Tuttosport
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Gela stürzt Doria Genua in die Krise - 3:1 im heißen Süden

Es war kaum eine Minute gespielt, da hatte Gela schon den ersten Grund zum Jubeln. 43.500 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion rieben sich noch den Augen, als Corey Staunton, der rechte Wirbelwind der Sizilianer, den Ball nach einer Flanke von Innenverteidiger (!) Gabriele Colombo humorlos unter die Latte hämmerte. "Ich war selbst überrascht, dass Gabriele so weit vorne stand", grinste Staunton später. "Aber wenn der Mann einmal losläuft, hält ihn nicht mal der Linienrichter auf."

Damit war der Ton für diesen 26. Spieltag in der 1. Liga Italien gesetzt. Gela, von Coach Michael Müller offensiv eingestellt, legte los wie die Feuerwehr. Doria Genua, das Team des eigenwilligen Gurkennose Gurk, wirkte dagegen, als hätte man ihnen in der Kabine die falschen Schuhe ausgeteilt. Zwar hatten die Gäste am Ende mehr Ballbesitz (52 Prozent), aber das half ihnen an diesem Abend so wenig wie ein Regenschirm in der Wüste.

Nach einer halben Stunde fiel das 2:0 - Lucas Cochran, der bullige Rechtsaußen, zog nach Vorlage von Serhat Aydemir ab, und der Ball zischte durch die Beine von Genuas Keeper Alfie Kerr. Müller sprang an der Seitenlinie auf und feuerte seine Mannschaft an, während Gurk fassungslos die Arme verschränkte. "Unsere Defensive hat heute mehr Lücken als meine Einkaufsliste nach dem Supermarktbesuch", murmelte er später sarkastisch.

Bis zur Pause blieb es beim 2:0, obwohl Gela Chancen im Minutentakt hatte. Vazques, Tarrega, Malfoy - sie alle prüften Kerr, der mit einer Mischung aus Glück und Reflexen das Schlimmste verhinderte. Doria Genua kam zwar zu einigen Abschlüssen durch Ziganda und Tzabar, doch Keeper Pattrick Gabriel im Gela-Tor wirkte unbezwingbar.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Gurk, seine Elf mit etwas mehr Aggressivität zu motivieren. Doria spielte nun offensiver über die Mitte, drückte gelegentlich auf den Ausgleich - aber Gela blieb eiskalt. Pablo Tarrega, der Mittelstürmer mit dem Stiernacken und der Geduld eines Scharfschützen, lauerte, bis Colombo wieder einmal mit einem präzisen Pass die Lücke fand. In der 77. Minute nahm Tarrega den Ball an, drehte sich wie auf einer Drehscheibe und schob zum 3:0 ein. "So stelle ich mir Effizienz vor", kommentierte Müller trocken nach dem Spiel.

Erst in der 83. Minute durfte Doria Genua ein wenig Hoffnung schnuppern. Benjamin Keil, der zuvor schon Gelb gesehen hatte, verwertete eine feine Vorlage von Julio Semedo zum 3:1. Der Gästeblock feierte, als sei der Anschluss der Anfang einer Wende - doch Gela ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

In den letzten Minuten wechselte Müller clever: Julien Matthieu kam für den verwarnten Cochran, und in der Nachspielzeit durfte Filipe Meira noch für den ausgepumpten Staunton ran. "Ich wollte, dass Corey sich feiern lässt, bevor er umfällt", erklärte Müller augenzwinkernd.

Statistisch gesehen war es ein Spiel der klareren Chancen. Gela gab 18 Schüsse aufs Tor ab, Doria Genua zehn. Trotz des leicht höheren Ballbesitzes der Gäste war Gela in allen entscheidenden Momenten wacher - und entschlossener. Auch die Zweikampfquote von 52 Prozent zugunsten Gelas belegt, dass die Hausherren den Sieg mehr wollten.

Nach dem Abpfiff stand Gurkennose Gurk mit hängenden Schultern an der Seitenlinie. "Wir haben eigentlich nicht schlecht gespielt", sagte er, "aber anscheinend zählt das im Fußball immer noch nicht auf der Anzeigetafel." Ein Reporter fragte, ob er an Rücktritt denke. Gurk lachte bitter: "Wenn ich nach jeder Niederlage zurücktreten würde, hätte ich schon ein Museum eröffnet."

Gela dagegen träumt weiter. Die Fans sangen, die Spieler tanzten, und Müller klopfte jedem einzelnen auf die Schulter. "Das war heute ein Statement", meinte er mit Nachdruck. "Wir wollen mehr als nur schöne Spiele - wir wollen Siege."

Und wenn man ehrlich ist: Wer so früh trifft, so effizient spielt und am Ende noch sarkastisch lächelt, hat sich den Dreier mehr als verdient.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn Colombo wieder so Pässe spielt, soll man ihm das Trikot gar nicht mehr ausziehen." Ein Satz, der wohl sinnbildlich steht für diesen Abend in Gela - heiß, zielstrebig, ein bisschen verrückt.

Endstand: Gela - Doria Genua 3:1 (2:0). Tore: Staunton (1.), Cochran (33.), Tarrega (77.) - Keil (83.). Gelbe Karten: Marco (44.), Keil (58.) - Cochran (72.). Zuschauer: 43.500.

07.07.643993 05:46
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Ich habe es mir sehr genau überlegt und dann spontan zugesagt.
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