannt ist fast zu milde: Schon in der 6. Minute zeigte Tyler Ashton, warum er derzeit als einer der gefährlichsten Stürmer der Liga gilt. Nach einem feinen Querpass von Caio Moutinho zog er unwiderstehlich ab - 0:1. Der Ball zappelte im Netz, und die Rowdies wirkten so überrascht, als hätten sie gerade einen Meteor einschlagen sehen.

Ashton hatte an diesem Abend offenbar eine persönliche Mission. Viermal traf er das Tor, dreimal zählte es. Insgesamt feuerte Los Angeles 20 Schüsse auf das Gehäuse von James Morrison ab, während Minnesota sich mit gerade einmal drei zaghaften Versuchen begnügte. "Ich hätte mir ein Klappstuhl mitbringen können", witzelte Goats-Keeper Benjamin Duchesne nach der Partie. "Mehr zu tun hatte ich nicht."

Minnesota versuchte, mit Ballbesitz gegenzuhalten - 49,9 Prozent sind ja ehrenwert -, doch es fehlte an allem, was ein Angriffsspiel braucht: Ideen, Tempo und Zielwasser. Stattdessen kassierten sie in der 18. Minute die erste Gelbe Karte des Spiels: Alf Ravn, der rechte Mittelfeldspieler, grätschte einen Ball so rustikal weg, dass man die Schneeflocken zittern sah.

Die Goats hingegen wirkten eiskalt und effizient. Ihr Trainer Liam Capo hatte seine Elf defensiv geordnet und auf Konter eingestellt - und genau das funktionierte perfekt. "Wir wissen, dass Minnesota gerne hübschen Fußball spielt", grinste Capo. "Heute haben wir ihnen gezeigt, dass Schönspielerei manchmal in Schönschmerz endet."

Nach der Pause ging das Spektakel weiter. In der 55. Minute war es wieder Ashton, diesmal nach Vorlage von Laurent Astruc. Ein schneller Doppelpass, ein präziser Schuss - 0:2. Während die Rowdies noch überlegten, wer eigentlich wen deckt, feierten die Goats an der Eckfahne.

Die Rowdies gaben sich zwar nicht auf, doch jeder Angriff endete, als hätte jemand die "Stopp"-Taste gedrückt. Archie Bloomfield hatte in der 54. Minute die beste Chance für Minnesota, aber sein Schuss landete in den Handschuhen von Duchesne. Kurz darauf wechselte Capo klugerweise seinen Mittelfeldmotor: Peter Borbely kam für Moutinho (66.) - und der sollte später noch glänzen.

Denn in der 74. Minute erhöhte Harvey Morriss nach einem butterweichen Zuspiel von Frederik Holst auf 0:3. Holst bekam dafür kurz darauf Gelb, weil er beim Jubel etwas zu ausgelassen in Richtung der Heimfans winkte. "Ich wollte nur meine Mutter grüßen", behauptete er lachend. "Sie sitzt seit Jahren im falschen Block."

Der Schlusspunkt kam - natürlich - von Tyler Ashton. In der 82. Minute legte Borbely quer, Ashton nahm Maß und drosch den Ball humorlos unter die Latte. 0:4, der Dreierpack perfekt. Danach klatschte er demonstrativ in Richtung Trainerbank, wo Capo ihm mit einem breiten Grinsen zunickte.

"Er war heute einfach unaufhaltsam", schwärmte Capo später. "Manchmal muss man als Trainer einfach dankbar sein, dass man das Trikot zählt und nicht selbst verteidigen muss."

Justin Moore hingegen suchte nach Erklärungen - und fand keine. "Vielleicht lag’s am Rasen, vielleicht am Vollmond", murmelte er, ehe er den Presseraum verließ. Sein junger Stürmer Kai Dunn stand daneben und zuckte mit den Schultern: "Wir lernen. Heute war’s halt Lehrgeld. Und zwar mit Trinkgeld."

Statistisch war das Ergebnis so klar wie die Winterluft: 20:3 Torschüsse, 57,6 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Goats. Minnesota dagegen verlor nicht nur den Ball, sondern auch den Glauben an die eigene Struktur.

Als die Lichter im Stadion ausgingen, applaudierten die mitgereisten Fans aus Kalifornien noch immer. Einer hielt ein Banner hoch: "Fear the Goat." Nach diesem Abend dürften das nun auch die Rowdies tun.

Vielleicht tröstet sie, dass selbst ein 0:4 irgendwann Geschichte ist. Nur dumm, dass diese Geschichte noch eine ganze Woche lang in jeder Sportsendung erzählt werden wird.

24.12.643990 10:00
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Das Gegentor fiel zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt. Aber man muss an dieser Stelle auch einmal die Frage stellen, ob es Gegentore gibt, die zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt fallen.
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