Anpfiff
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Germania Cuxhaven fegt Linx vom Platz - mit Stil, Schweiß und Sarkasmus

Es war einer dieser Abende, an denen das Flutlicht über Cuxhaven glühte wie eine übermotivierte Diskokugel: 4.084 Zuschauer, ein Freitagabend, Regionalliga A, 34. Spieltag. Germania Cuxhaven empfing den SV Linx, und schon nach 90 Minuten stand fest: Die Nordsee rauscht lauter als die Badenser verteidigen. 4:2 hieß es am Ende - ein Ergebnis, das so unterhaltsam zustande kam, wie es klingt.

Dabei begann alles mit einem Schock. Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, zappelte der Ball schon im Netz der Germania. Wolfgang Seitz, der Linxer Linksaußen mit dem Temperament eines Espresso-Doppels, traf in der ersten Minute nach feinem Zuspiel von Christian Stein. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Seitz nach dem Spiel, "aber der Ball hat sich anders entschieden."

Doch wer glaubte, Cuxhaven würde sich davon beeindrucken lassen, kennt die Truppe von der Küste schlecht. Zehn Minuten später donnerte Luis Jakob den Ausgleich ins Netz - nach Vorarbeit von Henri Bachellier, dessen Flankenfuß offenbar eine eigene GPS-Steuerung besitzt. Der Jubel hallte bis zur Hafenmole, und von da an nahm das Spiel den Charakter eines Feuerwerks an.

In der 26. Minute war es Noah Lithgow, der nach einem doppelten Doppelpass mit Alexander O’Shea das 2:1 erzielte. "Wir haben das im Training genau so nie geübt", lachte O’Shea später, "vielleicht sollten wir’s mal tun." Nur acht Minuten danach revanchierte sich der Ire und schob selbst nach Vorlage von - natürlich - Luis Jakob ein. 3:1 für Germania, die Fans standen Kopf, sogar der Stadionsprecher verhaspelte sich vor Begeisterung.

Linx jedoch wehrte sich tapfer. Der 17-jährige Dieter Wagner, der aussieht, als müsse er Montag wieder Mathe schreiben, traf in der 37. Minute sehenswert - nach Pass von Seitz. 3:2, und plötzlich war wieder Spannung drin. Germania-Trainer - der sich nach dem Spiel lieber anonym hielt ("Ich sag nur so viel: Wir haben Charakter gezeigt") - brüllte seine Jungs zur Konzentration, während Gästecoach Michal Dickschat am Spielfeldrand mit der Körpersprache eines Mannes stand, der ahnt, dass der Abend noch lang wird.

Direkt nach der Pause folgte der endgültige Knockout für Linx: Wieder Luis Jakob, diesmal nach feinem Zuspiel von Tim Buys. 4:2 in der 46. Minute - und die Messe war gelesen. Danach dominierte Germania Ball und Gegner. 58,6 Prozent Ballbesitz, 13 Torschüsse, während Linx mit acht Abschlüssen und einer roten Karte aus der Partie ging.

Ach ja, die rote Karte. Morgan Shepherd, Linksverteidiger mit britischem Namen und rustikalem Zweikampfverständnis, sah in der 79. Minute nach wiederholtem Foulspiel erst Gelb, dann Rot - binnen einer Minute. "Ich wollte nur den Ball treffen", erklärte er hinterher, "aber der Ball war halt nicht da." Dickschat kommentierte trocken: "Da war mehr Enthusiasmus als Präzision."

Cuxhaven spielte die letzten zehn Minuten wie beim sonntäglichen Hafenkick, ließ Ball und Gegner laufen. Ein paar Schüsse segelten noch über die Latte, ein paar Pässe landeten auf den Tribünen, aber das Publikum hatte längst genug gesehen.

Noah Lithgow kassierte in der 80. noch Gelb - vermutlich aus Langeweile. Sein Schulterzucken danach ("Ich war halt da") brachte selbst den Schiedsrichter zum Schmunzeln.

Nach Abpfiff jubelte das Team mit den Fans, während der Stadionsprecher den Klassenerhalt quasi ausrief. Luis Jakob, mit zwei Treffern der Mann des Abends, meinte bescheiden: "Ich hab einfach Spaß am Spiel. Und wenn der Ball reingeht, ist das Bonus."

Statistisch ließ Germania nichts anbrennen: mehr Schüsse, mehr Ballbesitz, mehr Kontrolle. Linx kämpfte, aber die Luft war raus - spätestens nach Shepherds Platzverweis.

Im Presseraum nach dem Spiel war die Stimmung gelöst. Dickschat zog sein Jackett aus und sagte: "Wir waren heute einfach zu höflich. Vielleicht sollten wir beim nächsten Mal unfreundlicher zum Ball sein." Der Cuxhavener Trainer konterte trocken: "Ihr wart höflich, wir waren hungrig - das macht den Unterschied."

Und so endete ein lauer Frühlingsabend an der Nordsee mit einem klaren Sieg, vier Toren für die Hausherren und der Erkenntnis, dass in Cuxhaven nicht nur Fische filetiert, sondern auch Gegner zerlegt werden.

Schlusswort? Vielleicht dieses: Wenn Germania Cuxhaven so weiterspielt, sollte man die Regionalliga bald in "Nordseeliga" umbenennen. Und Linx? Die nehmen aus Cuxhaven immerhin eine ordentliche Portion Erfahrung mit - und vermutlich Sand in den Stutzen.

07.10.643993 18:26
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Klaus Toppmöller
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