Tuttosport
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Gela zerpflückt den AC Mailand: Ein 5:0, das in die Vereinschronik eingeht

Wenn man am 33. Spieltag der Serie A auf ein 5:0 blickt, denkt man an einen Großen, der einen Kleinen überrollt. Doch an diesem denkwürdigen Abend in Gela war es genau andersherum: Der Außenseiter aus Sizilien zerlegte den ruhmreichen AC Mailand in seine Einzelteile - präzise, geduldig und mit einer erstaunlichen Leichtigkeit, die selbst das Publikum von 43.500 Zuschauern in ungläubiges Staunen versetzte.

"Ich habe selbst kurz nach dem dritten Tor auf die Anzeigetafel geschaut, um sicherzugehen, dass das wirklich passiert", grinste Gelas Trainer Michael Müller nach dem Schlusspfiff. "Aber ja, das war echt."

Echt war auch der Start. Keine vier Minuten alt war die Partie, da schlug Pablo Tarrega zu. Der bullige Mittelstürmer, bekannt für seine rustikale Art, stand goldrichtig, als eine Hereingabe von rechts durchrutschte. Mit einem satten Schuss ins linke Eck brachte er Gela in Führung, während Mailands Abwehr noch überlegte, ob das Spiel überhaupt schon begonnen hatte.

Was folgte, war kein Strohfeuer, sondern eine kontrollierte Offensive mit italienischem Feingefühl. In der 35. Minute erhöhte Javier Vazques auf 2:0, nach schöner Vorarbeit von Marcel Marcel - ja, der Mann heißt wirklich so. "Ich habe den Ball einfach gefühlt", sagte Vazques später mit einem Augenzwinkern. "Und als ich ihn dann traf, fühlte sich das Tor genauso an."

Mailand hingegen? Offensiv zwar aufgestellt, aber defensiv ein offenes Buch. Trainer Onerom Jackson hatte seine Elf mit "Offensive" und "Balanciertem Angriffsspiel" auf den Rasen geschickt, doch Pressing war offenbar ein Fremdwort. Kein Wunder, dass Gela mit 20 Torschüssen auf fünf Mailänder Abschlüsse kam.

Nach der Pause kam der Moment, in dem sich die Partie endgültig entschied. Direkt nach Wiederanpfiff, in Minute 46, traf erneut Tarrega - diesmal nach einem präzisen Zuspiel von Rechtsverteidiger Samuel Perlman. "Ich dachte, er flankt zu hoch", gestand Perlman hinterher. "Aber Pablo hat eine Art, in der Luft zu stehen, die ich nur von Zeichentrickfilmen kenne."

Sechs Minuten später dann das 4:0: Wieder Vazques, wieder nach Vorlage Perlman. Die Mailänder Hintermannschaft wirkte zu diesem Zeitpunkt wie eine Gruppe Touristen, die sich verlaufen hatte. Kapitän Leonardo Catalano kassierte in Minute 72 noch Gelb - nicht für ein besonders hartes Foul, sondern wohl eher aus Verzweiflung.

Das 5:0 schließlich in der 63. Minute (ja, Tarrega hatte noch nicht genug): Eine butterweiche Flanke von Corey Staunton, ein Kopfstoß wie aus dem Lehrbuch, und der Ball zappelte erneut im Netz. Tarrega schnürte damit seinen Dreierpack - und grinste später in die Kameras: "Ich habe Müller gesagt, ich will heute nicht raus. Er meinte, wenn du noch einen machst, darfst du bleiben. Na ja - ich bin geblieben."

Mailand wechselte munter: Masse für Nani, Geier für Bukovi, Serralta für Falk - doch es half nichts. Die Einwechslungen wirkten eher wie kosmetische Korrekturen an einem bereits gescheiterten Konzept. Auch die Statistik sprach Bände: 53 Prozent Ballbesitz für Gela, eine Zweikampfquote von 55 Prozent, und ein Publikum, das spätestens ab Minute 70 im kollektiven Freudentaumel schwebte.

Trainer Jackson wirkte nach dem Abpfiff wie ein Mann, der in einem falschen Film gelandet war. "Wir haben offensiv gespielt", murmelte er in die Mikrofone, "aber Gela hat das einfach besser gemacht." Ein Reporter fragte, ob sein Team vielleicht zu offensiv gewesen sei. Jacksons Antwort: "Gibt’s ein Wort für zu offensiv?" - und damit verschwand er in den Katakomben.

Derweil feierte Gela den vielleicht größten Sieg seiner Vereinsgeschichte. Fans tanzten auf den Rängen, Kinder ließen sich Autogramme auf die Stirn schreiben, und Trainer Müller legte den Arm um seinen Doppeltorschützen Vazques. "Manchmal passt einfach alles", sagte er. "Heute war so ein Tag. Selbst der Pausenkaffee war perfekt."

Ein kleines Wort zum Schluss: Wenn Fußball manchmal Kunst ist, dann war dieses Spiel ein expressionistisches Meisterwerk in Rot und Weiß - voller Energie, Leidenschaft und Humor. Nur für Mailand war es wohl eher ein düsteres Stillleben.

13.04.643990 16:36
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