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Geras Führung verpufft - Hombergs Teenie-Sturm dreht das Spiel

Wer am Montagabend ins Geraer Stadion kam, um gemütlich einen Heimsieg zu sehen, bekam stattdessen eine Lehrstunde in jugendlicher Frechheit. Der FC Homberg siegte beim 1. FC Gera mit 2:1 (0:1) und das, obwohl die Gastgeber zur Pause schon wie die sicheren Sieger wirkten. 3929 Zuschauer erlebten eine Partie, die von Routine und jugendlichem Leichtsinn gleichermaßen geprägt war - allerdings mit vertauschten Vorzeichen.

"Wir hatten eigentlich alles im Griff", knurrte Geras Trainer Karsten Beckmann nach dem Abpfiff. "Und dann vergessen wir, dass ein Spiel 90 Minuten dauert." Seine Elf begann stark, ballsicher und mit viel Übersicht. 53 Prozent Ballbesitz und sieben Torschüsse am Ende sprechen eine deutliche Sprache - doch Tore zählen bekanntlich etwas mehr.

Bereits in der 16. Minute belohnte sich Gera für den druckvollen Start: Florian Scholz, der flinke Linksaußen, traf nach feinem Zuspiel von Noah Hiliard zur Führung. Hombergs Keeper Marc Berthier war chancenlos, und Scholz riss jubelnd die Arme in den frostigen Abendhimmel. "Ich hab den Ball genau da haben wollen, und Noah hat’s gemerkt", grinste Scholz später. Hiliard, 34 Jahre alt und mit der Ruhe eines Schachspielers gesegnet, ergänzte trocken: "So ein Pass gelingt mir auch nur, wenn keiner meckert."

Homberg, das in der ersten Halbzeit offensiv zwar bemüht, aber harmlos blieb, kassierte prompt noch eine Gelbe Karte: Innenverteidiger Max Stumpf sah in Minute 19 Gelb, nachdem er Scholz an der Außenlinie abräumte. Trainer Fridolin von Zahn kommentierte später mit ungerührter Miene: "Er wollte nur den Ball treffen. Leider stand da jemand im Weg."

In der Pause muss der Homberger Coach die richtigen Worte gefunden haben. Nach dem Seitenwechsel kam sein Team mit jugendlichem Elan aus der Kabine, die taktischen Stellschrauben deutlich nach vorne gedreht - offensiv, mit starkem Pressing und vollem Einsatz. Der eingewechselte Klaus Graf brachte frischen Wind auf der rechten Seite, und die erst 18-jährigen Flügelspieler schienen plötzlich keinen Respekt mehr vor den erfahreneren Geraern zu haben.

In der 60. Minute fiel der Ausgleich: Serge Lalonde, der zentrale Mittelfeldmann mit dem Überblick eines Dirigenten, spielte einen butterweichen Pass in den Lauf von Nael Aznar. Der 18-jährige Homberger blieb cool, schob trocken ein - und rannte direkt zur Eckfahne, wo er ein Tänzchen aufführte, das man wohl nur versteht, wenn man TikTok hat. "Ich wollte einfach Spaß haben", lachte Aznar später. "Und das Tor war für meine Oma. Sie schaut jedes Spiel im Stream."

Gera wankte, doch anstatt sich zu fangen, ließ das Team die Zügel schleifen. Hombergs Pressing griff, Gera verlor zunehmend die Ordnung. In der 67. Minute sah der junge Rechtsverteidiger Nicola Lombardi noch Gelb - ein Symbol für den steigenden Einsatzwillen der Gäste, die jetzt alles hineinwarfen. Nur fünf Minuten später folgte die kalte Dusche: der eingewechselte Aznar legte artistisch für Doruk Bulut auf, und der 26-jährige Mittelstürmer versenkte den Ball humorlos im Netz - 2:1 für Homberg.

"Da haben wir einfach zu tief gestanden", analysierte Gera-Kapitän Lucas Noack. "Und ehrlich: Der Junge Aznar war heute einfach zu schnell für uns."

Beckmann reagierte mit wilden Gesten, forderte mehr Mut, doch seine Mannschaft fand kein Rezept mehr gegen das entschlossene Pressing der Gäste. Homberg verteidigte clever, ließ zwar Gera den Ball, aber keine echten Chancen mehr zu. Der letzte Schuss von Scholz in der 71. Minute flog über das Tor - sinnbildlich für den Abend.

Hombergs Trainer von Zahn zeigte sich nach dem Schlusspfiff sichtlich zufrieden: "Ich hab meinen Jungs gesagt: Wenn ihr schon so jung seid, dann spielt auch so - frech, mutig, ohne Angst. Das haben sie gemacht." Auf die Frage, ob er nun von höheren Zielen träume, lachte er: "Ich träume erst, wenn die Jungs pünktlich zum Training kommen."

Gera dagegen muss sich fragen, warum die Routine nicht reichte. Vielleicht, weil Fußball manchmal einfach ein Spiel der Generationen ist - und das jugendliche Lächeln von Nael Aznar an diesem Abend mehr wert war als all die Erfahrung der Geraer Abwehr.

Oder, wie es ein älterer Fan beim Hinausgehen augenzwinkernd formulierte: "Früher war mehr Lametta, heute ist mehr Tempo." Und Tempo, das hatte Homberg an diesem Montagabend reichlich.

15.08.643987 11:27
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