Tuttosport
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Gela zerlegt Calcio Potenza - Matthieu tanzt, Potenza taumelt

Es war ein Pokalabend, wie ihn die Fans in Gela so schnell nicht vergessen werden: 43.500 Zuschauer im ausverkauften Stadion, Flutlicht, ein lauer Frühlingsabend - und ein Gegner, der schon nach einer halben Stunde aussah, als wollte er lieber wieder in den Bus steigen. Am Ende stand ein 5:0 auf der Anzeigetafel, das so deutlich war, wie es klingt.

Trainer Michael Müller grinste nach Abpfiff in die Kameras: "Ich hatte den Jungs gesagt: Spielt locker, aber mit Spaß. Ich wusste ja nicht, dass sie den Spaß so wörtlich nehmen." Seine Mannschaft dominierte von der ersten Minute an, spielte Calcio Potenza schwindelig und ließ den Ball mit 69 Prozent Ballbesitz durch die eigenen Reihen laufen, als wäre es ein Trainingsspiel.

Schon in der 14. Minute ging Gela in Führung. Marco Frechaut traf nach feinem Zuspiel von Julien Matthieu - ein Angriff wie aus dem Lehrbuch: kurz, präzise, zielsicher. Potenza-Keeper Simone Altomonte war da nur die tragische Figur, die den Ball aus dem Netz holen musste. Dass Frechaut dabei noch Zeit fand, sich kurz nach dem Treffer die Stutzen zu richten, passte zum Bild: Gela spielte selbstbewusst, Potenza war überfordert.

Neun Minuten später holte sich Potenzas Innenverteidiger Emanuele De Luca die Gelbe Karte - vermutlich, um wenigstens einmal im Spielbericht aufzutauchen. "Ich wollte nur ein Zeichen setzen", erklärte er nachher mit einem Schulterzucken. Es blieb sein einziger nennenswerter Beitrag.

Kurz vor der Pause erhöhte Matthieu selbst auf 2:0. Die Vorarbeit kam von Filipe Meira, dessen Flanke so punktgenau war, dass sie auch per Luftpost angekommen wäre. Das Publikum tobte, und selbst Müller, sonst eher stoisch, klatschte anerkennend. "Das war Fußball zum Lächeln", meinte er später.

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann endgültig ein Schaulaufen. Nur sechs Minuten nach Wiederanpfiff traf Rechtsverteidiger Silvestre Veloso - ja, ein Verteidiger! - zum 3:0, nachdem er von seinem Teamkollegen Samuel Perlman, frisch eingewechselt, mustergültig bedient wurde. Perlman grinste später: "Ich wollte eigentlich flanken, aber Silvestre hat den Ball einfach weggegrätscht - ins Tor. Na ja, zählt auch."

Potenza wirkte da schon wie ein Boxer, der auf den Gong wartet. Nur, dass der Gong in der 58. Minute wieder Matthieu hieß. Nach schönem Pass von Corey Staunton zog der Franzose trocken ab - 4:0. Fünf Minuten später wiederholte sich die Szene fast identisch, diesmal mit Perlman als Vorlagengeber. 5:0. Der Rest war Schaulaufen und Selbstbewusstseinsaufbau.

Julien Matthieu, mit drei Toren und einer Vorlage der überragende Mann des Abends, gab sich dennoch bescheiden: "Ich hatte einfach Lust, Fußball zu spielen. Und manchmal läuft’s dann einfach." Im Hintergrund rief ein Mitspieler: "Manchmal? Er hat uns heute fast alleine weitergeschossen!"

Während Gela nach dem Schlusspfiff eine Ehrenrunde drehte, standen die Spieler aus Potenza ratlos beisammen. Trainer Luigi Conte (der Name allein klang schon nach Taktik, aber die sah man nicht) fasste das Debakel trocken zusammen: "Wir wollten defensiv stabil stehen. Das hat 13 Minuten funktioniert."

Ein Blick auf die Statistik unterstreicht die Einseitigkeit: 16 Torschüsse für Gela, einer für Potenza. Ballbesitz 69 zu 31 Prozent. Tackling-Quote? 59 Prozent für die Gastgeber - und das, obwohl sie kaum in Zweikämpfe mussten.

Die Fans sangen nach dem Abpfiff noch lange, während sich Müllers Team lässig abklatschte. "Ich sag’s mal so", meinte Müller zum Abschluss in die Mikrofone, "wenn wir so weiterspielen, müssen wir uns neue Gegner suchen."

Vielleicht war’s nur die erste Runde im Pokal, aber für Gela fühlte es sich an wie der Beginn einer kleinen Pokalgeschichte. Und in Potenza wird man sich wohl noch eine Weile fragen, ob man wirklich an einem Fußballspiel teilgenommen hat - oder nur an einer Lehrstunde.

Mit einem Augenzwinkern bleibt festzuhalten: Wenn Gela mit "schwachem Einsatz" laut Statistik schon 5:0 gewinnt, möchte man nicht wissen, was passiert, wenn sie mal wirklich Gas geben.

08.01.643994 12:12
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Peter Neururer auf die Frage: 'Haben die da auf Abseits gespielt oder gepennt?'
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