Dagbladet Sport
+++ Sportzeitung für Dänemark +++

Gentofte-Vangede verzweifelt an sich selbst - 0:0 gegen Varde BK

Es gibt Fußballspiele, bei denen das Ergebnis lügt. Und dann gibt es solche wie dieses: Gentofte-Vangede gegen Varde BK, 25. Spieltag der 1. Liga Dänemark, 0:0. Kein Tor, kein Happy End, aber 48.383 Zuschauer, die am Montagabend immerhin wissen wollten, wie man 19:2 Torschüsse nicht in Zählbares umwandelt.

Die Gastgeber aus Gentofte begannen mit einer wahren Angriffslust. Schon in der achten Minute prüfte Pavlos Nikoloudis den Varde-Keeper Pascal Masse mit einem satten Linksschuss. Eine Minute später wollte Alberte Lauritsen nachlegen, doch der Ball landete - wie so oft an diesem Abend - irgendwo zwischen Stadiondach und Nachbarviertel. "Ich hatte das Gefühl, das Tor ist heute kleiner als sonst", murmelte Lauritsen später mit einem gequälten Lächeln.

Trainer Hans Meier hingegen sah das Problem weniger in der Geometrie: "Wir haben alles richtig gemacht - außer treffen. Aber das ist ja bekanntlich nur der unwichtigste Teil des Spiels", sagte er mit dieser Mischung aus Ironie und Verzweiflung, die nur ein 0:0 nach 19 Schüssen erzeugen kann.

Varde BK kam eigentlich nur sporadisch über die Mittellinie. Der junge Pol Aznar versuchte in Minute 7 sein Glück aus der Distanz - der Ball trudelte harmlos in die Arme von Marijo Hrgovic. Danach war von den Gästen lange nichts zu sehen, was an einen Angriff erinnerte. Ihre Taktik? "Defensivbeton mit Konterbemalung", wie ein Kollege auf der Pressetribüne spöttelte.

Gentofte dagegen spielte, als gäbe es für Ballbesitz Punkte. 54,8 Prozent kontrollierten sie das Geschehen, gegen Ende sogar in Unterzahl des Gegners. Denn in der 78. Minute sah Vardes Linksverteidiger Nevio Schröder glatt Rot, nachdem er Vincent Schaffer unsanft von den Beinen geholt hatte. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte sich Schröder hinterher - wobei niemand recht wusste, ob er den Ball oder Schaffers linkes Schienbein meinte.

Bis dahin hatte Meier schon dreimal gewechselt, unter anderem brachte er in der 81. Minute den jungen Esteban Galan, der sofort Feuer ins Mittelfeld brachte und in der 83. Minute selbst abschloss - natürlich vorbei. "Ich hab einfach zu genau gezielt", grinste der 20-Jährige nach dem Schlusspfiff.

Varde-Trainer Franz Huber war mit dem Punkt sichtlich zufrieden. "Wenn man zwei Schüsse aufs Tor hat und 0:0 spielt, ist das fast ein Sieg", sagte er und klopfte seinem Torwart auf die Schulter. Der 20-jährige Masse hatte einen dieser Abende, an denen alles klappte - oder anders gesagt: an denen der Gegner alles falsch machte.

Die zweite Halbzeit glich einem einseitigen Geduldsspiel. Lauritsen (46., 62.), Kosecki (54., 60., 74., 87.) - sie alle versuchten sich an der Kunst des Scheiterns. Besonders Kosecki, der rechte Flügelstürmer, schien irgendwann im Duell mit sich selbst zu stehen. "Ich hab irgendwann nur noch gedacht: Irgendwas muss doch mal reingehen!", erzählte er später. Es ging nichts rein.

Selbst als Gentofte nach Schröders Platzverweis fast durchgehend in der Hälfte der Gäste lagerte, wollte der Ball nicht über die Linie. Stattdessen sammelten die Hausherren noch ein paar Verwarnungen: Egil Persson (38.) und Ashton Lineback (67.) sahen Gelb, Asier Suarez in der Nachspielzeit ebenso - vermutlich aus Frust, dass er keinen Gegenspieler mehr foulen konnte, der nicht längst in der Kabine war.

In der 61. Minute musste Gentoftes Torhüter Hrgovic verletzt vom Platz, was immerhin ein bisschen Drama ins Geschehen brachte. Ersatzmann Halvor Bruun übernahm - und hatte im Grunde nichts zu tun. "Ich bin froh, dass ich wenigstens beim Warmlaufen glänzen konnte", witzelte der 22-Jährige nach der Partie.

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit höflichem Applaus, vielleicht auch aus Mitleid. 19 Schüsse, kein Tor - das ist die Sorte Statistik, die man seinen Enkeln lieber verschweigt.

Und was bleibt? Ein Punkt, der sich für Varde wie ein Geschenk anfühlt und für Gentofte wie eine vertane Lebensstunde. Trainer Meier brachte es auf den Punkt: "Wenn man so viel Ball hat, dass man ihn schon duzt, aber trotzdem nicht trifft, muss man sich fragen, ob man Fußball oder Tanzunterricht gibt."

Am Ende blieb es beim 0:0 - einem dieser Ergebnisse, die man am liebsten in Klammern setzt und schnell vergisst. Nur die Latte, der Pfosten und Torwart Masse werden diesen Abend wohl noch eine Weile in guter Erinnerung behalten.

Vielleicht sollte Gentofte nächste Woche einfach mal das Tor treffen. Nur so, zum Test.

04.11.643987 14:33
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wie so oft liegt auch hier die Mitte in der Wahrheit.
Rudi Völler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager