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Gela tanzt Partinico Calcio schwindlig - 4:1 im Flutlicht-Spektakel

Ein lauer Februarabend, 43.500 Zuschauer im Gela-Stadion, Flutlichtglanz über der "1. Liga Italien" - und ein Heimteam, das offenbar beschlossen hatte, dass Fußball auch Kunst sein darf. Gela fegte Partinico Calcio mit 4:1 vom Platz und ließ dabei phasenweise den Ball so elegant zirkulieren, dass selbst Trainer Michael Müller nach dem Schlusspfiff schmunzelte: "Ich hatte kurz Angst, meine Jungs hören gar nicht mehr auf zu kombinieren."

Von Beginn an war klar, wer Herr im Haus ist. Zwar gehörten die ersten Minuten den Gästen, Adriano Eusebio und Amaury Xavier prüften Gelas Keeper Pattrick Gabriel früh - doch der 33-Jährige fischte alles weg, was auf ihn zuflog. "Ich hab gesehen, wie Amaury ausholt, und dachte: Na gut, dann flieg ich halt auch mal", grinste Gabriel später, noch mit Rasenflecken auf der Hose.

Dann kam Gela ins Rollen. Filipe Semedo, der linke Außenverteidiger mit dem Offensivdrang eines Mittelstürmers, marschierte in der 24. Minute die Linie entlang, flankte maßgenau - und Lucas Cochran köpfte zum 1:0 ein. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch, nur schöner, weil Cochran danach in Richtung Tribüne posierte wie ein Catwalk-Star. Zwei Minuten später war Semedo wieder der Vorlagengeber - diesmal fand seine Flanke den einlaufenden Javier Vazques, der aus spitzem Winkel zum 2:0 traf. Partinicos Verteidigung sah in dieser Szene aus, als hätte sie die Pause gedanklich schon vorgezogen.

Trainerin Meggi Ryana stand an der Seitenlinie, die Arme verschränkt, und rief: "Bleibt wach!" - doch ihre Mannschaft blieb es nicht. Bis zur Halbzeit musste sie froh sein, dass es bei den zwei Gegentreffern blieb. Gela hatte das Spiel unter Kontrolle, 51 Prozent Ballbesitz und eine Passquote, die Ballettverdächtig war.

Nach der Pause versuchte Partinico, das Spiel zu drehen. Ryana ließ offensiver spielen, brachte frische Beine über die Flügel. Ein paar Minuten lang sah es so aus, als könne da noch was gehen. Doch Gela blieb eiskalt. In der 69. Minute legte Corey Staunton von rechts quer, Julian Martins rauschte heran und drosch den Ball humorlos ins Netz - 3:0, das Stadion vibrierte. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Martins später lachend. "Aber wenn’s so reingeht, sag ich natürlich nichts."

Vier Minuten später kam Partinico immerhin zum Ehrentreffer: Knud Hennig, gerade erst eingewechselt, vollendete nach Vorlage von Adriano Eusebio zum 3:1. Kurz keimte Hoffnung auf. Ryana brüllte: "Jetzt glaubt dran!" - doch das tat offenbar nur Hennig selbst.

Denn in der Nachspielzeit setzte Dennis Bedard den Schlusspunkt. Nach einem schnellen Angriff legte Joker Pablo Tarrega zurück, Bedard zog aus 20 Metern ab - und der Ball zappelte zum 4:1 im Netz. "Manchmal muss man einfach draufhalten", sagte Bedard nach dem Spiel, während er versuchte, die Champagnerdusche seiner Mitspieler zu vermeiden.

Statistisch passte das Ergebnis: 14 Torschüsse für Gela, nur 5 für Partinico. Die Hausherren gewannen 53,8 Prozent der Zweikämpfe und hatten trotz fast ausgeglichenem Ballbesitz stets die Kontrolle. Partinico versuchte es mit Offensivgeist, endete aber in Frustration - symbolisch dafür die zwei Gelben Karten für Pekka Kallio (37.) und Eric Pienaar (85.).

Trainer Müller lobte nach Abpfiff sein Team: "So stelle ich mir modernen Fußball vor - offensiv, mutig, mit Spaß. Und Filipe darf jetzt öfter flanken." Ryana hingegen zeigte sich zerknirscht: "Wir haben gut begonnen, aber Gela war heute schlicht besser. Und vielleicht auch frecher."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaften mit Applaus - und einem Hauch von Schadenfreude, denn Gela bleibt mit diesem Sieg oben dran, während Partinico weiter im Mittelfeld versinkt.

Zum Schluss noch eine kleine Szene, die das Spiel perfekt zusammenfasst: Als ein Balljunge in der 93. Minute den Ball etwas zu langsam zurückwarf, rief Müller lachend: "Lass dir ruhig Zeit, wir führen doch!" - Sekunden später fiel das 4:1. Humor ist, wenn man trotzdem trifft.

Ein Abend, wie ihn Gela-Fans lieben: technisch stark, torfreudig, ein bisschen frech - und mit einem Trainer, der offenbar weiß, wie man gute Laune in Punkte verwandelt.

27.10.643990 16:45
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