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48383 Zuschauer im sonnendurchglühten "Goatdome" sahen ein Spiel, das zunächst nach einem offenen Schlagabtausch roch - und dann nach Ziegenstall. Mit einem furiosen 5:1‑Sieg über die Miami Strikers hat die Mannschaft von Trainer Liam Capo am 31. Spieltag der 1. Liga USA ein Ausrufezeichen gesetzt, das man bis an den Atlantik hören dürfte. Dabei fing alles recht gemächlich an. Miami kam mit mehr Ballbesitz (54 Prozent), aber weniger Biss, während Los Angeles von Beginn an mit langen Bällen und viel Herz operierte. Schon in der 2. Minute donnerte Innenverteidiger Lewis Baker den Ball Richtung Tribüne - ein frühes Statement, dass hier niemand zimperlich sein würde. Nach einer guten Viertelstunde wurde das Spiel lebendiger: Asen Boschinow, der quirlige Linksaußen, zündete in der 22. Minute den Turbo, ließ zwei Strikers ins Leere grätschen und jagte das Leder zum 1:0 in die Maschen. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Boschinow später, "aber wenn’s passt, dann passt’s." Miami antwortete prompt. Acht Minuten später war es Lazaros Kaklamanis, der nach Vorlage von Callum Edwards die Lücke fand und zum 1:1 einschob. "Wir waren da sogar besser im Spiel", meinte Strikers‑Coach (der lieber anonym bleiben wollte - man verstand ihn). Doch wer dachte, das würde ein enges Duell bleiben, sollte sich gewaltig irren. Nach der Pause kam die Stunde von Harvey Morriss - oder besser gesagt: seine halbe Stunde Ruhm. In der 52. Minute verwandelte er nach mustergültiger Flanke von Boschinow zum 2:1. Drei Minuten später dasselbe Duo, dieselbe Seite, fast dieselbe Szene: 3:1. "Asen hat mir den Ball zweimal so serviert, dass ich nur noch die Augen schließen musste", lachte Morriss, "und das hab ich beim zweiten Tor sogar getan." Miami verlor den Faden - und dann auch die Nerven. Mateo Xavier sah in der 75. Minute Gelb, nachdem er den Ball genervt in Richtung Linienrichter drosch. Trainer Capo an der Seitenlinie nahm’s mit einem Schulterzucken: "Wenn sie auf den Schiri zielen, treffen sie wenigstens mal etwas." In der 69. Minute hatte Frederik Holst bereits das 4:1 besorgt - ein Rechtsverteidiger, der sich plötzlich als Torjäger entpuppte. Wieder kam die Vorlage von Boschinow, der an diesem Abend an vier Treffern direkt beteiligt war. "Ich hab einfach Spaß am Chaos", sagte er mit einem Zwinkern. Ein kleiner Schreckmoment kam in der 51. Minute, als Linksverteidiger Adriano Diez verletzt vom Platz musste. Sein Ersatz David Coelho machte seine Sache ordentlich, auch wenn er kurz darauf Zeuge des Morriss‑Doppelschlags wurde. "Ich kam rein, und plötzlich fielen Tore wie Konfetti - das nenne ich Teamgeist", grinste Coelho später. Den Schlusspunkt setzte - wie könnte es anders sein - wieder Morriss. In der 87. Minute verwertete er eine butterweiche Hereingabe des eingewechselten Ezequiel Viqueira zum 5:1‑Endstand. Standing Ovations, Selfies mit Fans, ein zufriedener Capo, der nach Abpfiff lakonisch meinte: "Manchmal läuft’s einfach. Heute sind wir gerannt, geschossen, getroffen - und haben’s nicht kompliziert gemacht. Vielleicht sollten wir das öfter probieren." Statistisch bleibt festzuhalten: 24 Torschüsse der Goats gegenüber 6 der Strikers, eine Zweikampfquote von fast 57 Prozent für die Hausherren - und ein Publikum, das jede Grätsche feierte, als wäre sie ein Tor. Die Miami Strikers hatten zwar mehr Ballbesitz, aber weniger Ideen. Ihr Pressing fand praktisch nicht statt, ihr Mut blieb in Florida. Als der Stadionsprecher nach dem Spiel "Goats go wild!" brüllte, stimmte selbst der verletzte Diez auf Krücken mit ein. Ein Reporter fragte Morriss, ob er nun einen Ball mit nach Hause nehme. "Alle fünf", lachte der Dreifachtorschütze, "aber einer ist für Asen." Vielleicht war’s nur ein Spiel am 31. Spieltag, aber für die Fans der Goats fühlte es sich an wie ein Befreiungsschlag. Oder, wie Trainer Capo es formulierte: "Wenn man fünf Tore schießt, darf man auch mal wieder meckern, dass es nur fünf waren." Und während die Sonne über Los Angeles versank, tanzten die Goats auf dem Rasen - nicht elegant, aber glücklich. Miami dagegen stapfte wortlos in die Kabine. Ein Spiel, das zeigte: Ballbesitz ist schön, Tore sind schöner. 03.09.643993 06:13 |
Sprücheklopfer
Ja, erst Eckball und dann Tor.
Oliver Kahn auf die Frage: 'Herr Kahn, wie haben Sie die Situation gesehen, als jemand, der unmittelbar dabei war?' zu Manchesters 2:1 im CL-Finale