US Sports
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Goats drehen das Spiel - ein Abend zwischen Chaos, Kampf und Kaugummi

Es war einer dieser Abende im sonnigen Kalifornien, an denen die Luft nach Popcorn, Rasen und Hoffnung roch. 39.576 Zuschauer im Goats Stadium erlebten beim 19. Spieltag der 1. Liga USA ein Fußballspiel, das so begann, wie es für die Los Angeles Goats nie beginnen sollte - mit einem Gegentor nach vier Minuten. "Ich dachte, wir wären noch in der Aufwärmphase", knurrte Coach Liam Capo später mit einem Lächeln, das nur halb gespielt wirkte.

Der Schock kam früh: Friedrich Blume, rechter Mittelfeldspieler der Pittsburgh Hounds, traf eiskalt nach Vorlage von Michael Donovan. Ein Schuss, so präzise, dass selbst die Stadionkameras kurz irritiert wirkten. Goats-Keeper William Ackland streckte sich vergebens, und während die Hounds jubelten, starrte Capo auf seine Bank, als überlege er, ob er die ganze Mannschaft austauschen könne.

Doch die Goats wären nicht die Goats, wenn sie nicht mindestens einmal im Spiel das Chaos in Kunst verwandeln würden. Trotz 54 Prozent Ballbesitz, trotz 14 Torschüssen (zu mageren fünf der Hounds), wollte der Ausgleich in der ersten Hälfte nicht fallen. Tyler Ashton schoss, als gäbe es Bonuspunkte für Zielwasserverbrauch. Drei Mal innerhalb von 20 Minuten prügelte er den Ball aufs Tor - und drei Mal knallte der Ball irgendwo hin, nur nicht ins Netz. "Ich hab das Tor gesehen, ehrlich!", beteuerte Ashton nach dem Spiel, "aber es ist halt immer wieder weggerutscht."

Zur Pechsträhne der Gäste trug eine 25. Minute bei, die niemand in Pittsburgh vergessen wird: Silvestre Simao, der erfahrene Mittelfeldmotor, sackte nach einem Zweikampf zusammen und musste verletzt raus. Für ihn kam Orhan Kaya - ein Wechsel, der das Spiel der Hounds merklich stabilisierte, aber auch den Rhythmus brach.

Nach dem Seitenwechsel dann das, was man in Los Angeles wohl als Standardprogramm bezeichnet: ein Comeback mit Drama-Garantie. In der 53. Minute war es Asen Boschinow, der das Stadion mit einem strammen Linksschuss in Ekstase versetzte. Der Ball schlug unhaltbar ein - 1:1, und plötzlich sangen 40.000 Kehlen wieder im Takt. Boschinow rannte zur Trainerbank, küsste das Vereinslogo und rief laut: "Jetzt sind wir wach!"

Neun Minuten später wurde aus Wachsein pures Feuer. Harvey Morriss, der bullige Linksaußen mit dem Lächeln eines Gebrauchtwagenhändlers, nahm einen Pass von Ashton auf, drehte sich um die eigene Achse und hämmerte das Leder aus 16 Metern unter die Latte - 2:1 für die Goats! "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Morriss später, "aber dann hat der Ball beschlossen, selbst Geschichte zu schreiben."

Die Hounds wirkten danach wie ein Hund ohne Leine, der nicht weiß, wohin. Zwar versuchte Leopold Vittek in der Schlussphase noch dreimal, den Ausgleich zu erzwingen, doch Ackland im Tor der Goats bekam plötzlich übermenschliche Reflexe - oder einfach den richtigen Kaffee zur Pause. Besonders in der 88. Minute, als Vitteks Schuss aus spitzem Winkel wie ein Pfeil kam, streckte der Keeper seine Handschuhe in den Abendhimmel und kratzte den Ball aus dem Winkel.

Friedrich Blume, der Torschütze des frühen 0:1, sah in der 71. Minute noch Gelb nach einem unmotivierten Rempler gegen Boschinow. "Das war keine Absicht", beteuerte er, "ich wollte nur seine Trikotmarke lesen." Der Schiedsrichter sah das anders.

Als der Abpfiff kam, war es, als fiele eine tonnenschwere Last von den Schultern der Goats. 2:1, Arbeitssieg, Nervenspiel und Wiedergutmachung in einem. Trainer Capo fasste es trocken zusammen: "Wir haben uns in der Pause angeschrien - höflich, aber energisch. Danach haben die Jungs endlich gespielt wie Ziegen, die aufs Dach wollen."

Die Statistik sprach ohnehin klar: 54 Prozent Ballbesitz, 14 Schüsse aufs Tor, ein Tacklingwert von 55 Prozent. Die Hounds hielten mit Kampf dagegen, aber ihnen fehlte der Biss. "Wir haben gut angefangen und dann den Stecker gezogen", sagte Hounds-Coach Connor Bell lakonisch. "Leider war der Stromausfall dauerhaft."

In der Mixed Zone roch es nach Siegerschweiß und Erleichterung. Morriss plauderte mit Fans, Boschinow verteilte Trikots, und Capo stand am Spielfeldrand mit einem Kaugummi, das er kaute, als hinge der Ligatitel davon ab.

Die Goats bleiben somit auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze, während Pittsburgh weiter im Mittelfeld verharrt. Und wer dieses Spiel gesehen hat, weiß: In Los Angeles wird Fußball nicht nur gespielt - er wird inszeniert.

Oder, wie ein Fan auf der Tribüne rief, als Morriss sein Tor erzielte: "Das ist kein Fußball, das ist Kino!" - und selten hatte jemand in einem Stadion so recht.

26.08.643987 23:15
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Weisweiler und Happel sind tot, Hitzfeld ist bei den Bayern. RWO hat den besten Trainer, den man kriegen kann.
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