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Gela zerlegt Napoli - Tarrega trifft doppelt, Müller feiert wie ein Teenager

Es war ein kalter, klarer Abend in Gela, aber auf dem Rasen brannte es von der ersten Minute an. 43.500 Zuschauer sahen ein Heimteam, das vom Anpfiff weg so tat, als gäbe es kein Morgen - und einen AC Neapel, der wohl noch im Hotel an der Taktiktafel festhing. Am Ende hieß es 4:1 (2:1) für Gela, ein Ergebnis, das so deutlich war wie verdient.

Schon nach fünf Minuten klingelte es zum ersten Mal: Lucas Cochran, der rechte Flügelmann mit dem Turbo im Fuß, verwandelte einen Pass von Julian Martins eiskalt. "Ich hab’ einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Ball nicht im Parkplatz landet", grinste Cochran später im Kabinengang. Kaum hatten die Gäste den Schock verdaut, folgte der nächste Schlag: Nur drei Minuten später schlenzte Corey Staunton den Ball ins lange Eck, Vorlage von Linksverteidiger Marcel Bernier. Michael Müller, der Trainer Gela, riss die Arme hoch, drehte sich zu seiner Bank und rief: "Hab ich’s euch nicht gesagt - Flügelspiel, Leute!"

Neapel, mit Trainer Header Maxov an der Seitenlinie, wirkte in der Anfangsphase überfordert. Zwar hatte der Gast am Ende mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz, aber das war wohl eher der Verzweiflung geschuldet, als Gela sich ab und zu kurz ausruhte. Nach 22 Minuten gelang Philippe Graves dann doch der Anschluss - ein satter Schuss aus der zweiten Reihe nach feinem Zuspiel von Massimiliano Salvatore. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, der allerdings so schnell verglühte wie ein Silvesterfunken.

Denn Gela kontrollierte weiter das Geschehen. 16 Torschüsse gegenüber neun von Neapel sprechen eine deutliche Sprache. Und während der Ballbesitz ein zartes Gleichgewicht vorgaukelte, lag die Effektivität ganz klar bei den Hausherren. Pablo Tarrega, der bullige Mittelstürmer, nutzte in der 51. Minute die erste Gelegenheit nach dem Seitenwechsel: Staunton flankte von rechts, Tarrega stieg hoch und wuchtete den Ball per Kopf ins Netz. 3:1 - und das Stadion vibrierte.

"Ich hab’ den Ball gar nicht richtig gesehen, nur gespürt", lachte Tarrega später, als er mit zwei Toren zum Mann des Abends wurde. Denn in der 63. Minute legte er noch einen drauf. Nach einer Ecke von Gabriele Colombo stand Tarrega genau da, wo ein Stürmer stehen muss: zwischen Gegner und Tor. 4:1, Deckel drauf.

Danach wurde’s etwas hitziger. Colombo holte sich in der 77. Minute noch Gelb ab - eine Szene, die Müller mit hochgezogener Augenbraue kommentierte: "Das war mehr Show als Foul. Aber wenn’s den Jungs Spaß macht…" Kurz darauf wechselte er durch, brachte Bruno Yaguez für Colombo und später Marco Frechaut für den ausgepumpten Julian Martins. Der Trainer von Neapel reagierte ebenfalls, brachte frische Kräfte - Poggi, Valdez, Winchel - doch die Wende blieb aus.

AC Neapel versuchte es weiter mit langen Bällen, wie es die Taktikvorgabe "LONG" schon vor dem Spiel versprach. Doch Gelas Innenverteidigung, angeführt von Aydemir und Colombo, ließ kaum etwas zu. Und wenn doch, war Schlussmann Pattrick Gabriel da, der mit zwei starken Paraden gegen Dylan Martin glänzte.

"Wir haben heute eine Mannschaft gesehen, die an sich glaubt", sagte Michael Müller später auf der Pressekonferenz und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Und das, obwohl ich ihnen gestern noch Pizza verboten habe." Sein Gegenüber Maxov dagegen wirkte konsterniert: "Wir haben den Start komplett verschlafen. Danach war Gela in jedem Zweikampf giftiger. Vielleicht hätten wir das Hotel später verlassen sollen."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Helden mit stehenden Ovationen. Einige sangen sogar improvisierte Tarrega-Chöre, während der Stürmer lachend in die Kabine verschwand. Die Fans hatten allen Grund zur Freude - vier Tore, leidenschaftlicher Fußball und ein Team, das offensiv spielte, als gäbe es kein Morgen.

Statistisch gesehen war Neapel nicht völlig unterlegen - mehr Ballbesitz, ordentliche Passquoten, kämpferisch bemüht. Aber Gela spielte mit Herz, Wucht und einer Prise Wahnsinn. Genau das, was man im italienischen Winter braucht, um 43.500 Menschen glücklich zu machen.

Und so stand am Ende nicht nur ein klarer 4:1-Erfolg, sondern auch das Gefühl, dass dieser Klub gerade an etwas Großem bastelt. "Wenn wir so weitermachen", raunte Müller auf dem Weg in den Mannschaftsbus, "muss sich der Rest der Liga warm anziehen."

In Gela dürfte es an diesem Abend niemanden gegeben haben, der widersprochen hätte - außer vielleicht der Wirt, dessen Bierreserven nach dem Schlusspfiff gefährlich zur Neige gingen.

15.08.643987 11:42
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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