Tuttosport
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Gela tanzt Udinese schwindlig - Cochran und Vazques glänzen beim 3:0-Heimsieg

Es war einer dieser Abende in Gela, an denen selbst der Wind vom Mittelmeer stillzustehen schien, um zuzusehen. 43.500 Zuschauer drängten sich im Stadion, als Michael Müllers Mannschaft am 22. Spieltag der 1. Liga Italien den FC Udinese mit 3:0 zerlegte - ein Ergebnis, das fast schmeichelhaft für die Gäste war.

Von Beginn an ließ Gela keinen Zweifel daran, wer hier die Musik spielt. Schon in der fünften Minute prüfte Pablo Tarrega den gegnerischen Keeper Luca Lange mit einem satten Schuss. "Da wusste ich, dass wir heute was reißen können", grinste Tarrega später. Und tatsächlich: Gela kombinierte mit 54,8 Prozent Ballbesitz, als hätten sie den Ball gepachtet. Udinese dagegen wirkte, als seien sie zu einem Betriebsausflug gekommen - das Ziel: möglichst unbeschadet nach Hause.

Nach einer Viertelstunde setzte es erst Gelb für Gabriele Colombo, dann für Marco Frechaut - beide Male wegen übermotivierter Grätschen. Trainer Müller nahm’s gelassen: "Ich sag immer: Wenn wir schon Gelb sehen, dann wenigstens hübsch."

Dann, in der 33. Minute, der erste große Jubel: Javier Vazques, der flinke Linksaußen, schnappte sich einen Abpraller und drosch den Ball humorlos ins rechte Eck. 1:0! Udineses Keeper Lange streckte sich vergebens, und irgendwo auf der Tribüne fiel ein Bierbecher vor Freude um. Nur vier Minuten später folgte der nächste Schlag: Lucas Cochran verwandelte eine butterweiche Vorlage von Corey Staunton zum 2:0. Die Gäste standen da, als hätten sie gerade die Bedienungsanleitung fürs Verteidigen verloren.

"Ich hab Corey nur rufen gehört - und dann war der Ball plötzlich bei mir", erzählte Cochran später, noch mit einem Grinsen im Gesicht. "Da musste ich nur noch Danke sagen - und treffen."

Udinese schaffte in der ersten Halbzeit kaum Entlastung. Drei kümmerliche Schüsse aufs Tor - das war alles, was Emiliano Dicetuttos Team zustande brachte. "Wir wollten kontern", erklärte der Trainer nach dem Spiel, "aber dazu braucht man den Ball." Ein Satz, der sich vermutlich in die Vereinschronik einbrennen wird.

Nach der Pause wechselte Müller doppelt: Freddie Malfoy kam für den verwarnten Frechaut, Tahsin Caliskan ersetzte Colombo. Der frische Wind tat Gela gut, Udinese hingegen änderte - nichts. Und so rollte Angriff um Angriff auf das Tor der Gäste. Tarrega, Vazques, Cochran - sie alle durften sich am Torhüter austoben.

In der 63. Minute fiel dann die endgültige Entscheidung: Wieder war es Cochran, der einen klugen Pass von Mittelfeldmotor Dennis Bedard eiskalt verwertete. 3:0 - und Müller riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Da war klar, wir lassen das nicht mehr anbrennen", meinte der Coach nach der Partie.

Udinese reagierte mit einer Reihe von Verzweiflungswechseln - der 18-jährige Luca Bianchi durfte ab der 71. Minute ran und hatte sogar einen Torschuss (in der 78. Minute!), den Gelas Keeper Willem Veeder jedoch seelenruhig auffing. "Ich hab kurz überlegt, ob ich ihn einfach durchlasse, damit’s spannender wird", witzelte Veeder später, "aber dann dachte ich: Ach nee."

Die letzten Minuten gehörten wieder Gela. Vazques schoss, Staunton flitzte, Meira kam in der 90. Minute noch zu einem Kurzeinsatz. Udinese dagegen bettelte innerlich um den Abpfiff. Als Schiedsrichter Lorenzo Pagani endlich die Partie beendete, war die Erleichterung im Gästeblock fast greifbar.

Statistisch war das Ganze eine Lehrstunde: 20 Torschüsse für Gela, nur 3 für Udinese; 57,8 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren, 42,2 für die Gäste. Selbst der Rasen hatte mehr Ballkontakte als so mancher Udinese-Spieler.

Nach dem Spiel sprach Müller von "einem Abend, an dem alles gepasst hat". Sein Gegenüber Dicetutto fasste es etwas nüchterner: "Wir haben heute viele Fehler gemacht - zum Beispiel, dass wir überhaupt angereist sind."

Fazit: Gela zeigte, wie Offensivfußball aussehen kann - druckvoll, präzise, mit Spaß an der Sache. Vazques und Cochran werden noch lange von diesem Abend erzählen, Udinese dagegen vermutlich eher nicht.

Und irgendwo draußen vor dem Stadion summte ein Fan: "So spielt man Fußball." Der Wind vom Meer hatte es gehört - und schwieg zustimmend.

21.05.643993 23:21
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Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.
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