Dagbladet Sport
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Gentofte-Vangede ringt Viborg nieder - Bratus Nadelstich entscheidet müden Winterabend

Es war ein kalter Donnerstagabend in Viborg, der 22. Januar 2026, und 25.965 Zuschauer hatten sich im Stadion eingefunden, um zu sehen, ob ihr Viborg IF nach zuletzt wackligen Wochen wieder zu alter Heimstärke finden würde. Stattdessen bekamen sie einen zähen, kampfbetonten Kick geboten - und am Ende das bittere 0:1 gegen Gentofte-Vangede.

"Wir haben alles versucht, aber manchmal ist der Fußball einfach ein grausamer Freund", seufzte Viborg-Trainer Benni Trolli nach dem Schlusspfiff. Sein Gesicht wirkte dabei so grau wie der Himmel über Jütland.

Dabei war das Spiel zunächst erstaunlich ausgeglichen. Viborg stellte sich offensiv auf, wie Trolli es angekündigt hatte, doch das Offensivspiel wirkte eher wie ein IKEA-Schrank ohne Aufbauanleitung: viele Einzelteile, wenig System. Die Gäste aus Gentofte-Vangede dagegen agierten von Beginn an druckvoller, zielstrebiger und mit deutlich mehr Zug zum Tor.

Schon in der 11. Minute prüfte Evan O’Dea Viborg-Keeper Jan Toft - der hielt glänzend, und das war kein Einzelfall. Toft avancierte zum besten Mann auf dem Platz, weil Gentofte gleich 16 Torschüsse abfeuerte. Viborg kam im gesamten Spiel auf ganze drei.

Die Gäste ließen nicht locker: Kosecki (15.), O’Dea (16.), Bjerg (18.) - eine ganze Batterie an Schüssen, aber immer wieder stand Toft oder ein viborgsches Bein im Weg. "Wir hätten schon in der ersten Halbzeit klar führen müssen", schimpfte Gentofte-Coach Hans Meier später. "Ich hab meinen Jungs in der Pause gesagt: Wenn ihr noch mehr auf den Torwart schießt, gebt ihm wenigstens ein Trikot von uns."

Viborgs Antwort? Eine Gelbe Karte für Barend Coster kurz vor der Pause. Symbolisch für eine Mannschaft, die zwar kämpfte, aber kaum Struktur fand.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig - Gentofte blieb drückend überlegen, Viborg versuchte es mit langen Bällen auf Meloni und Zabaleta, die aber meist im dichten Abwehrnetz hängenblieben. Dann kam die 66. Minute, und endlich fiel das Tor, das sich längst abgezeichnet hatte: Rechtsverteidiger Asier Suarez zog ein letztes Mal die Linie entlang, flankte präzise in den Strafraum, und Marcel Bratu, 23 Jahre jung und mit der Selbstsicherheit eines Mannes, der keine kalten Füße kennt, vollendete per Direktabnahme zum 0:1.

"Ich hab einfach draufgehauen", grinste Bratu hinterher. "Wenn du 15 Chancen verballerst, darfst du nicht nachdenken - du musst schießen, bevor der Kopf Nein sagt."

Viborg wachte kurz auf, schaffte es aber nicht, den Druck entscheidend zu erhöhen. Pekka Vuorinen versuchte sein Glück aus der Distanz (61.), Meloni köpfte in der 84. Minute knapp daneben, und in der Nachspielzeit hatte Zabaleta noch einmal den Ausgleich auf dem Fuß. Doch Gentofte-Keeper Halvor Bruun blieb souverän - und hatte vermutlich zum ersten Mal seit Weihnachten kalte Hände.

Statt eines Powerplays gab es bei Viborg zwei Gelbe Karten (die zweite für Xabier Vidigal in der 70. Minute) und jede Menge ratlose Blicke. "Wir wollten offensiv spielen, aber irgendwie blieb der Ball immer auf halbem Weg stecken", murmelte Mittelfeldmann Vuorinen. "Vielleicht hätten wir einfach mal schießen sollen, so wie die anderen."

Gentofte dagegen zeigte, dass man auch ohne Zauberfußball gewinnen kann: solide, konzentriert, mit bissigem Pressing in der Schlussphase. In der 90. Minute musste der 17-jährige Gianluca Zambrotta nach einem Zusammenprall verletzt runter - ein kleiner Wermutstropfen in einem ansonsten perfekten Auswärtsspiel.

Am Ende stand ein verdienter Sieg für die Gäste, die mit 50,3 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüssen und einer Zweikampfquote von über 57 Prozent klar die aktivere Mannschaft waren. Viborg dagegen blieb vieles schuldig - vor allem Kreativität.

Hans Meier brachte es nach dem Abpfiff trocken auf den Punkt: "Wir hätten höher gewinnen können, aber wir nehmen auch mal einen schmutzigen Sieg. Hauptsache, das Bier schmeckt auf der Rückfahrt."

Und Trainer Trolli? Der versprach, nächste Woche "noch offensiver" zu spielen. Ein Reporter fragte: "Wie offensiv geht’s denn noch?" Trolli lächelte müde: "Vielleicht ohne Abwehr."

So endete ein Abend, der kaum Glanz, aber immerhin eine Geschichte bot - die vom unermüdlichen Bratu, dem tragischen Trolli und einem Viborg, das sich verzweifelt bemüht, die Schönheit des 0:1 zu verstehen.

19.09.643987 05:19
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