Tuttosport
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Gelas Offensiv-Feuerwerk lässt Florenz im Regen stehen

Ein kalter Januarabend in Florenz, 31.529 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion und ein Heimteam, das sich offenbar vorgenommen hatte, das Wort "defensiv" neu zu definieren - im Sinne von: möglichst weit weg vom gegnerischen Strafraum bleiben. Der SC Florenz ging am 20. Spieltag der 1. Liga Italien mit einem deutlichen 0:3 gegen den Gast aus Gela unter. Und das, obwohl die Ballbesitzstatistik (51,6 Prozent!) fast Gleichstand versprach. Aber Zahlen sind eben wie der Wetterbericht - sie sagen nicht immer die Wahrheit.

Schon in der 14. Minute setzte Pablo Tarrega das erste Ausrufezeichen. Nach präzisem Zuspiel von Herbert Brun schob der Mittelstürmer den Ball lässig ins rechte Eck, als hätte er gerade Zeit, sich noch einen Espresso zu bestellen. "Ich hab einfach gespürt, dass er da hingeht", grinste Brun später, während Tarrega trocken anmerkte: "Wenn du so viele Chancen bekommst wie heute, musst du wenigstens eine machen."

Florenz reagierte darauf - nun ja, gar nicht. Zwar mühten sich Knud Völker und Dorde Trkulja auf den Flügeln, aber die Abschlüsse blieben harmlos. Vier Torschüsse insgesamt - das ist in 90 Minuten ungefähr so viel wie Gela in einer Viertelstunde zustande brachte. Trainer Benjamin Stürmer versuchte es mit lautstarken Kommandos an der Seitenlinie ("Mehr nach vorne!"), doch seine Spieler schienen die Worte wörtlich zu nehmen - sie rückten nach vorne, ließen hinten aber gleich noch mehr Platz.

So kam, was kommen musste: Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, klingelte es erneut. In der 47. Minute traf Javier Vazques nach Vorarbeit - wer sonst - von Herbert Brun. Diesmal war es ein Schuss aus spitzem Winkel, den Florenz-Keeper Abbas Lapid nur noch hinter sich aus dem Netz fischen konnte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Lapid später, während sein Trainer die Stirn massierte.

Gela blieb gnadenlos offensiv. Die Ausrichtung "OFFENSIVE", so verrieten die taktischen Daten, war keine Theorie - sie war gelebte Leidenschaft. 14 Torschüsse, davon viele gefährlich, und ein Pressing, das eigentlich keins war, weil man den Gegner lieber elegant ausspielte als hektisch anlief.

In der 58. Minute dann das endgültige K.o.: Lucas Cochran verwandelte nach schöner Kombination über Tarrega zum 3:0. Während die Florentiner Fans noch hofften, das sei vielleicht nur ein schlechter Traum, klatschten die mitgereisten Gela-Anhänger euphorisch Beifall. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur zu Hause Tore schießen können", sagte Gelas Trainer Michael Müller nach dem Spiel mit einem zufriedenen Lächeln.

Florenz kämpfte zwar wacker weiter, aber das Wort "Torgefahr" blieb im Wörterbuch stecken. Dorde Trkulja hatte in der 67. und 90. Minute noch zwei Gelegenheiten, doch Gelas Torhüter Pattrick Gabriel war an diesem Abend unbezwingbar. "Der hatte ja Magnet-Handschuhe!", fluchte Trkulja halb im Scherz, halb im Frust.

Dazu kam Pech und etwas Ungeschick: Innenverteidiger Reece Bergeron holte sich in der 73. Minute Gelb ab, nachdem er Tarrega an der Mittellinie umsäbelte - ein Foul, das so unnötig war wie ein Regenschirm im Wüstensommer. Auf der Gegenseite kassierten Colombo und Perlman ebenfalls Gelb, was Müller mit einem Schulterzucken quittierte: "Wenn du aggressiv spielst, darfst du dich nicht über Farbe im Notizbuch des Schiedsrichters wundern."

Während Florenz weiterhin defensiv sortiert, aber offensiv hilflos agierte, wechselte Gela zur Halbzeit klug: Jerko Vucevic kam für den gelbverwarnten Perlman, Marcel Bernier ersetzte Colombo. Beide fügten sich nahtlos ein - Bernier räumte hinten auf, Vucevic schob vorne mit. Und als in der 89. Minute der 34-jährige Herbert Brun unter Applaus ausgewechselt wurde, war selbst der Florenzer Anhang kurz geneigt zu klatschen.

Nach Abpfiff sprach Florenz-Trainer Stürmer von einer "Lerngelegenheit". "Wir haben gesehen, was passiert, wenn man den Gegner spielen lässt", seufzte er. "Nächstes Mal müssen wir selbst wieder das Spiel machen." Ein Satz, der in seiner Ironie kaum zu übertreffen war - schließlich hatte Florenz nicht mal begonnen, es zu machen.

Gela hingegen darf sich nach diesem Abend wie ein kleiner Meister fühlen. Drei Tore, drei verschiedene Schützen, ein Spiel fast ohne Fehler. Und das alles mit weniger Ballbesitz, aber deutlich mehr Biss. Müller brachte es auf den Punkt: "Manchmal ist weniger Ball einfach mehr Fußball."

Und während sich die Lichter im Stadion von Florenz langsam löschten, blieb das Gefühl, dass die Gastgeber sich selbst im Weg standen - während Gela einfach durchlief. Ein Fußballabend, der zeigte: Taktik ist schön, Tore sind schöner.

07.09.643987 15:20
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
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