Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Gela siegt nach 0:3-Schock - Spektakel mit sieben Toren und viel Drama

Wenn ein Spiel mit einem Tor in der ersten Minute beginnt, weiß man: Heute wird’s wild. Was sich am 12. Spieltag der 1. Liga Italien zwischen Gela und AS La Spezia im Stadio Comunale abspielte, war nichts für schwache Nerven - ein 4:3 (2:3), das von Chaos, Comeback und Chuzpe lebte. 43.500 Zuschauer sahen ein Fußballstück zwischen Genie und Wahnsinn.

Kaum hatten die Fans ihre Plätze gefunden, zappelte der Ball schon im Netz. Julian Martins, der quirlig-linke Flügelarbeiter der Gastgeber, drosch nach nur 60 Sekunden den Ball aus 18 Metern unter die Latte - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Martins später, "aber manchmal spricht der Ball eben Italienisch."

Doch wer dachte, das würde eine gemütliche Heimvorstellung, irrte sich gewaltig. Keine fünf Minuten später glich Ewan Burton für La Spezia aus. Nach feinem Zuspiel von Penksa schob der rechte Flügelstürmer locker ein - und zwei Minuten darauf legte Juan Pablo Fernandez nach. Es war, als hätte jemand den Pausenknopf für Gela gefunden - nur dass keiner ihn drückte. 1:2 nach acht Minuten, später gar 1:3 durch Innenverteidiger Sakis Philippidis (25.) nach einer Ecke. Die Gäste spielten offensiv, aggressiv, mit langen Pässen und der Eleganz eines Vorschlaghammers.

"Ich hab kurz überlegt, ob wir einfach die Trikots tauschen sollen", witzelte Gela-Coach Michael Müller später. "La Spezia war in der ersten halben Stunde einfach wacher - und wir waren irgendwo zwischen Kabine und Kaffeeautomat."

Doch Gela wäre nicht Gela, wenn das Drama nicht Teil des Plans wäre. In der 22. Minute hatte Javier Vazques nach feiner Martins-Flanke schon auf 2:2 verkürzt, ehe Philippidis traf. Und nach dem Seitenwechsel begannen die Sizilianer, das Spiel wieder in die Hand zu nehmen.

In der 65. Minute war es dann Pablo Tarrega, der den Anschlusstreffer markierte - ein echter Mittelstürmertreffer: Ball annehmen, drehen, draufhalten. Eine Minute später schoss der eingewechselte Julien Matthieu die Arena endgültig in Ekstase. 4:3! Binnen 60 Sekunden kippte das Spiel, als hätte jemand an der Realität geschraubt. "Ich wusste, dass ich nur einen Schuss brauche", sagte Matthieu hinterher mit einem Augenzwinkern. "Und dann wollte ich nicht noch einen."

Was folgte, war ein Abwehrkampf zwischen Genialität und Nervenzusammenbruch. Müller brachte nacheinander Caliskan (59.) und später Garcia (77.), um die Defensive zu stabilisieren - was immerhin so halb funktionierte. La Spezia drückte, spielte weiter risikoreich über die Flügel, brachte mit Angelow (71.) und Houghton (75.) frische Kräfte, doch Gela hielt dagegen.

Die Statistik sprach am Ende knapp für die Hausherren: 51,7 Prozent Ballbesitz, 11:6 Torschüsse, vier Gelbe Karten (darunter gleich drei für die Gastgeber). "Wir wollten nicht unfair sein", murmelte Innenverteidiger Serhat Aydemir, "aber manchmal muss man eben zeigen, dass man noch lebt."

La Spezia-Trainer Helly Steiner haderte mit dem Ergebnis, weniger mit der Leistung: "Wenn du auswärts drei Tore machst und trotzdem verlierst, kannst du nur den Kopf schütteln. Wir haben stark angefangen und dann aufgehört, zu glauben."

Die Zuschauer hingegen kamen voll auf ihre Kosten - ein Torfestival, das an alte Straßenfußballzeiten erinnerte. In der 81. Minute prüfte Charlie Smith noch einmal La Spezias Schlussmann Ochoa mit einem Distanzschuss, der Keeper parierte spektakulär. Müller schrie von der Seitenlinie: "Mach das Ding zu, Charlie!", und drehte sich dann lachend um: "Aber bitte nicht wörtlich."

Als der Schlusspfiff ertönte, lagen erschöpfte Gelanesen auf dem Rasen, während Müller Richtung Tribüne applaudierte. "Solche Spiele altern dich um fünf Jahre", sagte er, "aber wenigstens sind’s glückliche Jahre."

Mit diesem Sieg klettert Gela in der Tabelle weiter nach oben und beweist, dass Leidenschaft manchmal mehr wert ist als Ordnung. La Spezia hingegen reist mit leeren Händen, aber erhobenem Kopf ab - und mit der Erkenntnis, dass selbst ein 3:1-Vorsprung gegen dieses Gela keine Versicherung ist.

Und irgendwo auf der Pressetribüne notierte ein Kollege nach Spielende: "Wenn Fußball ein Theaterstück wäre, hätte dieses Spiel mindestens drei Akte, zwei Nervenzusammenbrüche und einen tosenden Applaus verdient." Man kann ihm schwer widersprechen.

04.10.643990 07:17
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich habe keine Probleme mit Werner Lorant mal ein Bier zu trinken - oder auch mal ein Kaugummi zu kauen.
Lothar Matthäus
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager